7. Februar
08.02.1956 / Seite 1 / Allgemein

Aus Unserer Leserbriefmappe

Neues

ORGAN DES ZENTRALKOMITEES DER SOZIAUSTISCHEN EINHEITSPARTEI DEUTSCHLANDS

11. (67.) Jahrgang / Nr. 33 / Einzelpreis 15 Pf

Berlin, Mittwoch, 8. Februar 1956

Berliner Ausgabe „Vorwärts*

1 800 000 Einwohner, die Mehrheit der Bevölkerung Westberlins.

Wie aus Kreisen des Senats mitgeteilt wird1, fand vor der endgültigen Kapitulation der SPD-Füh-

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Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl beglückwünschen Harry Glaß

Der Präsident der Deutschen Demokratischen Republik, Wilhelm Pieck, und der Ministerpräsident Otto Grotewohl haben dem Meister des Sports Harry Glaß zum Gewinn der Bronzemedaille im Spezialsprunglauf der VII. Olympischen Winterspiele telegrafisch ihre Glückwünsche übermittelt. Das Telegramm Wilhelm Piecks hat folgenden Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Glaß! Zu ihrer hervorragenden Leistung im Spezialsprunglauf der VII. Olympischen Winterspiele übermittle ich

Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche. Mit diesem außerordentlichen Erfolg haben sie Ihr großes Können bewiesen. Ich wünsche Ihnen auch in Zukunft beste Erfolge."

Ministerpräsident Otto Grotewohl richtete folgendes Telegramm an Harry Glaß: „Sehr geehrter Herr Glaß! Zu Ihrem großartigen Erfolg im Spezialsprunglauf der VII. Olympischen Winterspiele und zur Bronzemedaille beglückwünsche ich Sie auf das herzlichste und wünsche Ihnen weitere Erfolge."

(ADN) '

„Woche der Jugend" vom 3. bis 10. März

Berlin (ADN). Zum 10. Jahrestag der Gründung der Freien Deutschen Jugend wird vom 3. bis 10. März in der DDR eine „Woche der Jugend" stattfinden. An dSe besten Jugendlichen und an hervorragende Vertreter des öffentlichen Lebens wird erstmalig das Ehrenzeichen der FDJ in Gold, Silber und Bronze verliehen werden.

Zu den Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen der FDJ werden Vertreter des Weltbundes der Demokratischen Jugend und des Internationalen Studentenbundes sowie Jugenddelegatiorien aus der Sowjetunion, den Ländern der Volksdemokratie und aus Frankreich, England, Dänemark, Finnland, Norwegen und der Schweiz erwartet. Das antifaschistische Komitee der Sowjetjugend hat zur Vorbereitung des 10. Jahrestages der FDJ ein Initiativkomitee gebikfct.

Berlin »•■ l.lrlllW.V

rung im Schoneberger Rathaus auf Anweisung der Amerikaner eine Geheimkonferenz statt, in der USA- Botschafter Conant und Dulles' Stellvertreter, Hoover jr., das ungeschickte Verhalten der SPD-Fraktion in der ersten Abstimmung am Donnerstag im Abgeordnetenhaus mißbilligten. Sie erinnerten an die feste Zusage von Brandt, Suhr und Hertz, daß die Mietpreiserhöhung auf jedsn Fall für Westberlin übernommen wird.

Lemmer sprach am Montag seine Genugtuung darüber aus, daß die Berliner SPD-Führung zur „Vernunft zurückgefunden" hätte. Nicht ohne Ironie fügte er hinzu, in allernächster Zeit müßte bindend festgelegt werden, wie man in Zukunft Bundesgesetze durch ein „einfacheres Verfahren für Westberlin übernehmen könnte. Er spielte damit auf das Globalgesetz an, wonach sämtliche ""' Bonner Gesetze einschließlich Wehrgesetz automatisch in Westberlin übernommen werden.

