4. Jul.

Ausgabe vom 30.06.1990

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  • Debatte um gleiche Chancen

    Berlin (ND-Stemmler/Werner). 21 Punkte standen auf dem Programm der 19. Tagung der Volkskammer am gestrigen Freitag, doch nur zu einem entwickelte sich eine kontroverse Debatte: zum Anpassungsgesetz für die Landwirtschaft der DDR an die soziale Marktwirtschaft. Ausgelöst wurde sie durch Dr. Werner Meyer-Bodemann von der Fraktion DBD/DFD ...

  • ANDRE BRIE

    Mit der Einführung derD- Mark geht die Geschichte des Staates DDR zu Ende. Irgendwann in den nächsten Wochen wird noch ein formaler Schlußstrich gezogen werden. Mit der Mentalität von Siegern sind die Herrschenden bestrebt, dieses Land, seine Geschichte, seine Kultur, seine vielfältige Identität auszulöschen oder umzutauschen wie die DDR-Mark in die D- Mark ...

  • Adieu, DDR!

    Von

    ordnung: eine Gesellschaft mit menschlichem Antlitz, eine Welt, die solidarisch ist, fähig, im Einklang mit der Natur zu leben, frei von atomarer, chemischer und anderer militärischer Bedrohung. Wir werden Bestandteil des kapitalistischen Deutschlands. Das wird jedoch nichts daran ändern, daß die Linke der DDR aufrecht in diese Vereinigung gehen wird, und nichts daran, daß die Geschichte der DDR im vereinigten Deutschland weiterleben wird ...

  • Richard von Weizsäcker sieht Berlin als Hauptstadt

    Berlin (ND-Weber). Zum erstenmal seit 1946 hat Gesamtberlin wieder einen Ehrenbürger. Auf ältestem bebautem Berliner Grund und Boden, in der Nikolaikirche, wurde BRD- Bundespräsident Richard von Weizsäcker am Freitag diese Würde zuteil. Einer entsprechenden Entscheidung von Abgeordnetenhaus und Senat in Westberlin hatten sich Stadtverordnetenversammlung und Magistrat von Ostberlin einhellig angeschlossen ...

  • Weitere Prominentenmeinungen zur Währungsunion siehe Seite 2

    D-Mark kann zu mehr Effektivität der Wirtschaft und teilweise zu besserer Bedürfnisbefriedigung der Bevölkerung führen. Befürchtungen? Mehr als Hoffnungen. Denn die Währungsunion ist höchstens mit einer halben Sozialunion verbunden, die DDR- Regierung und das Parlament sind fast ausgeschaltet, und Betriebe, einschließlich Handwerks-, Gewerbe- und Privatbetriebe der DDR erhalten keine Chancengleichheit ...

  • ND befragte Politiker aus der DDR und der BRD zur Währungsunion Hoffnungen, Chancen, aber auch Besorgnis

    Berlin (ND). Die DDR wird nach diesem Wochenende nicht mehr sein, was sie war. Eine Zäsur sondergleichen ist angesagt. Grund genug, einigen der prominentesten Politikern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die — gleichlautende — Frage vorzulegen: Welche Erwartungen und Hoffnungen, welche Befürchtungen ...

  • Metropole mit allen zentralen Funktionen

    Berlin (ADN/ND). In einem Interview der „Frankfurter Rundschau" (Samstagausgabe) hat sich der Ehrenvorsitzende der SPD, Willy Brandt, für Berlin als künftige deutsche Hauptstadt mit allen zentralen politischen Funktionen ausgesprochen. Es sei ungerecht, die Stadt nur auf das Preußentum, die Nazis und die kommunistische Herrschaft zu reduzieren ...

  • Bald 3 Millionen ohne Job in DDR

    Frankfurt (Main) (ADN). Als

    einen „beispiellosen Gewaltakt mit völlig Ungewissem Ausgang" charakterisiert am Freitag die „Frankfurter Rundschau" die Währung«- und Wirtschaftsunion der beiden deutschen Staaten. Das Ausmaß der in der DDR drohenden Arbeitslosigkeit sei nur eine unter den vielen Unbekannten der Währungsunion. Unter ...

  • „Freiheitsbrief" der KSZE

    Kopenhagen (ADN). Das Schlußdokument der Kopenhagener KSZE-Menschenrechtskonferenz stellt nach Ansicht des dänischen Außenministers Uffe Ellemann- Jensen einen großen Schritt in Richtung eines freien und friedlichen Europas dar. Es sied ein „europäischer Friedenstonielf", der dem einzelnen Menschen Rechte gebe und den Staaten Verpflichtungen gegenüber dem eiinaetaen auferlege, erklärte er zum Abschluß der Konferenz am- Freitag ...

  • Orchestern nicht gekündigt

    Berlin (ADN). Der Generalintendant des Rundfunks, Manfred Klein, hat die zum 31. Juli 1991 angekündigten Kündigungen für Orchester und Chöre des Rundfunks zurückgenommen. Das teilte der Geschäftsführer der Orchestervereinigung der DDR, Dr. Claus Strulik, am Freitag gegenüber ADN mit. Gegen die • Auflösung der Orchester und Chöre am Rundfunk in Berlin und Leipzig hatten die Orchestervereinigung der DDR in Berlin und die Deutsche Orchestervereinigung in Hamburg protestiert ...

  • Noch 237 Ubersiedler

    Bonn. In den letzten Tagen vor Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion ging die Zahl der Übersiedler immer weiter zurück. Laut Bundesinnenministerium kamen bis Freitag morgen um vier Uhr binnen 24 Stünden nur noch 237 Übersiedler. < Seit Jahresbeginn haben 190 674 Menschen die DDR in Richtung BRD verlassen ...

  • Kurz

    Gipfel UdSSR-BRD

    Bonn/Moskau. Auf Einladung des sowjetischen Präsidenten Gorbatschow wird Bundeskanzler Kohl am, 15. und 16. Juli die Sowjetunion besuchen. Wie am Freitag verlautete, würden die Gespräche in Moskau in engem Zusammenhang mit den äußeren Aspekten der deutschen Einheit stehen.

  • Handel in harter Währung

    Moskau. Die UdSSR geht am 1. Januar 1991 im Handel mit den RGW-Ländern zu frei konvertierbarer Währung über. Darüber wurden am Freitag das RGW-Sekretariat und die Zentralbanken der Mitgliedsländer informiert.

  • Müllstreik beendet

    Berlin. Die rund 3000 Berliner Müllwerker haben ihren viertägigen Streik gestern nachmittag beendet. Möglichst noch im Juli sollen Tarifverhandlungen aufgenommen werden. (Seite 7)

  • Rebellen vor Monrovia

    Monrovia. Die Rebellen, die in Liberia für den Sturz von Präsident Doe kämpfen, sind am Freitag weiter auf die Hauptstadt Monrovia vorgerückt. Es kam zu Schießereien.

Seite 2
  • Es riecht nach politischem Straf recht

    Berlin (ND-Stemmler). Im Zusammenhang mit der Währungsunion wurden auf der Volkskammertagung am Freitag zwei Gesetze beschlossen, die auch unmittelbare Wirkung auf Kontoinhaber haben können. So werden alle Personen mit Wohnsitz in der DDR, die Anfang Juni 100 000 Mark und mehr auf einem Buchspar- oder Spargirokonto hatten, bei der Währungsumstellung erfaßt ...

  • Ein schneller Aufbruch mit sozialen Härten

    Berlin (ND). Stichtag der Währungsunion ist der morgige 1. Juli. Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens äußern, befragt nach ihren Erwartungen und Befürchtungen, ihre Meinung zu diesem Ereignis. WOLFGANG ULLMANN, Volkskammervizepräsident: Ich will mal mit den Befürchtungen anfangen. Ich denke, daß hier in der nördlichen Hälfte der DDR die Befürchtungen überwiegen ...

  • Für DDR-Autoren wenig Tröstliches vom Buchmarkt

    Nicht nur Hitze und drangvoller Enge war's geschuldet, daß die Stimmung bei der Zusammenkunft von Schriftstellern und Verlegern der „Noch "-DDR recht gereizt wurde. Die Autoren hatten am Donnerstag in ihr Verbandsdomizil eingeladen, um von kompetenter Seite zu hören, wie ihre Existenz künftig gesichert werden solle ...

  • L

    jESERBRIEFE Offener Brief an den Leiter der Buchhandlung „Karl Marx" in Gera

    Am 27. Juni 1990 wurden auf Ihre Veranlassung hin Bücher in einem Gesamtwert von 240 000 Mark zur Vernichtung in Container geworfen. Auf dem Foto (ND vom 28. Juni) entdecke ich Werke meines Freundes und Kollegen Jürgen Leskien, ich lese den Namen des weltbekannten Andre Gide, ich erfahre aus der Bildunterschrift, daß unter anderem auch Werke von Hans Maren witza und Karel Capek füsiliert wurden ...

  • Sind Streiks Gift für die Betriebe?

    Die IG Metall besitzt - zumindest in der BRD — den Ruf einer Tariflokomotive. Audi in der DDR ging die zahlenmäßig starke Branchengewerkschaft mit Volldampf in die Verhandlungen um künftige Gehälter und soziale Absicherungen. Doch die Tarifgespräche kamen am Donnerstag jäh zum Stehen, durch eine brüske Ablehnung der Unternehmerseite aus dem Gleis geworfen ...

  • Kopenhagener „Freiheitsbrief''

    Europa spreche in Sachen Menschenrechte zunehmend die gleiche Sprache, wähnte Finnlands Außenminister Paasio zum Auftakt der Kopenhagener Menschenrechtskonferenz vor vier Wochen. Nun sind vor dem Bella Center der dänischen Hauptstadt die Fahnen der 35 Teilnehmerstaaten eingeholt, der gastgebende Außenminister Ellemann- Jensen nannte das im Konsens angenommene Dokument vollmundig einen „europäischen Freiheitsbrief" ...

  • Wenn die Pferde nicht saufen...

    Einen roten Teppich rollten DDR-Premier de Maiziere und Kanzler Kohl während ihres Gipfels in Bonn vor den Spitzen der BRD-Wirtschaft aus. Denn während die Uhr der DDR-Währung abläuft, häuften sich Meldungen, Gerüchte oder Andeutungen über ein immer zögerlicheres Verhalten der bundesdeutschen Investoren ...

  • Todesschrott

    Der unlängst veröffentlichte Report der „Washington Post", der aufhellte, wie es um die in rund 20 Depots lagernde Atommunition auf dem Territorium der BRD bestellt ist, produziert Gänsehaut. Tests der Jahre 1988/89, so schrieb die USA-Zeitung, ergaben, daß die dort untergebrachten amerikanischen WP 79-Granaten defekt bis hin zur Explosionsgefahr sind ...

