Bonn (ADN-Korr.). Auf einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft „Kirche und Demokratie" im evangelischen Gemeindeliaus zu Bonn verurteilten etwa 100 evangelische Christen. und kirchliche Amtsträger,, der Bundesrepublik am Dienstag die 'Notstandsgesetzgebung der Bundesregierung. Zur Aussprache unter dem Thema „Die Kirche trägt Verantwortung für die Demokratie" hatten 78 Persönlichkeiten der westdeutschen evangelischen Kirche in einem Aufruf eingeladen. ■.
Nach Vorträgen der Mitglieder des Frankfurter Kuratoriums „Notstand der Demokratie" Prof. Dr. Helmut Ridder und Prof. Dr. Walter Fabian und anschließender; lebhafter Diskussion forderten diei Christen in einem Appell die Kirche, die Parteien und die Regierung auf, die Verfassung und die Grundrechte der Bürger' zu achten. . i
In einem Vortrag bezeichnete Prof. Ridder den Antinotstandskongreß als die größte Veranstaltung, die- es zu dieser Problematik auf westdeutschem Boden je gegeben habe. Jetzt müsse jeder seihe ganze Persönlichkeit dafür einsetzen, daß in den organisierten Aktionen gegen die Notstandsgesetze keine Pause eintritt. Prof. Ridder erklärte, der Kongreß sei ein .-.ermutigender Auftakt für ein neues Losschlagen in anderer Qualität gewesen". Er plädierte für die Beibehaltung des Kuratoriums und forderte die Geistlichen auf, sich aktiv für die Gründung örtlicher Ausschüsse aller. Notstandsgegner einzusetzen.
Prof. Dr. Walter ■ Fabian- plädierte "für eine. „Strategie der Zusammenarbeit" aller Notstandsgegner „über Zäune der Organisationen und Überzeugungen • hinweg,, um eine demokratische Entwicklung der-Gesellschaft zu, sichern"- .' ■
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