Unter dem Eindruck des ständigen Zurückweichens der SPD-Führung gingen die großen Grundstücks- und Häusergesellschaften, die über die westberliner Industriebank zum großen Teil mit amerikanischem Kapital arbeiten, gestern Abend sofort zu einem neuen Angriff über. In einem in scharfem Ton abgefaßten Ultimatum des sogenannten Schutzbundes werden energische Gegenmaßnahmen angedroht, falls nicht bis zum 15. Februar eine bindende Zusage des Senats vorliegt, die Mietenerhöhung bereits ab 1. April dieses Jahres in Kraft zu setzen. Kategorisch wird die „Aufhebung des Sitten- und vernunftwidrigen Preisstopps für Mieten" verlangt (siehe Faksimile).

Den unverschämten Mieterhöhungen mit Streiks um höhere Löhne zu begegnen, fordern 350 Gewerkschaftsfunktionäre aus Reinickendorfer Betrieben im Namen von 30 000 organisierten Metallarbeitern auf der Funktionärversammlung in den „Reinickendorfer Festsälen". „Es kann nun kein Pardon mehr geben", rief das Mitglied der Tarifkommission der IG Metall im westberliner DGB, Lehmann, unter dem Beifall der Versammlungsteilnehmer aus. (Siehe auch Seite 6.)

37 Millionen DM Mieterhöhung in Westberlin

CDU und SPD auf NATO-Kurs / Geheimkonferenz mit Amerikanern in Schöneberg / Grundstücksgesellschaften immer frecher

Berlin (Eig. Ber.). Die westberliner Bevölkerung hat zusätzlich 37 Millionen D-Mark für höhere Mieten aufzubringen. Dies ist das Ergebnis der bedingungslosen Kapitulation der rechten SPD-Führung in Westberlin gegenüber den Forderungen der Adenauer-CDU nach stärkerer Beteiligung der westberliner Bevölkerung an der Finanzierung der NATO-Politik. Am Montag und Dienstag wurde in Beratungen zwischen CDU und SPD ausgehandelt, das westdeutsche Bundesmietengesetz mit einer 10- bis 60prozentigen Mietpreiserhöhung zu übernehmen und am 1. Januar 1957 in Kraft zu setzen.

Die gesamte westberliner Presse unternahm gestern den Versuch, den Umfang des Riesenbetruges an der Bevölkerung zu verschleiern. Der „Telegraf" verhöhnte die Westberliner mit der Schlagzeile: „Die soziale Koalition bleibt". — Die alte Koalition bleibt, aber nicht die alten Mieten! Sämtliche Blätter in Westberlin versuchen diese Tatsache zu vertuschen, indem sie angebliche Mietbeihilfen als Ausgleich versprechen. Das „Spandauer Volksblatt" muß jedoch zugeben, daß nach Abzug derjenigen Unter-

Stützungsempfänger, die bisher schon Mietbeihilfen erhielten, jetzt nur etwa 70 000 zusätzlich eine Beihilfe bekommen sollen. Bei etwa 700 000 Arbeitslosen, Rentnern und anderen Unterstützungsempfängern in Westberlin ist dies gerade ein Tropfen auf den heißen Stein. Hinzu kommt, daß die Beihilfe — wie der CDU-Vorsitzende Lemmer vorschlug — aus dem Etat für Schulen und soziale Einrichtungen abgezweigt und damit von niemand anderem als von den Westberlinern selbst getragen werden soll.

Von der Mietpreiserhöhung sind nach Angaben des Senats 600 000 Wohnungsinhaber betroffen. Dies bedeutet bei mindestens 3 Personen pro Haushalt eine empfindliche Schmälerung des Einkommens für

Internationale Tagung über Raumfahrtprobleme

Freudenstadt (ADN). Eine internationale Fachtagung über Raketen- und Raumfahrtprobleme ist am Montag in Freudenstadt eröffnet worden. "Während der Tagung sind ■— westlichen Agenturen zufolge — Vorträge von zwei Mitgliedern der Moskauer Akademie der Wissenschaften über die sowjetischen Pläne für eine Erdaußenstation vorgesehen.

Bulgarien entsendet Regierungsdelegation

Sofia (ADN). Zur Leipziger Frühjahrsmesse entsendet die Volks-1 republik Bulgarien eine Regierungsdelegation, die von Versorgungsminister Russi Christosoff geleitet wird. Der Delegation gehören weiter an: der stellvertretende Minister für Schwerindustrie Geongi Pawloff, der stellvertretende Minister für Leichtindustrie Stanka Zekowa und der stellvertretende Minister für Außenhandel Emil Razgoloff.