  • Personalien

    Erfahrener Manager

    Am Mittwoch kommender Woche will Ministerpräsident de Maiziere den Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Treuhandanstalt berufen. Es soll, wie mitgeteilt wurde, der Dortmunder Industriemanager Detlev Karsten Rohwedder sein. Der 1932 in Gotha Geborene ist seit 1980 Vorsitzender der Hoesch AG in Dortmund ...

  • Propagandawelle im Anrollen

    Berlin (ND-Rehfeldt). Mit einem Aufwand von 25 Millionen DM, die zur Hälfte von der DDR aufzubringen sind, wird in den nächsten Tagen eine Propagandawelle über die Wirtschafts-, Währungsund Sozialunion über die Bürger der DDR und der BRD hinwegrollen. Dies teilten die Pressesprecher Klein (BRD) und Gehler (DDR) am Freitag im internationalen Pressezentrum Berlins mit ...

  • Ein Maßstab für Menschlichkeit

    Ohne Ausnahme alle Parteien und Organisationen haben am 18. März versprochen, sich vor allem für die Schwachen und Behinderten einzusetzen. Nach fast vier Monaten sind es eben diese Menschen, die ohne berufliche Chance dastehen und denen zuerst gekündigt wird. Mein Beispiel steht für viele. Unser Sohn Ingo, 21 Jahre alt und schwerstbehindert, blind und hirngeschädigt, arbeitete seit 1987 in der Produktionsgenossenschaft des Blindenhandwerks in Leipzig-Markkleeberg ...

  • Männliche Wortmeldung zum § 218

    Ich lehne eine Übernahme des § 218 für die DDR ab. Unsere Frauen sollen selbst entscheiden, ob sie ein Kind austragen wollen oder nicht. Schließlich geht es um die Gesundheit unserer Frauen und Mädchen, die nicht in die Hände von Kurpfuschern gelangen sollen und dann noch dafür bestraft werden. Ich bin aber dafür, daß sie diesen Eingriff bezahlen müssen, zumindest für diese Tage keinen Lohn oder Krankengeld erhalten ...

  • Weiter Debatten um Kurt Wünsche

    Berlin (ADN). Die wiederholten Angriffe gegen seine Person sieht Justizminister Prof. Dr. Kurt Wünsche als einen Angriff auf das gesamte Kabinett de Maiziere. Zugleich äußerte er sich kritisch zu seiner politischen Vergangenheit. „Ich habe nie behauptet, daß ich in der Vergangenheit zu den engagierten und nur verdeckt agierenden Feinden des Sozialismus gezählt habe ...

  • Schnäppchen 'für die Energiehaie

    Frankfurt (Main) (ADN). Der Vertrag zur Übernahme der DDR- StromwirtschaEt durch drei BRD- Konzerne, den die DDR-Regierung unterzeichnen soll, ist „eher eine Schenkungsurkunde, streng genommen eine Kapitulationsurkunde", schreibt die „Frankfurter Rundschau" am Freitag. Ganze zwei Milliarden Mark für die Kraftwerkssanierung und magere 300 Millionen Mark zur Netz-Modernisierung bei gleichzeitigem Ausschluß sämtlicher Risiken seien für die bundesdeutschen Unternehmen „fürwahr ein Schnäppchen" ...

  • Abi. Juli für DDR kein Zurück mehr

    Washington (ADN). „Mit dem Sonntag 8.00 Uhr werden 16 Millionen Ostdeutsche Versuchskaninchen eines ungewöhnlich kühnen wirtschaftlichen wie sozialen Experiments", schrieb das „Wall Street Journal" am Freitag. Sie würden vom sinkenden Schiff des Sozialismus in das eiskalte Wasser des Kapitalismus geworfen ...

  • Vorruhestand — ein Zauberwort?

    Abteilungsleiter bekommen feuchte Augen, wenn sie langjährigen Mitarbeiterinnen als Chance einräumen, was im Falle der Weigerung sofortige Kündigung bedeutet. Jüngere Kolleginnen der Chefetagen seufzen kokett: „Ach, wäre ich doch auch schon 55." Klartext aber ist, mit dem paradoxerweise selbst einzureichenden ...

  • „ ... und dann sparen wir aufs neue"

    Manchmal, wenn mein Gehirn sich weigert, dem rasanten Lauf der Dinge in der Gegenwart zu folgen, dann tauche ich weg in die Literatur und Geschichte vergangener Jahrzehnte oder Jahrhunderte. Und da finde ich dann so etwas wie das Gedicht von Erich Kästner „Auf einer kleinen

  • DAS REDAKTIONSKOLLEGIUM

    Dr. Wolffant Spickermann (Chefredakteur); Reiner Oschmann, Michael Müller, Dieter Brückner, Dr. Roll Günther (stellvertr. Chefredakteure); Feter Berger, Karin Dörre, Gerd Prokot, Redaktlonssekretlr Reinhard GStze. Verlaesdlrektor RudoU Danek

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  • Die D-Mark kommt — Kleiner Mann, was nun?

    Von Leipzig ging der Ruf „wir sind das Volk" im vergangenen Herbst aus. Und in dieser Stadt war auch besonders rasch zu spüren und zu hören, wohin die Reise geht — „Wir sind ein Volk". Seitdem ist der Zug in Richtung deutsche Einheit in immer schnellerem Tempo gefahren. Morgen nun tritt sie in Kraft: die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion ...

  • Wissenschaftsunion verlangt

    Berlin (ND-Becker). Eine Wissenschaftsunion zwischen beiden deutschen Staaten hat am Freitag in Berlin der neue Präsident der Akademie der Wissenschaften der DDR, Prof. Dr. Horst Klinkmann, auf dem Leibniz-Tag der Forschungsstätte gefordert. Ansonsten sei eine erfolgreiche Wirtschaftsunion nur schwer vorstellbar, sagte der international renommierte Mediziner ...

  • Gelder aus dem Staatssäckel als Anschub für Bausparen

    Es war ein symbolischer Akt: Der Minister für Bauwesen, Städtebau und Wohnungswirtschaft, Dr.-Ing. Axel Viehweger, unterzeichnete während einer Pressekonferenz am Freitag in Berlin den ersten Bausparvertrag in der DDR. Er gab damit den Startschuß für eine zielgerichtete Form des Sparens und der Vermögensbildung ab 1 ...

  • Ließ Stasi-AuflöserA.F. „Brauchbares" mitgehen?

    Berlin (ADN). Gegen den Mitarbeiter des Bürgerkomitees zur Auflösung des MfS/AfNS Berlin- Normannenstraße Alexander F. ist ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen versuchten Diebstahls eingeleitet worden, informierte die Pressestelle des Innenministeriums am Freitag. „Der 44jährige "swiln'tääl.verschlossene Gästehaus* des*T1SflnP sterrates in Berlin-Kaulsdorf eingedrungen und dabei von Anwohnern gestellt und der Volkspolizei übergeben worden, wurde mitgeteilt ...

  • Ist die Polizei vorbereitet?

    Ben Dreher, Sie sind Polizeidirektor im Innenministerium. Am Wochenende wechseln rund 25 Milliarden DM ihren Besitzer. Welche Vorkehrungen wurden getroffen, daß kein großer Coup gelandet wird, daß die Angestellten der Sparkassen und Banken, alle Bürger sicher sein können, daß ihnen nicht« passiert? Wir arbeiten eng mit • den Geldinstituten zusammen, haben jede Auszahlstelle unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit für alle begutachtet ...

  • Havel zur Zukunft derCSFR Von unserem Korrespondenten FRANK GRUBITZSCH

    Prag. Das Zukunftsbild der künftigen Tschechoslowakei hat Staatspräsident Vaclav Havel am Freitag vor der Föderativen Versammlung in Prag entworfen. Er bezeichnete die Schaffung der Grundlagen eines modernen, demokratischen und pluralistischen Staatswesens als die wichtigste Aufgabe der bevorstehenden zweijährigen Legislaturperiode ...

  • Signal für KPdSU-Parteitag nun endgültig auf Gr'ün

    Moskau. Der 28. Parteitag der KPdSU beginnt nun doch programmgemäß am 2. Juli und wird voraussichtlich 10 Tage dauern. Mit einem etwa dreistündigen politischen Bericht des ZK der KPdSU an den Parteitag wird sich am Montag Generalsekretär Michail Gorbatschow an die Delegierten wenden. Diese Angaben wurden am Freitag nach einer Tagung des ZK in Moskau bekannt ...

  • Bedenken nicht gefragt

    Düsseldorf (ADN). Zu den „Bedenklichkeiten des Vereinigungsprozesses" gehört dem „Handelsblatt" zufolge, „wie die Befürworter eines allmählichen Übergangs zur Wirtschafts- und Währungsunion, nämlich Bundesbank, Zentralbankrat, zunächst auch das Bundeswirtschaftsministerium, manche Konjunkturforschungsinstitute mundtot gemacht worden sind" ...

  • Vereinigung in Hannover

    Bonn (ADN). Der Vereinigungsparteitag der FDP und der drei liberalen Parteien der DDR findet am 11. und 12. August in Hannover statt. Wie FDP-Chef Lambsdorff am Freitag in Bonn erklärte, werde nach einer Satzungsänderung durch den Hannoveraner Parteitag, die der Bundesvorstand am Freitag einstimmig befürwortet hatte, die Vereinigung der liberalen Parteien vorgenommen ...

  • International

    Meckel wirbt für Investitionen

    Rom (ADN). DDR-Außenminister Markus Meckel, der sich zu Gesprächen in Italien aufhält, traf am Freitag mit Außenhandelsminister Renato Ruggiero zusammen, um Möglichkeiten für die Intensivierung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu diskutieren. Die künftige Entwicklung auf dem Territorium der heutigen DDR dürfe kein deutsches Heimspiel werden, sagte Meckel ...

  • Jieiwohnung"

    Die aktuelle Fragestunde gehört zu den festen Volkskammer-Einrichtungen. Zu empfehlen ist ebenfalls eine obligatorische Lesestunde. Für müde oder des Lesens überdrüssige Abgeordnete, ■wie z. B. Herrn Klein von der DSV-Fraktion. Der hatte in der Diskussion am Donnerstag über das Familienrechts-Änderungsgesetz für eine direkte Übernahme des bundesdeutschen Familienrechts plädiert ...

  • 100 Tage Moratorium für Unabhängigkeit

    Vilnius (ADN). Das Parlament Litauens hat am Freitag beschlossen, die am 11. März verkündete Unabhängigkeitserklärung einzufrieren. Das Moratorium tritt mit Beginn der vorgesehenen Verhandlungen mit der Zentralregierung in Moskau in Kraft und gilt 100 Tage. Der Parlamentsbeschluß wurde mit 69 Ja- bei 35 Gegenstimmen gefaßt ...

