3. Februar
11.02.1956 / Seite 1 / Wissenschaften

Die Gewißheit des Sieges

T7iele Menschen stellen sich heute * in Deutschland die Frage, wohin der Weg des deutschen Volkes führt und welche Politik in Deutschland Aussicht auf Erfolg hat. Genosse Ulbricht sagte in seinem Referat auf der 25. Tagung des ZK:

„Wir wissen, daß in manchen Betriebsabteilungen und bei manchen Bauern die wirtschaftlichen Aufgaben mangelhaft erfüllt wurden, weil die Betreffenden der Meinung waren, es bestehe noch keine Klarheit über die Perspektive in der Deutschen Demokratischen Republik und in Deutschland, und deshalb lohne es sich nicht, sich anzustrengen. Zeigt das nicht, welche Bedeutung die ständige Aufklärungsarbeit über die politischen Zusammenhänge, über die Entwicklungsbedingungen in der Deutschen Demokratischen Republik, über die Perspektive und über die Stärke der Sowjetunion und des Lagers der sozialistischen und demokratischen Staaten hat?"

l~Vie Perspektive, die unsere Par- ■*-' tei dem deutschen Volke weist, ist ein Deutschland ohne die Macht der Konzern- und Bankherren, ein Deutschland, in dem die Werktätigen ihren vollen Einfluß auf die Gestaltung des Lebens ausüben. Die deutschen Imperialisten haben dem nichts als die Politik der Auspowerung des eigenen Volkes und der Drohungen gegen andere Völker, der Kriegsvorbereitung, entgegenzusetzen.

Wir haben gewichtige Argumente, um die Siegesgewißheit unserer Sache zu beweisen. Die Entwicklung der DDR zum Sozialismus vollzieht sich in einer Situation, in der das sozialistische Lager die Führung in der Welt übernommen hat. Mit der zunehmenden Autorität der sozialistischen Staaten wuchs auch das internationale Gewicht der DDR als souveräner demokratischer deutscher Staat.

Durch gegenseitige Hilfe haben die sozialistischen Länder die Entwicklung ihrer Volkswirtschaft und damit die Mehrung ihres sozialistischen Eigentums und des materiellen und kulturellen Wohlstandes ihrer Werktätigen beschleunigt. Die Überlegenheit der sozialistischen Planwirtschaft über die anarchische Wirtschaft der imperialistischen Staaten hat sich erwiesen.

Die Freundschaft und Zusammenarbeit mit der mächtigen Sowjetunion, dem 600-Millionen-Volk Chinas und den anderen volksdemokratischen Staaten festigt sich, während die kapitalistische Welt durch Konkurrenzkämpfe und zunehmende Interessengegensätze zerklüftet ist. Im sozialistischen Lager vollzieht sich jener weltgeschichtliche Vorgang, den die Feinde des Sozialismus immer als Utopie verschrien haben, die lebendige Bewährung des proletarischen Internationalismus. Die Beschlüsse der Prager Konferenz sind der neueste Beweis dafür.

Die Politik des sozialistischen Lagers zur friedlichen Regelung strittiger internationaler Fragen und zur friedlichen Zusammenarbeit unterschiedlicher geselle schaftlicher Systeme hat die Sympathie der kolonialen und halbkolonialen Völker gefunden. Die Konferenz von Bandung und die Bestrebungen so|A großer Staaten wie Indien, Burma, Ägypten u. a, beweisen, daß sie echte Freundschaft und Zusammenarbeit mit den sozialistischen Staaten suchen und finden. Die Imperialisten klagen, darüber, daß mit diesem wachsenden Einfluß der Friedenspolitik der „Kolonialismus" einen erschütternden Schlag erhielt. Jawohl, die imperialistische Kolonialpolitik liegt im Sterben. Das bedeutet auch ein Schwinden des Einflusses des militaristischen westdeutschen Staates, der an die Kriegspakte der Imperialisten gebunden ist, — andererseits ein Wachsen des Einflusses der Arbeiter-und-Bauern-Macht unserer Republik als Mitglied des sozialistischen Lagers.

Hat diese Entwicklung Auswirkungen auf das politische Denken unseres Volkes? Unzweifelhaft. Die Bevölkerung Westdeutschlands fühlt die zunehmende Isolierung des militaristischen Bonner Staates, während die Bevölkerung der DDR ihre politische Zugehörigkeit zum mächtigen Lager des Friedens mit Stolz empfindet. Genosse Walter Ulbricht erklärte dazu auf der 25. Tagung des ZK: „Das Wichtigste auch zur Lösung der ökonomischen Fragen ist, daß der letzte Bürger erfährt, daß sich in der Weltlage eine Änderung vollzogen hat, daß der letzte Bürger erfährt, wie stark das Friedenslager ist. Das ist die Grundbedingung auch für weitere wirtschaftliche Erfolge." Das ist eine Aufgabenstellung für unsere Aufklärungsarbeit.