Wiener Polizei überfällt WGB-Büro

Ohne Gerichtsbeschluß oder schriftlichen Auftrag i überall starke Empörung

Wien (Eig. Ber.). Während die Arbeiter der ganzen Welt gegen die Anweisung des österreichischen Innenministeriums, den Sitz des WGB in Wien aufzulösen, protestieren, wurden die Büroräume des Weltgewerkschaftsbundes am Montagabend polizeilich versiegelt. Die Beamten konnten weder einen schriftlichen Auftrag noch einen Gerichtsbeschluß vorweisen. Sie stützten sich lediglich auf eine mündliche Anordnung vom Innenminister Helmer. In Anwesenheit der Sekretäre des WGB, Jourdain (Frankreich), Grassi (Italien) und Beresin (UdSSR), protestierte der Generalsekretär des WGB, Louis Saillant, gegen diese ungesetzliche Handlungsweise.

In Wiener politischen Kreisen verlautet, daß das von Innenminister Helmer erlassene Verbot ohne Beschluß der Regierung erfolgte, die erst am Dienstag zusammentrat.

Im Zusammenhang mit dem

Polizeiüberfall auf das Gebäude des WGB-Sekretariats wurde bekannt, daß sich das Sekretariat am Tage zuvor an Bundeskanzler Raab mit der Bitte gewandt hatte, eine Unterredung über die Maßnahme des Innenministeriums herbeizuführen. Diese Bitte ist bis jetzt unbeantwortet geblieben. Wie gleichzeitig verlautet, sollen die ausländischen Mitarbeiter des Sekretariats aus Österreich vertrieben werden. (Siehe auch Seite 5)

Französischer Botschalter bei W. M. Molotow

Moskau (ADN). Der Minister für Auswärtige Angelegenheiten der UdSSR. W M. Molotow, empfing dieser Tage den Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter Frankreichs in der UdSSR, Dejean, der ihm eine persönliche Botschaft des französischen Außenministers Pineau überbrachte. In% seinem Schreiben übermittelte Pineau im Zusammenhang mit seiner Ernennung zum Außenminister Frankreichs W. M. Molotow seine Grüße und bringt den Wunsch zum Ausdruck, gemeinsam mit ihm an der Festigung des Friedens in Europa und in der ganzen Welt zu arbeiten.

USA-Ballons gefährden Luftraum Europas

Wachsende Erregung in Westdeutschland

Dulles muß völkerrechtswidrige Gangsteraktion zugeben / Auch China protestiert

Berlin/Nürnberg (Eig. Ber.). Der Bevölkerung Frankens und Oberbayerns, in deren Gebiet die Aufstiegsbasen der amerikanischen Spionage- und Propagandaballons liegen, bemächtigt sich eine wachsende Erregung und Befürchtung, bei einer Fortsetzung dieser gefährlichen amerikanischen Provokationen in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Besorgnis herrscht auch über die Gefahr, die Kindern beim Niedergehen der Ballons droht.

Auch bei den Angestellten der westdeutschen Luftfahrtgesellschaft herrscht große Unruhe, zumal schon von der geplanten Eröffnung neuer Fluglinien nach dem stark gefährdeten Süden und Südwesten Deutschlands Abstand genommen werden mußte. Das neuerliche Auftauchen von amerikanischen Ballons nicht nur über der Sowjetunion, der CSR, Ungarn und der DDR, sondern auch über Österreich, Frankreich und, England bedroht

darüber hinaus ernsthaft den Verkehr auf zahlreichen weiteren Fluglinien.

Die ernste sowjetische Note, in der vor der Gefährdung des europäischen Luftraums durch die amerikanischen Gangsterstreiche eindringlich gewarnt wird, haben die USA-Militärs jetzt mit einer Unverschämtheit ohnegleichen beantwortet. Ein Sprecher der amerikanischen Luftwaffe erklärte in Wiesbaden, die Ballonaktion würde solange weitergeführt, „bis das Oberkommando in Washington (!) anders verfügt". Das ist nicht nur das zynische Eingeständnis der bisherigen Anschläge auf die Sicherheit der europäischen Völker, sondern zeigt auch, daß diese im Dienste der Spionage und Kriegsvorbereitung stehende Aktion von westdeutschem Boden aus von höchsten amerikanischen Regierungsstellen gelenkt wird.

