Neues Deutschland
ORGAN DES ZENTRALKOMITEES DER SOZIAUSTISCHEN EINHEITSPARTEI DEUTSCHLANDS
Berliner Ausgabe „Vorwärts"
11. (67.) Jahrgang / Nr. 40 / Einzelpreis 15 Pf
Berlin, Donnerstag, 16. Februar 1956
Von den Beratungen des XX. Parteitages der KPdSU
Tsthu Teh überbringt die Grüße Chinas
Beginn der Diskussion / Verdoppelung des Wohnungsbaues in Moskau / Ukraine fordert RSFSR zum sozialistischen Wettbewerb heraus / Bessere Standortverteilung der Industrie vorgeschlagen
Von unserem Moskauer Korrespondenten HeinzStern
Moskau. Mit lang anhaltendem Beifall empfingen die Delegierten des XX. Parteitages Marschall Tschu Teh, der am Schluß des zweiten Verhandlungstages das Wort ergriff, um die Grüße der chinesischen Bruderpartei und des gesamten chinesischen 600-Millionen- Volkes zu überbringen. Der Marschall erinnerte daran, daß sich am Dienstag zum sechsten Male der bedeutungsvolle Tag jährte, an dem die großen Völker der
Sowjetunion und Chinas ihren Freundschafts- und Beistandspakt unterzeichneten.
Die Erfolge der Sowjetunion, sagte Marschall Tschu Teh weiter, werden vom chinesischen Volk mit Freude verfolgt und begrüßt. Die Sowjetunion ist die mächtigste Stütze des Friedens, der Demokratie und der Freiheit. Die Richtlinien für den 6. Fünfjahrplan geben
nicht nur dem sowjetischen Volk, sondern auch dem chinesischen Volk und dem ganzen Lager des Friedens und der Demokratie eine großartige Perspektive und haben eben darum den Haß der Feinde des Friedens hervorgerufen. Die Kommunistische Partei der Sowjetunion ist immer das große Vorbild für die Kommunistische Partei Chinas.
Die Kommunistische Partei Chinas, berichtete Marschall Tschu Teh weiter, führt das chinesische Volk zum Sozialismus. In China ist eine große sozialistische Revolution im Gange, die gegenwärtig einen Aufschwung erlebt. 70 Prozent der Bauern Chinas sind bereits in Kooperationen vereinigt. Bis 1958 ist vorgesehen, die Kollektivierung zum Abschluß zu bringen. Die Gründung von gemischten Betrieben des Staates und der Privatunternehmer hat in Schanghai, Tientsin, Kanton und anderen Städten gute Ergebnisse gezeigt. Der erste Fünfjahrplan Chinas wird voraussichtlich beträchtlich übererfüllt werden. Das chinesische Volk könnte seinen großen Aufbau von so gewaltigem Maßstab niemals ohne die Hilfe der Sowjetunion verwirklichen. Deshalb gilt der Sowjetunion unsere tiefe Dankbarkeit. Das chinesische Volk liebt den Frieden und wird mit den anderen Völkern Asiens für die Festigung des Friedens wirken. Der XX. Parteitag wird das chinesische Volk in diesem Kampf zu noch größeren Taten begeistern.
Marschall Tschu Teh verlas abschließend eine Grußbotschaft des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, die von Mao Tse-tung unterzeichnet ist und die von den Delegierten des Parteitages mit großer Begeisterung aufgenommen wurde.
Am Mittwoch früh hatte der XX. Parteitag der KPdSU seine Beratungen im großen Kremlpalast fortgesetzt. Genosse T. G. Moskatow erstattete den Bericht der Zentralen Revisionskommission.
Dann begann die Diskussion über den Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees der KPdSU, den der Erste Sekretär d'es ZK, N. S. Chruschtschow, am Vortage erstattet hatte, sowie über den Bericht der Revisionskommission. Die Delegierten berichteten darüber, wie die Beschlüsse des ZK der KPdSU in ihren Republiken, Städten und Gebieten verwirklicht worden sind, welche Erfolge die Werktätigen im
5. Fünfjahrplan errungen haben und welche Aufgaben jetzt im
6. Fünfjahrplan vor ihnen stehen. Alle Redner hoben hervor, daß die Maßnahmen des ZK der KPdSU auf innen- und außenpolitischem Gebiet bei der Partei und im ganzen Sowjetvolk ungeteilte Unterstützung finden.