  • Antifaschisten gründeten AG

    Berlin (ADN). Deutsche Antifaschisten, die während des zweiten Weltkrieges in den Streitkräften der Antihitlerkoalition, in europäischen Widerstandsorganisationen und in der Bewegung „Freies Deutschland" gegen das Naziregime kämpften, schlössen sich am Freitag zu einer Arbeitsgemeinschaft beim Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR zusammen ...

  • US-Generale müssen ihren Hut nehmen

    Washington (ADN). In den' kommenden vier Jahren wird das Pentagon die Zahl von gegenwärtig 1073 Generalen und Admiralen auf 995 verringern, teilte das USA-Verteidigungsministerium am Donnerstag mit. Der sich aus Kürzungen des Verteidigungsetats ergebene personelle Einschnitt werde sich nach Angaben eines Sprechers nicht ohne Entlassungen verwirklichen lassen ...

  • Linke in Bulgarien formiert sich neu

    Sofia (ADN). Nach dem knappen Wahlsieg der Bulgarischen Sozialistischen Partei (BSP) will sich ein Teil der fLinken , neu ; formieren. Die Zeitung „Duma" meldete am Freitag, daß für den 28. und 29. Juli eine nationale Konferenz der Klubs für radikale Veränderungen in der BSP und ihrer Sympathisanten einberufen wurde ...

  • 9000 ohne Lehrvertrag

    Berlin (ADN). Etwa 9000 Schulabgänger der DDR sind derzeit ohne Lehrverträge — vorwiegend Mädchen und Abgänger der 8. Klasse. Rund 3000 Lehrlingen wurden bisher von Betrieben die Lehrverträge gekündigt. Laut Regierungsverordnung sind alle Auszubildenden, die sich im zweiten beziehungsweise dritten Lehrjahr befinden, bis zum Berufsabschluß zu führen und die Lehrverträge zu erfüllen ...

  • Hunderttausende Russen auf der Flucht

    Moskau (ADN). Aus Furcht vor neuen nationalistischen Gewalttätigkeiten und sozialem Elend wollen Hunderttausende Russen die Krisengebiete im Kaukasus, Mittelasien und im Baltikum verlassen. Nach Moskauer Presseberichten sitzen allein im usbekischen Andishan 135 000 Menschen auf gepackten Koffern. In der tadshikischen Hauptstadt Duschanbe warten 196 000 auf eine Ausreisemöglichkeil in andere Regionen des Landes ...

  • Jetzt ohne Importsteuer

    Berlin (ADN). Die DDR-Regierung hat die geplante Einführung einer elfprozentigen Importsteuer für westliche Konsumgüter rückgängig gemacht. Wie das Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte, folge es damit dem Volkskammerbeschluß vom Vortage. Zur Unterstützung der Unternehmen werde den Herstellern für die bereits veröffentlichten 33 Warenpositionen eine Steuerrückvergütung gewährt ...

  • EKO und Krupp kooperieren

    Eisenhüttenstadt (ADN). Die Varstandsvonsitzenden der. BKO Stahl AG, Eisenhüttenstodt, und der Krupp Stahl AG, Bochum, Dr. Karl Döring und Dr. Jürgen Hanisch, haben am Freitag im Beisein von DDR- Ministerpräsident Lothar de Maiziere eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Ziel des bis 1994 laufenden Vertrages ist es, die Erzeugungsanlagen der Partner optimal zu nutzen und insbesondere die Kapazitäten der Werke Eisenhüttenstadt und Rheinhausen möglichst hoch auszulasten ...

  • AIDS unaufhaltsam auf dem Vormarsch

    Genf (ADN). Bis Ende Juni hat sich die Zahl der AIDS- Fälle weltweit gegenüber dem Vormonat um 3000 auf insgesamt 266 098 Erkrankungen erhöht. Das geht aus einem am Freitag von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf veröffentlichten Bericht hervor, der Angaben aus 156 Ländern zusammenfaßt. In Europa nehmen Frankreich mit 9718, Italien mit 6068, Spanien mit 5295 und die BRD mit 4863 AIDS-Erkrankungen die Spitzenpositionen ein ...

  • 1,25 Mrd. an UdSSR für Truppen in DDR

    Bonn (ADN). Die Sowjetunion erhält für ihre in der DDR stationierten Truppen in der zweiten Jahreshälfte 1,25 Milliarden D-Mark. Darauf haben sich laut dpa die Regierungen der DDR und der Sowjetunion in Abstimmung mit der Bundesregierung verständigt. Im Zusammenhang mit der am Sonntag bevorstehenden Währungsumstellung sei ferner vereinbart worden, daß die sowjetischen Soldaten ihre Ost-Mark-Guthaben bei den Feldbanken generell 2:1 umtauschen dürfen ...

  • „Leuchtender Pfad" schlug wieder zu

    Lima (ADN). Insgesamt 34 Menschen sind am Mittwoch vom peruanischen „Leuchtenden Pfad" in dem Andenort Choras erschossen worden. Wie AP unter Berufung auf Behörden meldete, handelte es sich bei den Ermordeten um Angehörige der Bürgerwehr und Dorfbeamte aus drei Bergdörfern. Sie waren von rund 200 Extremisten zusammengetrieben, von einem „Revolutionsgericht" abgeurteilt und dann auf dem Marktplatz niedergeschossen worden ...

  • „OibE"-Liste ist fertig

    Berlin (ADN). Eine Liste mit den Namen von ungefähr 2000 „Offizieren im besonderen Einsatz" („OibE") ist in der Nacht zum Donnerstag „in aller Eile fertiggestellt" und dann am Vormittag dem zuständigen Sonderausschuß der Volkskammer übergeben worden. Wie die Zeitung „Der Morgen" in ihrer Freitagausgabe berichtet, ermittle dieser Ausschuß , inzwischen gemeinsam mit dem Bürgerkomitee intensiv alle „OibE "-Fakten ...

  • Versicherungen werden künftig versteuert

    Berlin (ADN). Mit dem Inkrafttreten des Versicherungssteuergesetzes am 1. Juli 1990 sind die Versicherungsunternehmen verpflichtet, eine Steuer von sieben Prozent, bezogen auf die Beiträge, zu erheben. Davon ausgenommen sind die Lebens- und die Krankenversicherung. Die Unternehmen, darunter auch die Deutsche Versicherung AG, werden diese Steuer einziehen und an die Finanzämter abführen ...

  • Hauptbahnhof ist nun wirklich Hauptbahnhof

    Berlin (ADN). Alle Schnellzüge zwischen der DDR und der BRD, die bisher in Berlin- Friednichstraße begannen und endeten, werden ab 1. Juli 1990 auf dem Bahnhof Berlin- Hauptbahnhof ihre Fahrt beginnen oder beenden. Neue Unterwegshalte wird es für verschiedene Zugverbindungen in Potsdam-Stadt, Magdeburg, Halle/Saale, Reichenbach (Vogtl ...

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  • Auch Ostasiens erstarrte Nachkriegsordnung zusehends in Bewegung

    Während die bevorstehende deutsche Vereinigung das baldige Ende der Nachkriegsära in Europa ankündigt, geraten auch in Ostasien die über Jahrzehnte erstarrten Strukturen in Bewegung. Gorbatschows Perestroika, der Abbau des Ost-West-Gegensatzes und insbesondere die sowjetisch-amerikanischen Übereinkommen ...

  • „DDR-Lösung" wünsche ich kubanischen Freunden nicht

    Als ich den Beitrag „Statt Internationalismus künftig .Realismus'", ND vom 19. Juni 1990, las, sagte ich mir: Es wurde höchste Zeit, ein offenes Wort zum Thema Kuba zu sagen. Denn seit geraumer Zeit, genauer gesagt seit der Wende, verfolge ich besonders aufmerksam alles das, was über Kuba in unserem Blätterwald geschrieben wird ...

  • Europa rechnet mit Italien

    Wenn es in einem hierzulande verbreiteten Werbespot heißt „Europa rechnet mit Italien", dann sind ausnahmsweise nicht die Fußballweltmeisterschaften gemeint. Am 1. Juli übernimmt Italien für ein halbes Jahr die EG-Präsiden tschaft-, ßofn begreift das Amt als eine Herausforderung, denn dieses Halbjahr kann zu einem Wendepunkt nicht nur für die Zusammenarbeit innerhalb der EG werden, sondern auch bei der Schaffung der Grundstrukturen des europäischen Hauses ...

  • Panamas Führung in der Zwickmühle

    Die von Washington nach der Invasion in Panama eingesetzte Regierung benimmt sich weiter unbotmäßig. Schon das störrische! Beharren auf zugesagter wirtschaftlicher Hilfe, anfangs war von einer Milliarde , Dollar die Rede, später noch von 420 Millionen, geht dem großen Nachbarn im Norden auf die'Nerven ...

  • Jordanien verlangt Kader-Reparationen

    Jordaniens Kronprinz Hassan hat die arabischen Golfstaaten aufgefordert, einen Bildungs-Ausgleichsfonds einzurichten. Daraus sollen gewissermaßen Reparationen an jene gezahlt werden, die den ölländern en gros qualifizierte Arbeitskräfte „liefern". Amman selbst sieht sich als eine Art Schule der Region, denn ein Drittel aller einheimischen Spe&M- sten — etwa 300 000 Jordanier — sind in arabischen Nachbarstaaten tätig ...

  • Österreich kritisiert Blockierung in Wien

    Wien (ADN). Österreich hat am Freitag scharf die Blockierung bei den Wiener Verhandlungen über Vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen in Europa durch „extreme Positionen" der USA und der UdSSR kritisiert. Delegationsleiter Martin Vukovich erklärte vor der Presse, die andauernde Kontroverse zwischen den Supermächten verhindere Fortschritte in zentralen Bereichen ...

  • In einem Satz

    DIE FRANZOSISCHE SO- CIETE GENERALE und die tschechoslowakische Komercni Banka haben die Gründung der ersten Bank mit ausländischer Beteiligung in der CSFR vereinbart. BEI SPEKULANTEN wurden im Vorjahr in der UdSSR Bier, Wein und Wodka im Wert von 1,2 Milliarden Rubel gekauft, meldete „Rabotschaja Tribuna" ...

  • Suche nach Palmes Mörder geht weiter

    Stockholm (ADN). Vier Jahre und vier Monate nach der Ermordung Olof Palmes halten die Ermittlungen an. Eine 25 Mann starke Gruppe der Stockholmer Polizei ist nach wie vor damit befaßt, den vielen, allerdings eher undeutlichen Spuren nachzugehen. Etwa 50 000 Namen sind in ihren Computern gespeichert. Neben Gewaltverbrechern und möglichen Tätern gehören dazu auch Leute, die zu Palmes Lebzeiten in dieser oder jener Form Haß auf den ehemaligen schwedischen Premier äußerten ...