In der westdeutschen Öffentlichkeit wird allgemein hervorgehoben,

daß die anmaßende Stellungnahme eines amerikanischen Offiziers zu der an die Bonner Regierung gerichteten sowjetischen Protestnote ein bezeichnendes Licht auf die „Souveränität" Westdeutschlands wirft. Wie am Dienstagabend bekannt wurde, haben jetzt auch die Regierungen der Volksrepubliken China und Albanien gegen das massenhafte Auftauchen amerikanischer Ballons über ihren Territorien schärfstens protestiert. Bonn aber schweigt. Mehr noch: Adenauer unterstützt — so meldet der westdeutsche Korrespondent der britischen Zeitung „News Chronicle" — die amerikanischen Banditenstücke sogar.

Washington (Eig. Ber.). Kleinlaut und gewunden (er versuchte, die amerikanischen Spionageballons in „Wetterballons" umzulügen) mußte am Dienstag auch der amerikanische Außenminister Dulles die völkerrechtswidrigen Ballonprovokationen zugeben.

Wirlsdiaflsaiissdmß berie! VolkswirlsdiaSIsplnn

Berlin (ADN). Der Wirtschaftsausschuß der Volkskammer beriet am Dienstag über den Beschluß des Ministerrates zum Volkswirtschaftsplan 1956. Der Stellvertreter des Vorsitzenden der staatlichem Plankommission Duschek erläuterte den Abgeordneten den Plan in den wichtigsten Kennziffern.

Entsprechend den Schwerpunktaufgaben des Volkswirtschaftsplanes 1956 standen im Mittelpunkt der Beratungen die Fragen der weiteren Entwicklung der Grundstoffindustrie und des Maschinenbaues. Die Abgeordneten wiegen darauf hin, daß es notwendig ist, die neue Technik schnell und unbürokratisch einzuführen, da dies eine entscheidende Voraussetzung zur vorgesehenen Steigerung der Arbeitsproduktivität um 8,8 Prozent und zur Erreichung der von der Regierung gestellten Planziele 1956 ist.

Der Vorsitzende des Ausschusses, Abgeordneter Ziller, appellierte an die Abgeordneten, sich tatkräftig für die Durchsetzung der im Plan gestellten Aufgaben einzusetzen.

Aussaal nach Schönebecker Methode

Weitendorf will höhere Erträge ernten / VEG Oberhof ruft zur Rentabilität auf

Neustrelitz (ADN/Eig. Ber.). Mit Beginn der Frühjahrsaussaat wird in der LPG „Karl Liebknecht" in Weitendorf eine ständige Traktoristenbrigade der MTS Neuhof, Kreis Neustrelitz, nach der Methode von Schönebeck-Nord arbeiten. Die Genossenschaftsbauern werden 10 ha Kartoffeln im Quadratnestpflanzverfahren anbauen, das gesamte Sommergetreide im Engdrillverfahren aussäen und auf 10 ha Halmfrüchten die Zusatzbestäubung anwenden. Die Rapserträge werden von 14 auf 18 dz und bei Spätkartoffeln von 180 auf 220 dz gesteigert. Als Untersaat bei Getreide sind auf 20 ha Kleegrasgemische ge',ät Eine Ertragssteigerung bei Zuckerrüben von 300 dz auf 330 dz und bei Futterrüben von 320 auf 395 dz/ha soll die ausreichende Futtergrundlage für die Viehbestände sichern. Alle Feldarbeiten werden im Fließsvstem durchgeführt, wobei vier Genossenschaftsmitglieder als

Schichtfahrer mitarbeiten. Die gründliche Vorbereitung dieser Maßnahmen wird dazu führen, daß die Genossenschaftsbauern ihre im Produktionsplan festgesetzten Erträge erreichen können.

