Berlin (ADN/Eig. Ber.). Die Forderung an die Volkskammer. Maßnahmen zu beschließen, die den Aufbau einer schlagkräftigen Volksarmee in der Deutschen Demokratischen Republik gewährleisten, kommt immer stärker in Stellungnahmen zahlreicher Arbeiter und Bauern zum Ausdruck.
In einem Schreiben der Betriebsleitung des VEB Funkwerk Köpenick, das von Nationalpreisträger Dr. Weber und anderen Wissenschaftlern des Betriebes unterzeichnet ist, heißt es: „In Westdeutschland wurden unter dem Kommando amerikanischer Militärs und Milliardäre die alten Verderber Deutschlands wieder eingesetzt, die den Aufbau der Bonner Söldnerarmee verstärkt durchführen und zum Revanchekrieg auffordern. Deshalb schließt sich die Leitung des Werkes den Forderungen der Kampfdemonstration vom vergangenen Sonntag an, unsere DDR weiter zu festigen und unsere Heimat durch die Schaffung einer Volksarmee zu schützen."
Die Brigade des Werkzeugmachers Fenske im VEB Elektro- Apparate-Werke „J. W. Stalin" richtete nach eingehender Diskussion über die Lage in Westdeutschland an die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik und die Abgeordneten der Volkskammer ein Schreiben, in dem es u. a. heißt: „Wir wollen in Frieden in der Deutschen Demokratischen Republik den Sozialismus aufbauen. Wir wissen, daß auch die Arbeiter in Westdeutschland die Pläne der Militaristen verabscheuen und gegen sie kämpfen. Heute genügt das jedoch nicht mehr. Darum fordern wir von den Abgeordneten der Volkskammer, den gewählten Vertretern des Volkes der Deutschen Demokratischen Republik, daß sie den Schutz der Heimat, der Errungenschaften der Arbeiter-und-Bauern-Macht in der Deutschen Demokratischen Republik, die Errungenschaften der ganzen deutschen Arbeiterklasse sind, durch die Schaffung einer Volksarmee sichern."
Die Lehrkräfte der Andreas- Oberschule in Berlin 017 wenden sich in einer Resolution an die Abgeordneten der Volkskammer: „Es gilt jetzt, die Errungenschaften unseres Arbeiter-und-Bauern-Staates sowie den weiteren Aufbau unserer Gesellschaft zu schützen." Sie bitten daher die Regierung und die Abgeordneten der Volkskammer, die Forderungen der Werktätigen und ihrer Kampfgruppen in die Tat umzusetzen und eine Volksarmee zum Schütze unserer Heimat zu schaffen. Unser Beitrag wird darin bestehen, daß wir unsere Kraft und Lehrerpersönlichkeit für die sich daraus ergebenden Erziehungsaufgaben einsetzen."
„Der Schutz der DDR, des Vaterlandes aller deutschen Patrioten, gegen alle Machenschaften der NATO-Generale und ihrer Geldgeber ist das Gebot der Stunde", heißt es in einer Entschließung, die am Montag auf einer Kundgebung in Frankfurt (Oder) von Männern, Frauen und Jugendlichen angenommen wurde. Auf der Kundgebung hatte der Berliner Oberbürgermeister Friedrich Ebert, Mitglied des Politbüros des ZK der SED, gesprochen. „Die am Sonntag in Berün von den bewaffneten Arbeitern geforderte Volksarmee ist der Ausdruck ihres Willens, die DDR und damit den Frieden in Europa zu sichern", sagte Friedrich Ebert. „Die Schaffung einer nationalen Volksarmee ist nicht nur eine Frage der Verteidigung gegen die finsteren Kriegspläne unserer Gegner. Sie ist auch ein Teil unserer Souveränität, und wir werden von unserem Recht, das uns die Souveränität gibt, in vollem Umfang Gebrauch machen^ und damit unserer Verpflichtung gerecht werden, die wir im Warschauer Vertrag übernommen haben."
Weit über 2000 Kumpel aus dem Stahl- und Walzwerk Brandenburg haben bis zum Dienstagabend durch ihre Unterschrift die Schaffung einer Volksarmee gefordert. Etwa 500 Stahl- und Walzwerker der Sonntagsschicht stimmten, nachdem sie von dem Willen der Demonstranten in Berlin hörten, sofort dieser Forderung zu. Die Kollegen sind der Meinung, daß auf Grund der zunehmenden Remilitarisierung in Westdeutschland eine Arbeiterund-Bauern-Armee zum Schutz unserer Errungenschaften notwendig ist.
Die über 100 Genossenschaftsbauern der LPG „Neues Leben" in Mestlin, Bezirk Schwerin, wandten sich ebenfalls in einem Telegramm an die Volkskammer, in dem es heißt: „Angesichts der Machenschaften der amerikanischen und westdeutschen Imperialisten und der von ihnen beschleunigten Aufrüstung fordern wir von der Volkskammer, daß sie Maßnahmen ergreift, lim eine Volksarmee in der Deutschen Demokratischen Republik zu bilden."
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