  • Bush ersucht Senat um Ratifizierung

    Washington (ADN). USA-Präsident Bush hat den Senat offiziell ersucht, die amerikanisch-sowjetischen Verifizierungsprotokolle über Atomtestverträge aus den 70er Jahren zu ratifizieren. Die Protokolle waren am 1. Juni dieses Jahres während des Gipfeltreffens mit Gorbatschow in Washington unterzeichnet worden ...

  • Moskau verzichtet auf Transferablen Rubel

    Moskau (ADN). Die Sowjetunion beabsichtigt, in den nächsten Tagen ihren Austritt aus den Vereinbarungen über den kommerziellen Zahlungsverkehr mit den RGW-Ländern in Transferablem Rubel zu erklären. Das berichtete die Presseagentur Nowosti am Freitag unter Berufung auf den stellvertretenden Regierungschef Stepan Sitarjan ...

  • Sri Lanka: Kampfkraft der „Tiger" läßt nach

    Colombo (ADN). Die von den „Befreiungstigern von Tamil Eelam" (LTTE) am 11. Juni gestartete neue blutige Offensive gegen die Regierungstruppen Sri Lankas, mit der die Errichtung eines Separatstaates im Norden der Insel erzwungen werden sollte, hat offenbar ihr Ziel verfehlt. Wie am Freitag aus Regierungskreisen in Colombo verlautete, habe die Kampfkraft der „Tiger" sichtlich nachgelassen ...

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    Westen vor Isolierung der UdSSR gewarnt

    Wien (ADN). Vor einer Isolierung der Sowjetunion hat der Direktor des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) in London, Frangois Heisbourg, den Westen gewarnt. Es müsse der Eindruck vermieden werden, „daß er die Sowjets aus einem künftigen europäischen Sicherheitssystem ausschließen oder sie demütigen will", sagte er der Wiener „Wochenpresse" ...

  • Lusaka: Militär stürmte Universität

    Lusaka (ADN). In der sambischen Hauptstadt haben Soldaten am Freitagmorgen die Universität gestürmt und vorübergehend von der Außenwelt abgeschlossen. Journalisten wurde der Zutritt zu dem Gelände verwehrt. Ihnen wurde lediglich mitgeteilt, daß die Studenten mit Bussen fortgebracht werden sollten. Studenten hatten nach drastischer Erhöhung der Maismehlpreise massiv den Rücktritt von Präsident Kenneth Kaunda gefordert ...

  • Straße geschmiert

    Philippinische Bankräuber haben sich In Manila ihrer Verfolger auf spektakuläre Weise entledigt. Nach Angaben der Polizei warfen sie einen Teil ihrer Beute in Höhe von umgerechnet rund 160 000 DM auf die Straße. Passanten hätten die Verfolgung der Täter abgebrochen und sich auf die Geldscheine gestürzt ...

  • „Eingreiftruppe" gegen Ozonkiller macht mobil

    Versiegender Brunnen in der mocambiquischen Provinz Zambezia. 'Der Schöpflöffel wird kaum noch voll. Gelingt es nicht, die Ozonhülle der Erde zu schützen, könnten soiehe Bilder auch anderswo alltäglich Foto:ADN/AIM

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  • Mit der letzten DDR-Mark in der „Letzten Instanz"

    Sie kannten sich vorher nicht, die beiden Familien aus dem Westund dem Ostteil Berlins. ND bat beide vier Tage vor dem Tag X zu einem deutsch-deutschen Familienstammtisch in die „Letzte Instanz". Es sollte vor allem rund ums „harte" Geld gehen und die Frage: Wie kommt man damit in West und nun auch in Ost am besten über die Runden? Doch die DDR-Familie — er Maschinenschlosser in der Berliner Werkzeugmaschinenfabrik, sie Kindergärtnerin — hatte zunächst andere Sorgen ...

  • In 8 Monaten vom Begrüßungsgeld zur Währungsunion

    Am Sonntag wird die DDR in die Volkswirtschaft der Bundesrepublik eingegliedert und die DDR- Mark in D-Mark umgerubelt. Die Bundesbank wird die Währungspolitik der DDR bestimmen, die ihre währungspolitische Souveränität aufgibt. „Kommt die D- Mark nicht zu uns, kommen wir zu ühr" — nach diesem Rlutf gewann die Idee einer Währungsunion eine kaum vorstellbare Eigendynamik ...

  • Über 10000 Zusatzschalten

    Die Aktion „Währungsumstellung" tritt nun auch für die Sparkassen in ihre heißeste Phase: Am 1. Juli wird auf die Auszahlungsquittuncen erstmals DM ausgezahlt. Rechnen Sie mit einem Run auf die Kassen? Für die über 21 000 Mitarbeiterinnen der 196 Sparkassen der DDR mit ihren nahezu 3000 Geschäftsstellen waren bereits die Wochen vor dem 11 ...

  • DDR-Pfennig überlebt den TagX— wer nimmt ihn noch?

    Der DDR-Pfennig überlebt den Tag X! Obwohl einer Reihe von konservativen Abgeordneten die DDR-Staatssymbole Hammer, Zirkel und Ährenkranz so anrüchig erschienen, daß man sie über Nacht aus dem Tagungssaal der Volkskammer reißen ließ, scheinen sie sich der Macht des Geldes gebeugt zu haben. Geld stinkt nicht, wußten schon die alten Römer! Also auf dem Pfennig und seinen Schwestern im Wert des Fünf-, Zehn-, Zwanzigund Fünfzigfachen lebt die souveräne DDR im kleinen Kreis noch ein bißchen weiter ...

  • Statt Silberhochzeit Schein-Ehe hinterm Schalter

    Als „Mädchen für alles", so fühlte sich Ursula Heynemann in den letzten Tagen und Wochen. Die Finanzwirtschaftlerin aus der Stadt- und Saalkreissparkasse ordnete beispielsweise die Traube von Kunden vorm Eingang. Ein anderes Mal saß sie hinterm Schalter im Kassenraum, dann wieder an der keineswegs leistungsfähigen Datenerfassungstechnik zur Umstellung und Umbewertung der Konten ...

  • So ist das Leben

    Ein Angestellten-Magazin der BRD wirbt in seiner Juni-Ausgabe für „Thafs Life", ein neues Spiel fürs Leben. Dabei sei egal, ob bei einem Mitspieler das Leben ein wenig aus dem Ruder läuft oder eine Glückssträhne be-. gönnen hat. Auch wem noch 99 Pfennige an der Mark (gemeint ist sicher die D-Mark) fehlen, sollte sich nicht davon abhalten lassen mitzuspielen; ebenfalls jene nicht, deren Karriere unaufhaltsam nach oben geht ...

  • Kursbewegung an BRD-Aktien börsen

    Mit dem Näherrücken der Währungsunion sind die Aktienkurse bundesdeutscher Unternehmen wieder stärker in Bewegung geraten. Der aus 20 wichtigen Werten errechnete Deutsche Aktienindex (DAX) lag am Donnerstag bei 1895,17 Punkten und stieg damit bei teils größeren Schwankungen innerhalb einer Woche um 31,60 Punkte ...

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  • Wie sind Sie auf die harte D-Mark(t)-Zeit vorbereitet?

    Die D-Mark ist im Lande, bestimmt Handel und Wandel. Das andere Geld, das Kapital, das dringend zur Ankurbelung der Betriebe, zur Belebung der Wirtschaft überhaupt, gebraucht wird, läßt auf sich warten. Warum auch immer. Westliche Investoren halten sich jedenfalls zurück, östliche Regierende machen es den frischgebackenen einheimischen Unternehmern, Geschäftsführern, Selbständigen auch nicht gerade leicht ...

  • R

    GELD Vergleiche zahlen sich fürs Familienbudget aus

    Nicht nur in der Wirtschaft muß von nun an strenger denn je der Finger auf jeden Finanzposten gelegt werden, auch im Umgang mit dem Familienbudget sind in den nächsten Wochen wohl häufiger Finanzplanungen nötig. Gewohnheiten im Umgang mit dem Geld behalten nicht unbedingt ihre Gültigkeit. Ehemals fixe Größen auf der Habenseite geraten ebenso in Fluß wie die Höhe und Struktur der Ausgaben ...

  • Markt ab Montag — wer kauft, braucht hundert Augen

    Der Markt lehrt kaufen und verkaufen. Ab 1. Juli uns alle — die Kunden und Produzenten, aber auch die Händler. Gerade das brauchen diejenigen aus dem anderen Deutschland nicht zu lernen, die in den letzten Tagen ihre LKW-Konvois über DDR-Straßen schickten, um Ware anzuliefern. Werden sie die lachenden Dritten sein? ND-Korrespondenten machten sich auf die Reise durch unser Ländchen, um zu erfahren, was den Käufer ab Montag in den Geschäften erwartet ...

  • Ruhig Blut und Angebote prüfen

    Was würden Sie den DDR- Bürgern für den morgigen Gang zur Sparkasse empfehlen? Ruhig Blut vor allem, niemand wird bei der Umstellung auf und der Auszahlung von D-Mark zu kurz kommen. Es ist bestens vorgesorgt. Wenn Sie die D-Mark in der Hand haben, sollten Sie sich in den ersten drei, vier Wochen erst einmal die Angebote ansehen, wie man das Geld anlegen kann, statt es überstürzt auszugeben ...

  • Bald auch jede Menge Plastikgeld

    Mit der Währungsunion beginnt in der DDR auch eine neue Epoche des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. ND sprach darüber mit Detlev Buchal, Sprecher der Geschäftsführung der Gesellschaft für Zahlungssysteme (GZS), Frankfurt (Main). Welche neuen Formen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs mit dem Plastikfeld kommen auf die DDR-Bürger zu? Mit der Einführung der D-Mark werden Banken und Sparkassen in der DDR die in der Bundesrepublik üblichen Kreditkarten anbieten ...

  • \ erbrauchertip: Kreditzinsen

    Berlin (West) (ADN). Erhebliche Unterschiede weisen die Zinsen für Ratenkredite bei den Banken in Westberlin auf. Bei einer Laufzeit von 47 Monaten bietet die Wüstenrot Bank AG für einen 8000 DM-Kredit den günstigsten Zins. Er beträgt bei einer Monatsrate von 213,60 DM 12,50 Prozent. Der Kunde muß also für den 8000 DM-Kredit rund 10 039 DM an die Bank zurückzahlen ...