Rostock (ADN). Zu Ehren der 3. Parteikonferenz der SED und der im Februar stattfindenden

ersten Zentralen Konferenz der volkseigenen Güter verpflichteten sich die Landarbeiter des Volksgutes Oberhof, Bezirk Rostock, in diesem Jahr die pflanzliche Produktion gegenüber 1955 um 15 Prozent zu steigern. Im vergangenen Jahr wurden je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche 110 DM über den Plan hinaus an den Staat abgeführt. 1956 soll sich diese Summe auf 114 DM erhöhen. Die Landarbeiter rufen ihre Kollegen in allen volkseigenen Gütern der DDR auf, ihrem Beispiel zu folgen und in diesem Jahr rentabel zu arbeiten.

Jede Tonne zählt

Senftenberg erfüllt den Plan

Berlin (ADN). Die Bergarbeiter des Braunkohlenreviers Senftenberg haben in den letzten Tagen hervorragende Leistungen im Kampf gegen Frost und Schnee vollbracht. Während die Fördermengen in der Zeit der strengen Kälte abgesunken waren, erfüllten die Senftenberger Kumpel am vergangenen Sonntag erstmalig wieder die Planauflage in der Rohkohlenförderung. In der ersten Sonntagsschicht wurde das Planziel knapp erreicht. Die zweite Schicht förderte 8,3 Prozent Rohkohle über die Tagesplanmenge. Beispielhafte Leistungen vollbrachten die Kumpel im Tagebau Koschen. Trotz Eis und Schnee förderten sie am 2. Februar 1612 und am 3. Februar sogar 3391 t Rohbraunkohle über den Plan. Die beiden Förderbrücken in Skado bewältigten während der Frostperiode 8000 Kubikmeter Abraum zusätzlich.

Das Ministerium für Kohle und Energie hat für die jeweils beste und zweitbeste Abteilung im Wettbewerb zur Aufholung durch den Frost entstandener Planschulden bis zum 25. Februar Prämien bereitgestellt. Zu diesem Wettbewerb hat der Zentralvorstand der IG Bergbau alle Braunkohlenkumpel aufgerufen^

Die Jugend allseitig fördern

"Oeute und morgen, am 8. und •*"*■ 9. Februar, geben in den volkseigenen Betrieben der Industrie und Landwirtschaft die Betriebsleiter und in den Gemeinden und Städten die Bürgermeister Rechenschaft darüber, wie die betrieblichen und örtlichen Jugendförderungspläne in die Tat umgesetzt wurden. Gemeinsam werden sie mit der Jugend neue Förderungsmaßnahmen beraten. Diese Rechenschaftslegung ist ein Ausdruck des Mitbestimmungsrechtes unserer Jugend, ein Bestandteil unserer Demokratie. In Westdeutschland wäre es undenkbar, daß ein Kapitalist oder Staatsbeamter in dieser Weise vor der Jugend Rede und Antwort steht.

"ürst vor wenigen Tagen beschloß i-1 der Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik den Plan zur Förderung der Jugend im Jahre 1956. Freudig stimmen unsere Jungen und Mädchen diesem Plan zu, denn er entspricht ihren ureigensten Interessen und den Erfordernissen des Aufbaues des Sozialismus, der vor allem für unsere junge Generation ein Leben in Wohlstand und Glück bedeutet.

Aus der Fülle der für 1956 vorgesehenen jugendfördernden Maßnahmen seien nur einige genannt: Neben der weiteren Verbesserung der Berufsausbildung und Qualifizierung der Jugendlichen in der Industrie werden in verstärktem (Maße Lehrlinge in den LPG und volkseigenen Gütern ausgebildet, um den Facharbeiternachwuchs für den sozialistischen Sektor auf dem Lande zu sichern. Von den Ministerien und den Betriebsleitungen wird verlangt, daß sie noch energischer die Initiative der Jugend im sozialistischen Wettbewerb zur Einführung neuer Technik, bei der Verbesserung des Produktionsablaufes und im Kampf um eine höhere Qualität der Erzeugnisse unterstützen. Über die Volkshochschulen und die Technischen Betriebsschulen werden der werktätigen Jugend weitere Wege zum Hoch- und Fachschulstudium geebnet. Zahlreiche neue Jugendherbergen und Jugendklubhäuser sowie eine Anzahl neuer Sportanlagen sollen der sinnvollen Gestaltung der Freizeit der jungen Menschen dienen, die wandern, singen und tanzen, Sport treiben •und sich erholen wollen. Alle Kinder unserer Republik werden in diesem Jahr ihre Ferien in der großzügigen -"Ferienaktion unseres ütaates verleben können.