Die Bevölkerung der DDR hat bei der Erfüllung des ersten Fünfjahrplanes Großes geleistet. Daß große Teile des Volkes, besonders der Arbeiterklasse, diese Leistungen im Bewußtsein ihrer geschichtlichen Rolle vollbrachten, geht aus solchen Losungen wie der der Mansfeldkumpel hervor, die sagten: „Jede Tonne Kupfer ist ein Schlag gegen die Kriegstreiber". Wir können den Werktätigen in unserer Republik bescheinigen, daß ihre Erfolge den besten Traditionen der deutschen Arbeiterklasse entsprechen und zur Stärkung der Macht des Sozialismus in der Welt beitragen.

Wir wollen aber noch viel höhere Ziele in unserem weiteren sozialistischen Aufbau, darunter die Ziele des zweiten Fünfjahrplanes, erreichen. Wenn die Bevölkerung unserer Republik mit berechtigtem Optimismus und begründeter Siegesgewißheit den neuen Zielen zu-' streben soll, dann muß unsere politische Massenarbeit die Kraft der Arbeiterklasse so stählen, daß sie fähig ist, den Staat souverän zu leiten, die moderne Technik zu meistern, die sozialistische Entwicklung in der Landwirtschaft politisch und ökonomisch zu garantieren und die kleinbürgerlichen Schichten im Geiste des Sozialismus umzuerziehen. Die Arbeiterklasse wird diese Kraft besitzen, wenn „der letzte Bürger erfährt, wie stark das Friedenslager ist". Und der letzte Bürger wird es erfahren, wenn die Arbeiterklasse jenes sozialistische Kraftgefühl ausströmt, das imstande ist, die werktätigen Bauern und die übrigen werktätigen Massen zu großen Taten des sozialistischen Aufbaus mitzureißen.

r\ie 25^ Tagung des ZentraliJ komitees hat allen Parteiarbeitern gesagt, daß die politische Überzeugung der Massen die Grundbedingung aller weiteren Erfolge ist. Der Inhalt dieser Überzeugungsarbeit ist die Erläuterung der großen Perspektive unserer Politik für ganz Deutschland. Nur der Arbeiter, der lacht über die Gaukeleien der militaristischen Marktschreier, die - den Fortschritt der Welt in Bonn am Rhein aufhalten wollen, beflügelt seinen Hammerschlag mit jenem revolutionären Optimismus, vor dem die Arbeiterfeinde schon immer gezittert haben^

Das gilt auch für den werktätigen Bauern. Ob er, abgekapselt von der Welt, mit der Vorstellung auf seinem Acker arbeitet, daß die alte Junkerbrut wiederkommen könnte, oder aber mit freiem Blick für die reale Lage erkennt, daß der Boden vom Thüringer Wald bis zum Stillen Ozean für alle Zeiten den Klauen der Großgrundbesitzer und Bauernschinder entrungen ist, das spielt für seine Arbeit eine entscheidende Rolle. Er muß wissen, daß er gemeinsam mit den Siegern in der Welt arbeitet, von der Hoffnung Hunderter Millionen Menschen umgeben ist, und daß auch die Bauern Westdeutschlands auf ihn blicken und von seinen Erfolgen den Weg ihres eigenen politischen und ökonomischen Kampfes ableiten.

Nur der Intellektuelle wird der Arbeiter-und-Bauern-Macht all sein Wissen und seine schöpferischen Gedanken geben, der die volksfeindlichen Machenschaften der Konzern- und Bankherren, die Pleite ihrer Politik der Stärke durchschaut hat und sich bewußt ist, daß seine dem Volke geweihte Arbeit die großen Ideen des Humanismus lebendig erhält.

Der Arbeiter, der Bauer, der Intellektuelle, dem die Veränderungen im Kräfteverhältnis der Welt bewußt geworden sind, dessen Arbeit von diesem Bewußtsein beflügelt wird, hat keine Schwankungen und keine Zweifel über die Perspektiven der Deutschen Demokratischen Republik. Der hat die Kraft unserer Republik erkannt, die mit ihren großen revolutionären Umwälzungen ein neues Kapitel der deutsdien Geschichte schreibt. Sein Enthusiasmus wird jene geschichtliche Wahrheit bestätigen, die Genosse Chruschtschow dem Vertreter der zum Untergang verurteilten Klasse, Herrn Adenauer, in Moskau ins Gesicht sagte: Der Deutschen Demokratischen Republik gehört die Zukunft in Deutschland.

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Die Gewißheit des Sieges Unsere Jugend wird immer reicher Kapitalistische Länder überflügeln P1 1 T 1 • * 1 f». ■ C* 1^1 •• <*• 1 1 / y^f * T~l ••!•! 1 all • • ■ • 1 Hfl Perlonarbeiter über Sabotage empört Faschistisches Büro in Madrid gestürmt Freundschaftsvertrag stärkt unsere Länder FriedeDsmedaille für hervorragende Wissenschaftier Diplomaten besichtigen USA-Spionagegeräte Kulturfunktionäre berieten in der MTS Abkommen Polen—England UdSSR hilft Ägypten bei der Atomforschung Entwurf des zweiten indischen Fünfjahrplans Feierliche Übergabe des neuen Rundfunkgebäudes DDR-Musterschau in Hanoi
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