  • Für ND die Preisliste ein wenig gelüftet

    Wos erwarten mich am Montag für Preise? Da sie ab 1. Juli frei sind - das heißt, jeder Händler macht seine -, kann es darauf keine für alle gültige Antwort gelben. Um dem im solchen Dingen fast ungeübten DDR-Bürger den ersten Schritt in die „neuen" Geschäfte zu erleichtern, hatte NÖ bereits am 20. Juni ...

  • Was kostet die Karte?

    Es wird eine Jahresgebühr entrichtet, die das jeweilige Kreditinstitut bestimmt. Sie ist abhängig von Leistungen, die mit der Karte verbunden sind. Die Eurocard-Standardkarte (etwa 40 DM/ Jahr) beispielsweise ist in der Bundesrepublik mit einer Unfallversicherung gekoppelt, an der sogenannten Goldkarte (etwa 130 DM/Jahr) hängt ein ganzes Bündel Versicherungen ...

  • Bezeichnung

    Australische Dollar Belgische Franc Dänische Kronen Finnische Markaa Französische Franc Griechische Drachmen Britische Pfund Sterling Irische Pfund Italienische Lire Japanische Yen Holländische Gulden Norwegische Kronen Österreich. Schillinge Portugiesische Escudos Schwedische Kronen Schweizer Franken ...

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  • M.

    EINE SICHT

    NEUE ADRESSE. Das Konsultations- und Informationszentrum beim Parteivorstand der PDS ist ins Haus Am Köllndschen Park 6/7 umgezogen. Der .Besucherservice (Zimmer 210) ist'erreich, bar;TüiH ter Tel. 2 74 06 95^ Das Zentrum ist montags bis freitags 8 bis1 20 Uhr geöffnet. CSD-FEXEN. Zum 12. Mal begehen heute Berliner Homosexuelle den internationalen Christopher Street Day ...

  • Wohnungen unterm Hammer

    Zwangsversteigerung einer Eigentumswohnung im Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg am Donnerstag: ein Routinefall und ein „kleiner Fisch" obendrein. Die Dresdner Bank will von einem Herrn Meyer in Neu-Ulm Schulden eintreiben und sich durch die Versteigerung seiner vor einigen Jahren erworbenen Wohnung im ersten Stock des Hauses Planufer 77, ganz passabel am Landwehrkanal in Kreuzberg gelegen, schadlos halten ...

  • Friedrichstraße ab Montag kein Sackbahnhof

    Dieses Wochenende, das der „harten Mark" gehört, beschert uns in Berlin und drumherum auch eine Art „Verkehrsunion". Straßen werden wieder zusammengefügt, stillgelegte Bahnhöfe geöffnet. Auskünfte zu manchen Details anhielten wir von Hftrtmut Ratz, im Magistrat für das weite Feld des Verkehrswegebaus zuständig ...

  • Ist die Tram bald passe?

    Der neue Magistrat tut gewiß gut daran — da wir in veränderte gesellschaftliche Verhältnisse hineinschlittern -, bei seinen erfahrenen Westberliner Freunden ein wenig in die Lehre zu gehen. Ist es aber sinnvoll, Westberliner Modelle, wie anzunehmen ist ungeprüft, einfach zu übernehmen? Manches überrollt uns jetzt vom Westen ...

  • 9Kulturtarife6 zwischen 1:1 und Höhenflug;

    (ND). Wie geht es bei den „Kulturtarifen" in unserem Teil der »Stadt weiter —.oder aufwärts? Dies ist der Stand unserer Ermittlungen: An den Theatern wird noch über die Höhe der Preisregulierungen — nach oben — nachgedacht. Wirksam werden sie erst in der nächsten Spielzeit. Schauspielhaus und Staatsoper rechnen zum Beispiel mit 4 bis 50 DM pro Karte ...

  • Öko-Kunst am Fernsehturm

    Die Ausstellung „Kunstpreis Ökologie" ist seit Donnerstag im Ausstellungszentrum am Fernsehturm geöffnet. Das ist die dritte Station nach der Westberliner Premiere im Mai. Die AEG Hausgeräte Aktiengesellschaft Nürnberg ist Sponsor des Preises, der 1989 zum zweitenmal von ihr ausgeschrieben wurde. Dazu reichten Teilnehmer aus der Bundesrepublik und Österreich insgesamt 340 Arbeiten ein ...

  • MITTE

    U-BAHN-KUNST. Ein Galerie-Besuch für 20 Pfennig plus einer kostenlosen U-Bahn- Fahrt? Seit Freitag ist dazu Gelegenheit — auf dem Bahnhof der Linie A am Alex. 31 vor allem (Ost)-Berliner Künstler der Arbeitsgruppe „Stadtbilder" gestalteten die „Umwelt Bilder, Um Weltbilder". Jüngst hatten die BVB für jede Wandfläche 18 Mark pro Tag gefordert ...

  • TEMPELHOF

    KRUPP-JUBILÄUM. Mit einem Altberliner Fest im Zelt auf dem 110 000-Quadrat-Meter-Firmengelände unter dem Motto „Vom Eisen zum Stahl — von Druckenmüller zu Krupp" feierte am Freitag eine Westberliner Firma ihr 125jähriges Bestehen: der Krupp Stahlbau Berlin am Teltowkanal in Tempelhof. Das Jubiläum (ND dankt für die freundliche Einladung) ist insofern für die Stadtgeschichte wichtig, als die traditionsreiche Firma mit einigen notorisch stadtbekannten Stahlbauten verbunden ist ...

  • KÖPENICK

    UMWELTSCHUTZ. Der Berliner Stadtbezirk Köpenick erhält nun doch eine Abteilung Umweltschutz. Einen entsprechenden Beschluß faßten — einem Antrag der SPD/CDU- Koalition folgend — die Köpenicker Abgeordneten, deren Gremium nun nach Westberliner Vorbild Bezirksverordnetenversammlung heißt. Auf der ersten ...

  • Rechtlich unbedenklich

    (ADN). Der Generalstaatsanwalt der DDR hat in einem Brief an Berlins Oberbürgermeister Tino Schwierzina erklärt, daß er keine Veranlassung sehe, gegen den Magistratsbeschluß 27/90 tätig zu werden, da der Verdacht eines Rechtsbruches nicht gegeben sei. Die Erklärung steht im Zusammenhang mit einer Anfrage des Sprecherrates der Gewerkschaft Kunst, Kultur und Medien vom 12 ...

  • POLIZEINACHRICHTEN

    Mithilfeersuchen

    In der Nacht zum Donnerstag wurde die 47jährige Gisela Braun in ihrer Wohnung in der Wilhelm- Pieck-Straße tot aufgefunden. Es besteht der Verdacht eines. Tötungsverbrechens. Die Tote ist 1,70 Meter groß, schlank, hat ein ovales Gesicht und graumeliertes gewelltes Haar. Sie trug zeitweilig eine Brille und war zur Tatzeit mit braunem Rock, weißem Pullover, weißer Kostümjacke und hellen Schuhen bekleidet ...

  • Müllplatz Liebknechtstraße

    So sah es bis gestern nachmittag noch an der Karl-Liebknecht^Straße aus. Inzwischen sind die Berliner Müllwerker dem durch ihren Streik beträchtlich angewachsenen Unrat zu Leibe gerückt. Am Vormittag war im Roten Rathaus Einigung erzielt worden, daß dem gestiegenen Müllanfall vorrangig durch Einsatz neuer Techniken und zusätzliche Arbeitskräfte begegnet werden soll ...

  • Hoteldiebstahl

    Wie von uns bereits gemeldet, wurde einem bulgarischen Touristen aus seinem Zimmer im Hotel „Stadt Berlin" Geld gestohlen. Von einem verschlossenen Raum und 10 000 Mark war in diesem Zusammenhang in der von der VP übermittelten Information die Rede. Wie uns nunmehr die Geschäftsführung des Hotels und dasVP-iPräsidium mitteilten, hatte der Geschädigte jedoch die späteren Täter, zwei BRD-Bürger, im Zug kennengelernt und entgegen der Hotelordnung mit aufs Zimmer genommen ...

  • LICHTENBERG

    ABGEFISCHT. Tierparkdirektor Prof. Dr. Dr. Dathe ist pfiffig - eigentlich nichts Neues. Noch rechtzeitig am Freitag glitt sein Blick einmal weg von den Vier- und anderen Beinern hin zu den Teichen. Helle Aufregung. Da lagen noch jede Menge — einige tausend, hofft man — Ost- Märker drin. „Abfischen" der Teiche im Friedrichsfelder Park war angesagt ...

  • Triebtäter gefaßt

    Ein couragierter Bürger stellte am Donnerstag gegen 22.30 Uhr im Pankower Heegermühler Weg den 20jährigen Tobias F., der versucht hatte, eine 17jährige zu vergewaltigen. F. ist der Kripo bereits durch ähnliche Delikte bekannt.

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  • Letzte Runde im Tempolauf _Ki

    AJRZ Von JÜRGEN HOLZ

    Der Tempolauf im deutsch-deutschen Vereinigungsrennen — vor drei Monaten mit dem ersten Sportgipfel von DSB und DTSB in Hannover gestartet — ist nunmehr in die letzte Runde gegangen. Seit dem jüngsten Spitzengespräch in Berlin (West) ist das Vereinigungskonzept beschlossen. Sprachen am Anfang des Weges ...

  • Von ECKHARD GALLEY

    Durch die Fußball-WM ist das Geschehen um den Ball im eigenen Land etwas in den Hintergrund gerückt. Völlig zu unrecht, denn dieser Tage fallen in den Büros des Verbandes und der Vereine wichtige Entscheidungen. Egal, was entschieden wird, der Fußball wird immer rollen, auch zwischen Warnemünde und Aue ...

  • Delikates Thema: Kicker-Sexualität

    Für die bundesdeutschen Kicker bei der WM war das bisher jedenfalls nicht ein Problem, was manchem italienischen Balltreter auf der Seele lag: die strenge Abschirmung von der Lebensgefährtin. Über dieses delikate Thema kann heute lockerer geschrieben werden als noch vor zehn oder 20 Jahren: Wie halten ...

  • BRD-Elf optimistisch, aber nicht übermütig In Leipzig dann nur noch eine Hymne?

    Nach drei Tagen WM-Pause müssen die acht noch im Wettbewerb stehenden Mannschaften am Sonnabend und Sonntag nun aufs Ganze gehen. Nur ein Sieg, selbst wenn er erst beim Elfmeterschießen zustande käme, erhält die Chance, Weltmeister zu werden. Dieses Ziel verfolgen alle, doch hat dieses Viertelfinale natürlich seine Favoriten ...

  • Kein Außenseiter-Tip

    Argentinien—Jugoslawien, Sa 1" Konrad Welse: 1:0. Ich glaube nicht, daß viele Tore fallen. Eberhard Vojel: 2:0. Der Weltmeister ist der klare Favorit. Rudi Glöckner: 1:0. Ein jugoslawischer Sieg ist kaum vorstellbar. Italien-Irland, Sa 21 Uhr Konrad Weise: 2:0. Die Italiener dürfen einfach nicht verlieren ...