Insgesamt werden in diesem Jahr 2,5 Milliarden DM für die Jugendförderung ausgegeben.

I~\er neue Jugendförderungsplan

•*-* unserer Regierung ist also der Ausdrucü einer großzügigen, folgerichtigen und planmäßigen JugenclpolitiK, Erneut erweist sich, daß unser Arbeiter-und-Bauern-Staat im wahrsten binne des Wortes ein fataat aer Jugend ist. Von Kindheit an lebt die Jugend in der Atmosphäre der Freineit, hilft ihr der Staat der Arbeiter und Bauern, alle ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu entwickeln. Unsere jungen Menschen, die für den Soziaiismus arbeiten und kämpfen, haben die Gewißheit, daß dieser Kampf erfolgreich sein wird, denn an unserer Seite steht das große Lager des Friedens und des Fortschritts, Die Jugend in unserer Republik hat eine große und glänzende Perspektive, weil der Sache des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus die Zukunft gehört,

Die Jugend in Westdeutschland hat diese Perspektive nicht. Dort arbeitet die werktätige Jugend nicht für sich, sondern für den Reichtum der Monopolisten und Junker. Im Bonner Staat der 150 Multimillionäre herrscht die schonungslose Ausbeutung der Lehrlinge und Jungarbeiter. Die Jugendlichen haben nicht einmal das Recht auf Arbeit. Soziale Unsicherheit und amerikanischer Schundimport führen zur Verrohung und Verwahrlosung der Jugend, die die Kasernen der NATO füllen und zu jedem Verbrechen gefügig gemacht werden soll, Das ist die „Jugendpolitik" der Adenauer-Regierung, die der Jugend zutiefst feindlich ist und deshalb auch auf ihren Widerstand trifft.

So steht es um die Perspektive der Jugend in Deutschland. Kann man sagen, daß sich alle Jugendlichen unserer Republik darüber im klaren sind und entsprechend handeln? Zweifellos gibt es einen großen Teil Jugendlicher, der aktiv und bewußt beim Aufbau in der vordersten Reihe steht. An

den Erfolgen der DDR hat die Jugend großen Anteil.

Doch es gibt auch noch junge Menschen, die ihre eigene Perspektive, die großen Veränderungen in der Welt, das grandiose Bild der Niederreißung des Alten und des Aufbaues der neuen Ordnung in unserer Heimat noch nicht verstehen, die noch nicht mit aller Kraft am sozialistischen Aufbau teilnehmen, die die großen Errungenschaften unserer Republik als Selbstverständlichkeit betrachten.

Das hat seine Ursache nicht zuletzt darin, daß sich viele Partei-, Staats- und Wirtschaftsfunktionäre in der Vergangenheit wenig um die Erziehung der Jugend kümmerten. So wurden auch die Jugendförderungspläne oft nur als Mittel zur Schaffung materieller Vorteile für die Jugend betrachtet, anstatt diese Pläne zu Instrumenten der Erziehung der Jugend zu machen. Deshalb muß der neue Jugendfprderungsplan mehr als in der Vergangenheit dazu dienen, die gesamte Jugend für uns zu gewinnen, mit unseren Ideen zu erfüllen, denn von dem Bewußtsein der Jugend, ihrer Verbundenheit zu unserem Staat und von ihrer Einstellung zur Arbeit hängt es mit ab, in welchem Tempo die Arbeitsproduktivität gesteigert, der zweite Fünfjahrplan erfüllt und mit welchem Erfolg die Verteidigung unserer Errungenschaften organisiert wird.

