Das schöne 'und große Wort Fr*rheit war seit eh und je Losungswort der Ausgebeuteten im Kampf gegen ihre Ausbeuter. „Fryheit* schrieben die deutschen Bauern auf ihre Sturmfahne, als sie Vor vierhundert Jahren in den revolutionären Krieg gegen geistliche und weltliche Großgrundbesitzer zogen. ^Fryheit" war für die Bauern vor allem Besitz des Bodens, den sie bearbeiteten.
„Es gilt die Arbeit zu befreien, es gilt der Freiheit Auferstehn" singen die deutschen Sozialisten seit vielen Jahrzehnten. Der Sozialistenmarsch erklang bei Streiks um höhere Löhne, bei Demonstrationen für den Acht« stundentag und - in revolutionären Kämpfen gegen die Macht der Schlotbarone. Das Auferstehn der Freiheit bedeutet dem Sozialisten vor allem gesellschaftliches Eigentum an den Produktionsmitteln. Das ganze arbeitende ' Volk soll über die Produkte seines Schaffens, über „der Erde Glück" und „des Wissens Macht",, selbst verfügen können. * ,
Diese Freiheit von Ausbeutung steht der revolutionären Arbeiterbewegung so hoch wie die Sonne. Deshalb heißt es in ihren Kampfliedern: „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit!? Und: „Vorwärts ist die große Losung. Freiheit oder Tod!" Und im weltbekannten Spanienlied: „Wir kämpfen und siegen für dich: Freiheit!" Das Lied " von der Freiheit ist mithin klar und deutlich ein revolutionäres Lied. Lange Zeit ertönte es denn auch immer nur auf der linken Seite der Barrikade. Lange Zeit hatten die Herren von Rechtsaußen nur ein „Gegenargument": Sie versuchten, das Freiheitslied im Blute ermordeter Sozialisten zu ersticken.
Doch seit etwa zwei Jahrzehnten hat man sich eine neue Taktik ausgedacht: Man möchte das Freiheitslied demagogisch verfälschen und zum konterrevolutionären Singsang degradieren. Weil sie ihren wahren Charakter und ihre wirklichen Absichten nicht mehr offen herzeigen kann, tritt die imperialistische Unfreiheit mit der Freiheitsphrase auf. •-- ,,,-; ,-ki
Der Agentensender nördamerikanischer Rüstungsmilliardäre in München nennt sich „Sender Freies Europa". Rufmörder gegen fortschrittliche Intellektuelle sammeln sich im Verein „Rettet die Freiheit!". Erhard verlangt Mehrarbeit im Namen der „Freiheit". Die Bonner Notstandsdiktatur verkauft man als „Verteidigung der Freiheit".
Brecht hatte schon recht, als er 1947 das üble Gelichter der imperialistischen Welt mit „großen Ratten" ver-^ glich: „Hoch die Freiheit, piepsten sie, Freiheit und Democräcy!" ": •
Auf uns in der DDR «wirkt es bestenfalls abstoßend, wenn wir Notstandsdiktatoren, Multimillionäre und ehemalige KZ-Baumeister in einem Chorus vereinigt sehen, der mit lauter falschen Stimmen „Freiheitslieder" singt. Wir haben in hartem Kampf und mühsamer Arbeit für das ganze Volk' Freiheit von Ausbeutung errungen. Bei uns sind die Früchte der Arbeit, „der Erde Glück", „des Geistes Licht" und „des Wissens Macht" dem ganzen Volke gegeben."
Jenseits der Elbe allerdings stiften die falschen Freiheitsgesänge immer noch beträchtliche geistige Verwirrung. Wie soll man es sonst verstehen, daß ein sozialdemokratischer Funktionär ernstlich die Meinung vertritt, in Westdeutschland ■ sei das höchste Stadium von Freiheit und Demokratie erreicht? Wie soll man es sonst verstehen, daß der SPD-Partei vorstand in seinen „Offenen Antwortbriefen" ausgerechnet die bundesdeutschen Zustände uns als Vorbild einer „freiheitlichen Ordnung" anzubieten wagt?
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