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  • „KAISERWETTER" in KA YSERSBERG

    Doch viele Winzer sinü trotz des ungemütlichen Wetters noch am Spätnachmittag auf ihrem Berg zu Gange, binden Reben an, lockern den Boden ... Offenbar hält man's auch hier mit der Regel „Sich regen bringt Segen" ... In Kaysersberg machen wir Halt. Wegen Albert Schweitzer. Der protestantische Pfarrer und hochtalentierte Organist, der als 30jähriger noch ein Medizinstudium begann, um seinen gequälten Mitmenschen mehr als nur Trost zu spenden, wurde 1875 hier am Fuß der Vogesen geboren ...

  • Geschichte läßt sich nicht zudecken, man muß sich ihr stellen

    Mit dem sowjetischen Historiker und Publizisten LEW BESYMENSKI sprach DIETER WOLF

    ren. Über den Verwendungszweck des Geländes um den Führerbunker, wo, wie gesagt, die Neue Reichskanzlei stand, sollte man in der Tat, jetzt, wo die Mauer verschwunden ist, ernsthaft nachdenken. Herr Besymenski, wenn wir die Sache richtig sehen, hatten die SiegermSchte einschließlich der UdSSR nach Kriegsende die Ab-, sieht, alle baulichen Spuren des Faschismus, die einen hohen Erinnerungswert besauen, zu tilgen ...

Seite 10
  • Eine wirklich historische oder eine neue dogmatische Sicht?

    In unserer Geschichtsschreibung werden endlich „weiße Flekken" aufgearbeitet. Überwunden werden einstige Glorifizierungen ebenso wie Ängste vor „heißen Eisen". Die so häufig in der Vergangenheit „vergessene" Dialektik der Geschichte kommt wieder zu ihrem Recht. Gleichzeitig zeigen sich aber gelegentlich neue Einseitigkeiten, subjektivistische Interpretationen und dogmatische Vereinfachungen ...

  • Das Fortschrittsrisiko drängt auf neues Denken

    Die Bergpredigt preist sie selig, die Leidtragenden, Sanftmütigen, die Barmherzigen, Friedfertigen und Gerechten. Sie werden den überweltlichen Zuspruch brauchen, denn die Bergpredigt, mit welcher der mehrheitlich gewählte Ministerpräsident unseres Landes seine politische Laufbahn begann, hält ihm und seine christliche Parlamentsmehrheit nicht davon ab, sie dem eisigen Wasser einer übermächtigen Konkurrenz auszusetzen ...

  • Unterschiedliche Kulturen

    Die Annäherung der Parteienund politischen Organisationslandschaft in beiden Teilen Deutschlands vollzieht sich bereits. Auch dort, wo Parteien und Organisationen in der BRD und der DDR schon .heute „grundsätzlich übereinstimmen", wird das kein glatter Gang. Unterschiedliche politische Kulturen und politische Erfahrungen treffen aufeinander ...

  • Varianten

    Welche Argumente und Möglichkeiten zeigt die bisherige Diskussion? 1. Eine Ausweitung der PDS so, wie sie heute ist, auf die Bundesrepublik Welche Argumente werden dafür uns dagegen eingebracht? Die Karikatur: Harald Kretzschmar PDS ist die größte sozialistische Partei in Deutschland. In ihrem nicht abgeschlossenen Erneuerungsprozeß liegt die Möglichkeit eines vollständigen Bruches mit dem Stalinismus und eines pluralen sozialistischen Konzepts ...

  • INGE MEYER

    Breitenbrunn, 9434 Gerade wir Frauen können viel in die linke Bewegung einbringen, weil wir oft toleranter und zäher sind. Ich brauche wohl nicht zu betonen, daß dies historische Wurzeln hat, ganz einfach mit der Rolle der Frau zusammenhängt. Der Beitrag von „Lisa" war ganz konkret auf die Sorgen und Probleme der Frauen in der Gegenwart gerichtet ...

  • Parteiengründung und Wahlkandidatur voneinander trennen

    Die Weichen zur Vereinigung nach Artikel 23 sind gestellt. Offen sind die Formen und einige konkrete Inhalte, die dieser Prozeß annimmt. Unklar ist noch die Art möglicher gesamtdeutscher Wahlen. In einem kurzen, überstürzten Galopp entsteht ein kapitalistisches Deutschland, das Mitglied der EG ist und in irgendeiner Form mit der NATO verbunden sein soll ...

  • Gegenkonzept fehlt

    „Eingriffsnotwendigkeit' liegt auf der Hand. Vorstellungen sind nötig für eine demokratische Republik, die nicht deutschlandborniert sind, sondern Verständnis für die soziale Frage in ihren internationalen Dimensionen entwickeln. Nicht in der Beschreibung der angeblichen Effektivität der Marktwirtschaft dürfen sie sich erschöpfen ...

  • Was im Bewußtsein bleibt

    Ich halte die von Katharina Oßke und Aäman Ibrahim getroffene Bemerkung, daß die vergangenen 40 Jahre DDR als Versuch des Sozialismus in das politische Bewußtsein eingehen werden, für außerordentlich richtig und bedeutsam (ND vom 9./10. Juni 1990, S. 10). Ich bin in diesem System aufgewachsen (Jahrgang 1964) und hätte gerne länger darin gelebt ...

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  • Das Theater des Peter Stein — sensibler noch als ein Seismograph

    ben des Straßenkehrers Auguste G." von Armand Gatti inszenierte, wurde die Schaubühne von einem Kritiker „Ideales kommunistisches Agitationstheater mit modernsten Mitteln" genannt. Solch Ruch „linker" Ambition begleitet die Truppe bis in die Gegenwart. Der Regisseur Peter Stein, der in München und Bremen auf sich aufmerksam gemacht hatte, begann seine Arbeit in Berlin programmatisch ...

  • Gediegene Kontinuität kaum Spektakuläres

    Noch bis zum 8. Juli ist im Kulturpark Rotehorn in Magdeburg die Ausstellung des Verbandes Bildender Künstler Region Magdeburg zu sehen. Rund 500 Arbeiten von 109 Autoren aus dem Bezirk wurden bereits im Juni 1989 durch eine Auswahlgruppe zusammengestellt. Im Vorfeld der Eröffnung gab es deshalb heftige Debatten über eine Aktualisierung der Ausstellung ...

  • Intermezzo mit einer Magd

    Giovanni Battista Pergolesis Intermezzo „La Serva padrona", diese quicklebendige Dame der italienischen opera buffa von #33, in,eigener Einstudierung 'im Musikclubjdes,, Berliner Schau;- spielhauses' einmal vorzustellen, bot sich geradezu an. In solch intimer Atmosphäre hat eine Miniaturoper den rechten Platz ...

  • Mäzene gesucht für ..Kinder von Golzow"

    im Guiness-Buch der Rekorde wird der DEFA-Dokumentarfilm „Lebensläufe" von Winfried Junge als Werk mit der längsten Produktionszeit der Welt geführt. Und wie der Regisseur einem Mitarbeiter des ADN erklärte, gehört die filmische Langzeitbeobachtung zum Lehrprogramm an Filmhochschulen in Europa und Übersee ...

  • „The Wall" wächst am Potsdamer Platz

    Berlin (ADN/ND). Am Potsdamer Platz wächst die Mauer — diesmal allerdings aus Plast. Am 21. Juli ab 21.30 Uhr soll hier vor 200 000 Lave-Ziuschaiuem umü Millionen an den Bildschirmen die gigantische Inszenierung des Rockspektakels „The Wall" über die Bühne gehen. Über 60 000 Karten konnte der Veranstalter bereits absetzen — vorwiegend in der BRD, Großbritannien und Skandinavien ...

  • RlM

    GESTORBEN. Der Schriftsteller Herbert Jobst ist am Donnerstag im Alter von 74 Jahren in Neustrelitz gestorben. In seinen bekanntesten Romanen — „Der Findling" (1957), „Der Zögling" (1959) und „Der Vagabund" (1963) -, schilderte er den „Lebensweg des Adam Probst" vom Kaiserreich bis zum Jahr 1947. In dieser Trilogie hatte der Autor vielfältige persönliche Erlebnisse humorvoll verarbeitet ...

  • Berlinale zieht in den Tiergarten um

    Berlin (ND-Knietzsch). Die Westberliner Filmfestspiele verschaffen sich Luft. Neues Zentrum der jährlichen Leistungsschau des internationalen Films soll das „Haus tfer Kulturen der Welt", im Tiergarten/ werden, die ehemalige Kongreßhalle. Damit wird der Kritik an der drangvollen Enge im bisherigen Festivalzentrum in der Budapester Straße Rechnung getragen, das auch den Journalisten keine günstigen Arbeitsbedingungen bot ...

  • Das Himmelsei. Sonnabend, 21.30 Uhr, Deutschlandsender.

    In einer Erstsendung — Wladislaw Korschenez' Hörspiel. Film Bomben auf Berlin — Leben zwischen Furcht und Hoffnung. Sonntag, 10 Uhr, Westberlin, StauffenbergstraBe 13/14. Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand lädt zu einer Vorführung des Dokumentarfilms von Irmgard von zur Mühlen ein: eine Zusammenschau ungewöhnlicher Bilder ...

  • Fliegenplaneten

    Auf dem Fliegenplaneten, da geht es dem Menschen nicht gut: Denn was er hier der Fliege, die Fliege dort ihm tut. An Bändern voll Honig kleben die Menschen dort allesamt, und andre sind zum Verleben in süßliches Bier verdammt. In einem nur scheinen die Fliegen dem Menschen vorauszustehn: Man bäckt uns nicht in Semmeln, noch trinkt man uns aus Versehn ...

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  • Jahrzehntelang geheim: Strahlenkatastrophe im Ural

    Am 29. September 1957 explodierte um 16.20 Uhr Ortszeit ein Behälter mit hochradioaktiven Abfällen des radiochemischen militärischen Betriebes Kyschtym. Infolge der bis 1989 verschwiegenen Strahlenkatastrophe in dem Dreieck Swerdlowsk—Tscheljabinsk—Tjumen im Ostural gelangten im Vergleich mit der Tschernobyl-Havarie ungefähr 1/25 der radioaktiven Stoffe in die Atmosphäre, und 1/10 der Fläche wurde verseucht ...

  • Sind auch die Termiten am „Treibhaus" Erde schuld?