Darum darf bei der Rechenschaftslegung über die Verwirklichung der örtlichen und betrieblichen Jugendförderungspläne nicht allein Bilanz über die Zahl der für die Jugend geschaffenen Einrichtungen und Möglichkeiten gezogen werden. Maßstab für den Erfolg der Jugendförderungsmaßnahmen ist der Stand der patriotischen Erziehung unserer jungen Menschen, ihre Ergebenheit und Treue zu unserer Republik, zur Sache des Sozialismus, ist die Aktivität der Jugend bei der Erfüllung unserer Pläne und ihre Bereitschaft, die Errungenschaften der DDR selbstlos und opferbereit zu verteidigen.

f|ie Erziehung der Jugend voll- ■*"^ zieht sich in erster Linie im Prozeß der aktiven Anteilnahme am Aufbau des Sozialismus. Deshalb muß bei der Rechenschaftslegung geprüft werden, ob die Maßnahmen unserer Staats- und Wirtschaftsfunktionäre zur Förderung der Jugend vor allem eine stärkere Anteilnahme am sozialistischen Aufbau gewährleisten. Heute werden in unserer Republik die Kader für den Sozialismus geschmiedet. Sorgen aber unsere Staats- und Wirtschaftsfunktionäre schon in jedem Fall dafür, daß unsere Lehrlinge an den modernsten Maschinen ausgebildet werden, die neue Technik beherrschen und nach Neuerermethoden arbeiten lernen? Werden in der Landwirtschaft die Jugendlichen schon in ausreichendem Maße mit den Methoden der sozialistischen Großproduktion vertraut gemacht? Und werden überall an den Schulen die neuesten Erkenntnisse der fortgeschrittensten Wissenschaft gelehrt, wird die Jugend auf die Leitung und Entwicklung der sozialistischen Wirtschaft vorbereitet? Darauf müssen die Rechenschaftsberichte konkrete Antwort geben. Es gilt aber auch zu prüfen, ob die ganze Vielfalt der Interessen der Jugend respektiert, wie das Jugendwandern, die kulturelle Betätigung, der Sportbetrieb gefördert wurde.

Bei der Rechenschaftslegung wird es nicht ohne harte Worte abgehen, denn nicht überall wurde der Jugendförderungsplan gewissenhaft erfüllt. Zum Beispiel wußte der Bürgermeister von Merseburg von Februar bis November vorigen Jahres überhaupt nichts von der Existenz des Jugendförderungsplanes seiner Stadt. Vielfach wurden Einrichtungen für unsere Jugend zweckentfremdet. Das behinderte in starkem Maße die Gewinnung der Jugendlichen für unsere Sache. Eine solche Mißachtung der Gesetze muß auf der Rechenschaftslegung scharf kritisiert werden. Alle zweckentfremdeten Einrichtungen sind sofort ihrer eigentlichen Bestimmung wiederzuzuführen.

Mit dem Schlendrian, der die Erziehung unserer Jugend hemmt, muß Schluß gemacht werden. Wenn unsere Wirtschafts- und Staatsfunktionäre die Gesetze unserer Regierung gewissenhaft verwirklichen, wenn sie aufhören, die Arbeit unter der Jugend als ausschließliche Angelegenheit des Jugendverbandes zu betrachten, und selbst bei der Lösung dieser Aufgaben tatkräftig helfen, werden wir in der patriotischen Erziehung unserer Jugend neue große Erfolge erzielen.

Beitrag der Werktätigen zur 3. Parteikonferenz der SED

Mit neuer Technik höhere Qualität

Arbeiter des Karosserie-, Waggon- und Landmaschinenbaus planen technischen Fortschritt

Berlin (Eig. Ber.). Die Zahl der Betriebe, die dem Beispiel der weitere Senkung der Produktionskosten, einen guten Start zu geben. Werkzeugmaschinenfabrik Magdeburg folgen und Pläne zur Er- Die Belegschaft des Waggonbaus Bautzen will durch die Verwirkforschung und Einführung der neuen Technik ausarbeiten, wächst lichung ihres Planes der neuen Technik 450 000 DM einsparen. Beständig. Nicht allein die Werkzeugmaschinenbauer, auch Arbeiter deutende Qualitätsverbesserungen haben die technisch-organides Karosserie-, Waggon- und Landmaschinenbaus nehmen die . , „ , . , _ , . . , „ , D . ., c j c^r» » i a j -i T-.- c- x. i satorischen Maßnahmen im Karosseriewerk Dresden bei der Her- 3. Parteikonferenz der SED zum Anlaß, dem zweiten Fünfjahrplan

durch einen schwungvollen Anstieg der Arbeitsproduktivität, be- Stellung der Karosserie für den P 70 und im Mähdrescherwerk in

sonders durch Maßnahmen des technischen Fortschritts und eine Weimar bei der Fertigung der Großerntemaschinen zum Ziel.