Die Genossin J. Furzewa, Sekretär der Moskauer Stadtparteiorganisation, berichtete über die Arbeit der Moskauer Parteiorganisation zur Modernisierung der Moskauer Betriebe und zur Durchsetzung des technischen Fortschritts und sprach daran über Probleme des Bauwesens. Im vergangenen Fünfjahrplan — so sagte sie — wurden 20 Milliarden Rubel für den Wohnungsbau verwandt, das sind doppelt soviel wie im 4. Fünfjahrplan, wodurch u. a. 4,3 Millionen Quadratmeter Wohnraum geschaffen wurden. Dennoch, sagte Genossin Furzewa, ist der Wohnungsmangel das brennendste Problem in Moskau. Im 6. Fünfjahrplan werden in Moskau 9 Millionen Quadratmeter Wohnraum geschaffen, doppelt soviel wie im 5. Fünfjahrplan. Vorteilhaft war die Zusammenlegung kleinerer
Bauorganisationen zu großen Vereinigungen, dadurch waren große Einsparungen möglich, die nach vorläufigen Schätzungen 90 Millionen Rubel betragen.
Genossin Furzewa teilte weiter mit, daß in diesem Jahr, ein Jahr vor der festgesetzten Frist, die Gasleitung Stawropol — Moskau fertiggestellt wird. 1960 wird der Gasverbrauch der Hauptstadt das 4V2fache des Verbrauchs von 1955 betragen. Alle kommunalen Betriebe werden vom Kohlen- auf Gasverbrauch umgestellt, wodurch Millionen Tonnen Kohle eingespart ■werden können.
Genosse A. I. Kiritschenko, Erster Sekretär der ukrainischen Parteiorganisation, berichtet dem Parteitag, daß die Ukraine heute fünfmal soviel Kohle und sechsmal soviel Roheisen und Stahl erzeugt wie 1913. Auf diese Unionsrepublik kommen heute 32 Prozent der gesamten Kohlenförderung der Sowjetunion und fast die Hälfte seiner Roheisenproduktion. Die Stromerzeugung der Ukraine beträgt heute das 15fache dessen, was 1913 in ganz Rußland an Strom erzeugt wurde.
An den Schulen und Hochschulen der Ukrainischen Republik studieren und lernen 7 Millionen Menschen. Von je 10 000 Ukrainern sind 180 Ingenieure und Techniker, das sind mehr als in irgendeinem kapitalistischen Land der Welt.
Genosse Kiritschenko berichtete über die Anstrengungen der Partei auf dem Gebiet des Wbhnung.st baue's* und teilte mit, daß allein durch eine Überprüfung der vorgelegten Projekte und die Streichung der überflüssigen Schmuckelemente 1,6 Milliarden Rubel eingespart werden konnten, wovon 1 Million qm Wohnraum oder 450 Schulen gebaut werden können.
Aktive Verteidigung des sichere Garantie gegen
Friedens -
den Krieg
A ngesichts des Wettrüstens in •*■*• verschiedenen imperialistischen Staaten und der ständigen Versuche reaktionärer Kreise, einer Entspannung in der internationalen Lage entgegenzuwirken, fragen sich gegenwärtig Millionen Menschen in der ganzen Welt: Ist ein neuer Krieg unvermeidlich? Steht der Menschheit, die zwei blutige Weltkriege durchgemacht hat, unbedingt noch ein dritter bevor?
In dem Rechenschaftsbericht auf dem XX. Parteitag der KPdSU hat Genosse N. S. Chruschtschow auf Grund einer tiefen wissenschaftlichen Analyse, in der er die welthistorischen Veränderungen berücksichtigte, die in den letzten Jahrzehnten vor sich gegangen sind, auf diese Fragen eine klare Antwort gegeben: Eine verhängnisvolle Unvermeidbarkeit der Kriege gibt es nicht! Wie kommt Genosse Chruschtschow zu dieser weittragenden, jeden einzelnen Menschen mit neuer Zuversicht erfüllenden Feststellung?
D ekanntlich gibt es den marxi- J-'stisch-lenmistischen Grundsatz, daß Kriege unvermeidlich sind, solange es den Imperialismus gibt Dieser Leitsatz wurde von den großen Theoretikern des wissenschaftlichen Sozialismus in einer Zeit ausgearbeitet, als erstens der Imperialismus noch ein allumfassendes Weltsystem war und zweitens die am Kriege nicht interessierten gesellschaftlichen und politischen Kräfte, wie zum Beispiel die Arbeiterklasse, die Bauern, ja alle werktätigen Menschen.'schwach und nicht genügend organisiert waren. Unter diesen Bedingungen konnten die friedliebenden Kräfte die Imperialisten nicht zwingen, auf Kriege zu verzichten.