    Wieviel Termiten gibt es auf der Welt? Niemand kann derzeit auch nur eine annähernd präzise Antwort geben. Doch sie wäre nötig, um abschätzen zu können, ob auch die den Schaben verwandten gefräßigen Insekten wesentlichen Anteil daran haben, daß sich unsere Erde in ein „Treibhaus" verwandelt. Daß Termiten nur in Symbiose mit bestimmten Bakterien Holz „verdauen" können und dabei Methan freigesetzt wird, ist seit längerem bekannt ...

  • Großversuch in Köln mit künstlichem Kometen

    Wie in jeder Küche, so wird auch in der für Kometen nach Kochbuch gearbeitet: Man nehme zwei, drei Hände voll pulverisierte Mineralien und vermenge sie mit reichlich Wasser ... Dieses Schlammgemisch — alliertdingis gefroren und in der Konsistenz von schmutzigem Schnee — genießt derzeit in der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln-Porz die Aufmerksamkeit der Wissenschaft ...

  • Optimal: das vierte Kind

    Die heutige Bevölkerungskunde geht von einem optimalen ersten Kind mit Verschlechterung der biologischen Eigenschaften bei jedem weiteren Kind aus. Dieser Grundsatz wird von umfangreichen, langjährigen Untersuchungen der Akademie der Wissenschaften der UdSSR an der Bevölkerung des Nationalparkes „Sinewir" in den sowjetischen Karpaten bezüglich der biologischen Natwr widerlegt ...

  • Israelis testen Sonnenofen

    (ND-Pilz). Israelische Wissenschaftler vom Weizmann-Institut in Rechowot experimentieren seit einiger Zeit mit einer Technik, von der sie sich versprechen, daß sie ermöglicht, die Energie der Sonne festzuhalten, sie über eine Pipeline in sonnenarme Gebiete zu bringen und dort zu nutzen. Wie ein Institutsvertreter ...

  • Umfrage 9, Gesundheit 90"

    Soziologische Befragungen der Bevölkerung galten in der „alten" DDR als „unerwünscht", waren gar verboten. So auch Untersuchungen zum Gesundheitszustand1 der Bürger. Die erste und letzte Umfrage dazu lief 1971, die Ergebnisse durften allerdings nicht veröffentlicht werden. Nach Aussage von Dr. Hannes ...

  • Tauchen in Meerestiefen

    (ND). Eine Taucherausrüstung für große Tiefen entwickelte die norwegische Firma OBS Technology A/S. Möglich sind sichere Einsätze bis zu 250 Meter. Gegenwärtige Entwicklungsarbeiten dienen dazu, diesen Bereich bis auf 400 Meter auszudehnen. Nach Versuchen in einer Druckkammer und in relativ flachen Gewässern fanden Tests mit Tauchern in der Nordsee in Tiefen bis zu 220 Meter statt ...

  • Luft in Söul stark bleihaltig

    (ADN). Der Bleigehalt der Luft in Söul mit seinen elf Millionen Einwohnern übertrifft den in Japans Hauptstadt Tokio (14 Millionen Einwohner) um das Vierfache, teilte das südkoreanische Umweltministerium in Söul mit. In den vergangenen vier Jahren sei die Konzentration an Blei, Kadmium und anderen Schwermetallen in der Luft um das Dreifache gestiegen ...

  • Schutzanstrich

    (ND). In den Niederlanden befaßt sich eine „Maritime Arbeitsgruppe" des TNO-Instituts für Lack- und Farbenforschung mit dem Problem der Giftanstriche bei Schiffen. Diese Antifoulings wirken zwar der lästigen Anlagerung tierischer und pflanzlicher Organismen entgegen, vergiften jedoch das Wasser und gefährden Weich- und Schalentiere, nützliche Algenpopulationen und Fische ...

  • Krebstherapie

    (ADN). Zur Überprüfung biologischer Methoden und Substanzen in der Krebstherapie hat sich in Heidelberg eine Wissenschaftliche Akademie für Onkologisch-Biologische Forschung gegründet, meldet dpa. Sie soll klinische Studien testen und unkonventionelle Therapien initiieren. Das erste Forschungsprojekt könne noch in diesem Jahr beginnen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Akademie, Prof ...

  • Winterraps

    (ND). Von den Saatguthandelsbetrieben werden für die Aussaat 1990 fünf Winterrapssorten bereitgestellt, von denen zwei über die sogenannte Doppelqualität verfügen, d. h. sie sind erucasäurefrei und glucosinolatarm. Es handelt sich um die Neuzulassung Madora aus dem Institut für öl- und Futterpflanzenzüchtung „Hans Lembke" Malchow/Poel und um die BRD- Sorte Ceres ...

  • Selbsthilfegruppen

    (ADN). Selbsthilfegruppen für Patienten, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, beginnen sich auch in der DDR zu organisieren. Die heimtückische Krankheit, deren Ursache bisher noch nicht eindeutig geklärt ist, führt in Schüben zur allmählichen Verschlechterung des Allgemeinbefindens bis zur Pflegebedürftigkeit ...

  • Tunnelbau

    (ND). Die Eisenbahngesellschaft East Japan Railway Company führte eine neuartige Tunnelbohrtechnik ein. Hinter dem Führungsschild der Vortriebsanlage ist, seitlich versetzt, noch ein zusätzliches synchron rotierendes Folgeschild angeordnet. Während beim konventionellen Vortrieb mit einem Schild oben und unten ein Abraumüberschuß von 20 Prozent erzielt werden muß, um die Breite für einen zweigleisigen Eisenbahntunnel zu schaffen, verringert sich diese Quote bei der neuen Methode ...

  • Computer-Enzym

    (ADN). Erstmals ist es gelungen, ein komplettes Enzym künstlich herzustellen. Die Forscher der Universität von Colorado in Boulder hatten die Verbindung mit Hilfe eines Computers entworfen und dann im Labor produziert, berichtet das amerikanische Wissenschaftsmagazin „Science". Die Entdeckung öffne die Tür für Designer-Enzyme, die eines Tages für lebensrettende oder lebensverbessernde Produkte verwendet werden könnten, sagte Projektleiter Prof ...

  • Birkensaft

    (ADN-Korr.). Der Gehalt von Fluor in Birkensaft gibt Auskunft über Lagerstätten des als Flußspat bekannten Industrierohstoffs Fluorit. Das haben sowjetische Wissenschaftler festgestellt. Der Fluor-Gehalt im Saft von Birken, die auf entsprechenden Lagerstätten wuchsen, betrug bis zu 2,39 Milligramm je Liter ...

  • Alport-Syndrom

    (ADN). Amerikanische Forscher haben erstmals ein Gen isoliert, das die vererbbare Nierenerkrankung Alport-Syndrom verursacht. Die Entdeckung könnte zur Entwicklung neuer Therapien führen, meldete kürzlich die „Los Angeles Times". An der Universität von Utah fand man das Gen bei Untersuchungen von Familien, die schon seit Generationen an dieser Krankheit leiden ...

  • Naturschutzpark

    (ADN-Korr.). Indonesien und Malaysia haben beschlossen, den ersten grenzüberschreitenden gemeinsamen Naturschutzpark in Südostasien zu bilden. Das 800 000 Hektar große Gebiet gilt als bevorzugter Lebensraum von Orang-Utans und zeichnet sich durch eine reiche tropische Flora und Fauna aus.

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  • „Bis Ende 1947 ist eine Bodenreform durchzuführen"

    Vorbereitung und Abschluß des Staatevertrages haben heftige Diskussionen zu den Eigentumsverhältnissen ausgelöst, wie z. B. zur demokratischen Bodenreform 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone. Es kam dabei bisweilen zur Konfrontation, in der sich der Genossenschaftsbauer und der Erbe des enteigneten Gutsbesitzes mit ihren gegensätzlichen sozialen Interessen gegenüberstanden wie unlängst auf der Westberliner Frühjahrstagung der Agrarsozialen Gesellschaft ...

  • Emsiges Treiben zwischen Parterre und Dachgeschoß

    Bisher ist nicht bekannt, wie die Zentrale der KPD in der Friedrichstraße 217 - Hugo Binder erwähnte die Anschrift kürzlich in seinem Beitrag über Berliner Adressen (siehe ND vom 97 10. Juni 1990) — eingerichtet war. Aus jener Zeit, als Paul Levi zusammen mit Ernst Däumig die Partei führte, wie auch aus der Zeit, da die KPD unter dem Vorsitz von Heinrich Brandler und Walter Stoecker (Februar bis April 1921) stand, sind keine diesbezüglichen Informationen überliefert ...

  • WochenCHRONIK

    1. Juli 1890: In Berlin unterzeichnen Vertreter der deutschen und der britischen Regierung den Helgoland-Sansibar-Vertrag. Deutschland verpflichtete sich, seine „Schutzherrschaft" über die Inseln Sansibar und Pemba sowie über das in Britisch-Ostafrika gelegene Sultanat Witu zugunsten Englands aufzugeben ...

  • Eine Riesenzigarre über dem Bodensee

    Man schreibt den 2. Juli 1900, es ist kurz nach 20 Uhr, als über dem Bodensee das erste Luftschiff Zeppelinscher Konstruktion aufsteigt. Graf Ferdinand Adolf Heinrich von Zeppelin hatte als Stabsoffizier den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 miterlebt. Bleibenden Kindruck hinterließen bei ihm die zahlreichen Ballonflüge der Pariser Kommunarden ...

  • Clausewitz irrte

    Gestattet mir zur WochenCHRO- NIK im ND vom 273. Juni 1990 (S. 13) eine Korrektur: Hier wurde das Geburtsdatum von Karl Philipp Gottfried v. Clausewitz mit dem 1. Juni 1780 angegeben. Dieses Geburtsdatum wurde bisher als richtig angesehen, aber neuere Untersuchungen haben erwiesen, daß General Carl von Clausewitz am 1 ...

  • An Aktualität nichts eingebüßt

    Man merkt es dem politischen Testament von Willi Münzenberg (ND vom 23724. Juni 1990) nicht an, daß es bereits 51 Jahre alt ist. Mir schien, als wäre es erst kürzlich geschrieben worden. Einzelne Passagen zeigten in aller Deutlichkeit auf, woran die KPD „erkrankte" (Bürokratismus, Verletzung der innerparteilichen Disziplin etc ...

  • HISTÖRCHEN

    Nach dem Sieg über Pompejus ließ Caesar (100 bis 44 v. u. Z.), nun alleiniger Diktator über das Römische Imperium, alle gestürzten Bildsäulen seines toten Widersachers wieder aufrichten. „Caesar ist großzügig", kommentierte der große Philosoph Marcus Tullius Cicero. „Er ehrt seinen Gegner, aber nicht ehe er ihn erschlagen hat ...