Der Plan der neuen Technik, der vom technischen Rat des Waggonbau Bautzen mit der gesamten Belegschaft bis zum Quartalsende geschaffen werden wird, enthält u. a. die Verpflichtung des Konstruktionsbüros, die Leichtbauweise für die Waggons entsprechend der Welttechnik einzuführen. Ferner werden die Konstrukteure gemeinsam mit den Technologen und Rationalisatoren für alle in der Fertigung befindlichen Konstruktionen und besonders für Neuentwicklungen Standards schaffen, die auf alle Betriebe des Industriezweiges übertragbar sind. Außerdem ist beabsichtigt, die Taktarbeit bei größeren Stückzahlen einzuführen, um eine günstige Ausnutzung der Produktionsflächen zu erreichen.

Die Arbeiter des Karosseriewerkes Dresden, deren Verpflichtungen vom Sekretär der Betriebsparteiorganisation im Namen des Werkkollektivs auf der Delegiertenkonferenz der SED des Kreises I Dresden bekanntgegeben wurden, setzen sich u. a. das Ziel, im I. Quartal in sämtlichen Brigaden Materialverbrauchsnormen nach

dem neuesten Stand der technischen Entwicklung aufzustellen, um eine größere Materialeinsparung zu erreichen. Das Konstrukteurkollektiv des Betriebes will bis zum 20. März nicht nur die Konstruktion für das Kabriolett P 311—2 in allen seinen Teilen den Produktionsabteilungen fertigungsreif übergeben, sondern es wird außerdem die Qualität des P 70 so erhöhen, daß bis zum 1. Mai 1956 das Prüfzeichen 1 für gute Qualität verliehen -werden kann.

Auch im Mähdrescherwerk Weimar wird der Qualität der Produktion in den Plänen der neuen Technik besondere Aufmerksamkeit geschenkt. So ist vorgesehen, Qualitätsausstellungen zu organisieren.

Auch technologische Maßnahmen sollen die Güte des Erzeugnisses weiter verbessern helfen. Es wird geprüft werden, inwieweit die Teile der Großerntemaschinen im Genauschmiede- und Preßverfahren hergestellt werden können. Dadurch könnte auch Material und Zeit eingespart werden. Die Belegschaft des Mähdrescherwerkes Weimar wird so auch der Kritik Rechnung tragen, die an der Qualität ihrer Erzeugnisse geübt werden mußte. Besonders bedeutungsvoll ist in der Verpflichtung des Betriebes ferner, daß die Fertigungszeit für den Mähdrescher im Jahre 1956 auf 1000 Stunden und für die Kartoffelvollerntemaschine auf 900 Stunden gesenkt werden soll.

Gute Arbeitsorganisation

Die Brigaden Hartmann und Dannehl von der Werkzeugmaschinenfabrik Magdeburg sind in den sozialistischen Wettbewerb getreten, um den Plan des technischen Fortschrittes dieses Betriebes verwirklichen zu helfen. Eine Verbesserung ihrer Leistungen bewirkt die geänderte Arbeitsorganisation. Übersichtlich ist ihr Produktionsraum

angeordnet Fotos: Zentralbild

Die bevorstehende 3. Parteikonferenz spornt die Belegschaft der MTS Genthin im Bezirk Magde* bürg an, ihre Arbeit in den LPG nach der Schönebecker Methode zuorganisieren, damit der sozialistische Sektpr in der Landwirtschaft gestärkt wird. Genossenschaftsbauer Manfred Mahls (links) von der LPG „Traktor" wird als Schichtfahrer arbeiten

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