  • WALTER WIMMER

    Unter dem Titel „Adreßbuch der Linken" wollen wir an dieser Stelle weiter über die Geschichte des Berliner „Karl- Liebknecht-Hauses", heute Domizil des ParteivorStandes der PDS, sowie über andere historische Stätten, die mit dem Wirken von Arbeiterorganisationen und progressiv-demokratischen Vereinigungen verbunden sind, berichten ...

Seite 14
  • Was war damals möglich? Wirklich alles, wie manchem schien?

    Drei Bücher über die jüngste Vergangenheit der DDR — Anregung, noch einmal gründlich über diese Zeit nachzudenken. Was war damals möglich? Alles, wie manchem schien? Oder tatsächlich nur jener klägliche Prozeß, der im Staatsvertrag seinen vorläufigen Endpunkt gefunden hat? Die Frage ist keine rein akademische (da ja doch alles gelaufen), es ist die Frage nach den Voraussetzungen des Sozialismus ...

  • Einblick in die Opernwerkstatt

    Der Mann ist von seiner Arbeit besessen, sprüht von Einfällen. Vielleicht darf man das bei seinem Tun voraussetzen. Aber es ist doch ungewöhnlich, wie hier ein Opernmacher, wohlvertaut mit Dramaturgie, Regie, Theaterleitung, das aufregende Abenteuer einer Opernproduktion analysiert. Eins ist sicher: Er hält es mit der Wissenschaft, möchte allem Undeutlich-Vagen auf den Grund gehen ...

  • Logistik stalinistischer Schauprozesse

    Jene Strafverfahren gegen führende Partei- und Staatsfunktionäre in Osteuropa, die „auf die Liquidierung von Kommunisten durch Kommunisten" gerichtet waren, will dieses Buch darstellen. Aktivitäten gegen tatsächliche Feinde der Regimes bleiben somit außer acht. Verfolgt wird der zeitliche, geographische ...

  • 30 Jahre auf Eis gelegen

    Das Buch ist wahrscheinlich ein Dokument. Es belegt die Entwicklung des Beamtensohnes Heinrich Deiters (1887-1966) zum sozialistischen Bildungspolitiker und Lehrerbildner und charakterisiert wichtige geistige und politische Strömungen in ereignisreichen Jahren deutscher Geschichte. Und es ist ein ergreifendes Buch, überzeugend und berührend durch Schlichtheit und Wahrhaftigkeit ...

  • Leser meinen

    Anlaß für dieses Schreiben ist die Rezension von Dr. Steffen Schmidt im ND vom 24725. März 1990 zu Rudolf Bahros Buch „Die Alternative". Ich bin weder Ökonom noch Philosoph, sondern Mediziner — glaube aber, daß der Rezensent nicht irrt, wenn er behauptet, „daß Bahro ,wie kaum ein anderer Marxist ein Vordenker einer wirklichen sozialistischen Revolution war" ...

  • Annotiert

    — Der Dietz Verlag Berlin GmbH hat jetzt seine Titelliste für das zweite Halbjahr 1990 veröffentlicht. Zum Thema Stalinismus sind noch für den Sommer angekündigt: „Schauprozesse unter Stalin", „Die Komintern und Stalin", „Anatomie der Willkür", „23. August 1939. Der Hitler- Stalin-Pakt" sowie Autobiographien von Trotzki und Chruschtschow ...

  • Angemerkt

    J" 7 mbruch im Staat DDR, Umbruch auch im Staatsverlag der II DDR? Selbstverständlich sind die im Herbst vorigen Jahres ^""^ eingeleiteten gesellschaftlichen Veränderungen nicht spurlos an dem Verlag vorübergegangen. Das betrifft sowohl die Existenzform wie auch das Editionsprogramm. Fortsetzen will der Staatsverlag seine Publikationen für den Bürger, den juristischen Laien ...

  • Dr. med. Friedrich Behrens, Zeuthen

    Im Gespräch von Boris Laputin mit dem Leiter des sowjetischen Instituts für Militärgeschichte Dmitri Wolkogonow (ND 12./13. Mai, S. 14) interessierte mich der Hinweis auf das „tragische Schicksal der Kriegsgefangenen, die nach der Flucht oder der Befreiung aus faschistischen Lagern zumeist in Stalins Lager gerieten" ...

  • Geschlechterfrage in der Diskussion

    Frauen in die Offensive. Texte und Arbeitspapiere der Gruppe „Lila Offensive". 111S., brosch., 7,20 DM. Gert Henning: Wieder § 218? Erfahrungen eines Frauen' arztes. 64 S., brosch., 4,80 DM. Beide: Dietz Verlag, Berlin 1990.

Seite 15
  • Vorstand nnovation

    Er wird verantwortlich einen Bereich führen, der die aktuellen und zukünftigen technologischen Anforderungen der Kunden an unsere Produkte und Leistungen ermittelt und in unsere Produktentwicklung umsetzt. Gleichermaßen erstreckt sich die Aufgabe auf die Sicherstellung des technologischen Know-how, das eine kostengünstige Produktion gewährleistet und somit dazu beiträgt, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens zu sichern ...

  • Kerhische Werke Hermsdorf: Tradition mit Zukunft

    Seit 100 Jahren wird unser Name verbunden mit der Herstellung erstklassiger Installationsmaterial. p|p|rtmn.vhpn Bauarten und sintermetallurai- gen Unternehmensverbund in Form einer Aktiengesellschaft umwandeln. Zur technischer Keramikprodukte. In den vergangenen Jahrzehnten haben wir als sehen Erzeugnissen h^n'Ä Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit werden wir unseres Unternehmensstrate- Kombinat im Rahmen der von uns nicht beeinflußbaren Umfeldbedingungen auf gute Ergebnisse erzielt ...

  • Mitarbeiter im Außendienst

    Sie sollten sich durch hohe Leistungsbereitschaft und damit hohe Motivation, Beweglichkeit, sicheres Auftreten und höfliche Umgangsformen auszeichnen, möglichst über einen eigenen PKW verfügen. Ihre Aufgabe ist der Verkauf unserer Handelsprodukte sowie die Beratung des Kundenkreises. Auf Ihre Tätigkeit werden Sie durch uns vorbereitet ...

  • „JOINT-VENTURE IM EINZELHANDEL"

    Sie verfügen über ein Ladenlokal und haben Lust, sich im Einzelhandel mit einer lukrativen Idee selbständig zu machen. Wir sind ein im Einzelhandel erfolgreiches Unternehmen, haben Konzepte, die Waren, eine Ladenbauabteilung und das Know-how. Wenn Sie der Meinung sind, daß das gut zusammenpaßt, melden Sie sich bitte mit Anschrift, Tel ...

  • Juristen, Finanzwirtschaftler und Betriebswirtschaftler mit EDV-Erfahrung

    Leistungswillige, dynamische Damen und Herren finden bei uns außergewöhnliche Entwicklungsmöglichkeiten. Bevorzugt werden Partner, die einen aktiven Beitrag zur Lösung der Raum- und Kommunikationsprobleme leisten können. Bitte wenden Sie sich entweder direkt an uns in Stuttgart oder an unseren Kontaktpartner ...

  • | freie Urlaubsplätze

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Seite 16
  • Kriminalisten fahnden nach Umwelttätern

    Umweltkriminalität — ein Reizwort nicht nur für die Naturschützer. Die besten gesetzlichen Bestimmungen nützen nichts, wenn man ihre Einhaltung nicht kontrolliert, Verstöße gegen sie nicht geahndet werden. Bei einem Gespräch, zu dem die Grüne Liga Kriminalisten aus beiden Teilen Berlins, Wissenschaftler und Umweltschützer geladen hatte, wurde die Kompliziertheit dieses Problems sichtbar ...

  • Sonnenenergie frei Haus

    Trotz gesicherter Kenntnisse über ein auch in Mitteleuropa reichlich vorhandenes Angebot an eingestrahlter Sonnenenergie ist das Vorurteil weitverbreitet, daß nur in tropischen Gegenden die Solartechnik wirtschaftlich einsetzbar ist. Die Grafik zeigt eine im bayerischen Raum gemessene Kurve der durchschnittlich eingestrahlten Leistung auf einem Quadratmeter nach Süden ausgerichteter geneigter Fläche ...

  • Plädoyer für ein neues Verhältnis zur Natur

    Eine Vielzahl aktueller Erkenntnisse zur naturnahen Bewirtschaftung eines Gartens werden in einer Schrift von Kurt Kretschmann erstmals in der DDR zusammengefaßt dargestellt. Unter dem Titel „Der naturnahe Garten" legt der Nestor des Naturschutzes der DDR ein Gut an praktischen Erfahrungen vor, das in ihm über Jahrzehnte hinweg durch unermüdliches Beobachten, Bedenken und umweltgerechtes Bewirtschaften der Natur gewachsen ist ...

  • Ferien-Fiasko

    Munchen (prs.) England, Italien und Spanien sind aus Sicht bundesdeutscher Urlauber die größten Umwelt- Schmutzfinken. In Norwegen, Finnland und Irland ist die Umwelt noch — halbwegs — heil. Das monatliche Umwelt- Barometer der Zeitschrift „natur", repräsentativ erforscht durch das Allensbacher Institut ...

  • Baum des Jahres: Die Buche

    Kürzlich berichteten wir über den Vogel des Jahres 1990. Um etwas zur Imagepflege unserer Bäume zu tun und auf ihre Gefährdung durch Luftschadstoffe hinzuweisen, wird seit einigen Jahren auch ein „Baum des Jahres" bestimmt. Das ist 1990 die nach dem jüngsten Waldschadensbericht besonders betroffene Buche ...

  • Bilanz einer , Landschaft

    Man kann die unendlich mühevolle Kleinarbeit der Naturschützer in den Kreisen nicht hoch genug bewerten. Sie bietet die Voraussetzung, um überhaupt wirksam Umweltschutz zu betreiben. Stellvertretend für viele andere wollen wir die Bilanz vorstellen, die im Kreis Zeitz in Form eines kleinen Buches präsentiert wird: „Geschützte Natur im Kreis Zeitz", herausgegeben vom Rat des Kreises, Preis zehn Mark, zu beziehen über das Museum der Stadt, Schloßstraße 6 ...

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Debatte um gleiche Chancen ANDRE BRIE Adieu, DDR! Richard von Weizsäcker sieht Berlin als Hauptstadt Weitere Prominentenmeinungen zur Währungsunion siehe Seite 2 ND befragte Politiker aus der DDR und der BRD zur Währungsunion Hoffnungen, Chancen, aber auch Besorgnis Metropole mit allen zentralen Funktionen Bald 3 Millionen ohne Job in DDR „Freiheitsbrief" der KSZE Orchestern nicht gekündigt Noch 237 Ubersiedler Kurz Handel in harter Währung Müllstreik beendet Rebellen vor Monrovia
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