Hinzu kommt, daß man bei der Frage nach der Unvermeidlichkeit von Kriegen sehr oft nur die ökonomische Grundlage der kriegerischen Auseinandersetzungen im Imperialismus analysiert, also die Jagd der kapitalistischen Monopole nach Maximalprofit, die Militarisierung der Volkswirtschaft, ihre Überführung auf die Gleise des Krieges u. ä.
Tj1 s genügt jedoch nicht, nur diese •*-Jeine Seite einer gewissenhaften Untersuchung zu unterziehen. Genosse Chruschtschow weist in seinem Rechenschaftsbericht ausdrücklich darauf hin, daß der Krieg nicht nur eine ökonomische Erscheinung ist, sondern daß man bei einer marxistisch-leninistischen Analyse auch andere Umstände ernsthaft in Rechnung stellen muß. Er erklärte deshalb:
„Bei der Frage, ob der Krieg sein wird oder nicht, hat das Verhältnis der Klassenkräfte, der politischen Kräfte, die Organisiertheit und der bewußte Wille der Menschen eine große Bedeutung. Mehr noch. Unter bestimmten Bedingungen kann der Kampf der fortschrittlichen gesellschaftlichen und politischen Kräfte in dieser Frage eine entscheidende Rolle spielen. Bisher war es so, daß die am Krieg nicht interessierten und gegen den Krieg auftretenden Kräfte schwach organisiert waren und keine Mittel hatten, um ihren Willen den Plänen der Kriegsbrandstifter entgegenzustellen. So war es vor dem ersten Weltkrieg, als die Hauptkraft, die gegen die Kriegsgefahr kämpfte, — das internationale Proletariat — durch den Verrat der Führer der zweiten Internationale desorganisiert, war. So war es auch am Vorabend des zweiten Weltkrieges, als die Sowjetunion der einzige Staat war, der eine aktive friedliche Politik betrieb, während die anderen Großmächte faktisch die Aggressoren ermunterten und die Arbeiterbewegung in den kapitalistischen Ländern durch die rechten Führer der Sozialdemokratie gespalten war."
Was jedoch für die Zeit vor dem ersten bzw. dem zweiten Weltkrieg noch charakteristisch war, trifft auf die heutige Situation längst nicht mehr zu. Die gegenwärtige Entwicklung ist vielmehr durch das ständige Erstarken der Kräfte des Friedens und des Sozialismus in der ganzen Welt gekennzeichnet. Deshalb konnte N. S. Chruschtschow
auf dem XX. Parteitag der KPdSU auch feststellen:
„Das Weltlager des Sozialismus entstand und wurde zu einer mächtigen Kraft. In diesem Lager besitzen die friedliebenden Kräfte nicht nur die moralischen, sondern auch die materiellen Mittel zur Verhinderung einer Aggression. Außerdem gibt es eine große Gruppe anderer Staaten mit einer Bevölkerung, die viele Hunderte Millionen Menschen zählt, eine Gruppe von Staaten, die sich aktiv gegen den Krieg wenden. Zu einer gewaltigen Kraft ist in unserer Zeit die Arbeiterbewegung in den kapitalistischen Ländern geworden. Es entstand die Weltfriedensbewegung und wurde zu einem mächtigen Faktor."
TTeißt das jedoch, daß wir nun J-J. etwa die Hände einfach in 'den Schoß legen» und tatenlos vom immerwährenden Frieden träumen dürfen? Natürlich nicht. Denn selbstverständlich behält die Leninsche These, daß die ökonomische Grundlage von Kriegen erhalten bleibt, solange der Imperialismus existiert, auch unter den neuen veränderten Bedingungen ihre Gültigkeit. Solange es auf der Welt imperialistische Konzerne und Monopole gibt, werden die reaktionären Kräfte in den imperialistischen Staaten, die die Interessen dieser Monopole vertreten, versuchen, kriegerische Abenteuer und Aggressionen vom Zaune zu brechen. Die ständigen Provokationen der Dulles und Adenauer, die sich gegen die Entspannung der internationalen Lage richten, bestätigen das nur allzu deutlich;
Deshalb müssen die mächtigen gesellschaftlichen und politischen Kräfte, die heute über bedeutende Mittel verfügen, um die Entfesselung eines Krieges durch die Imperialisten und ihre Handlanger nicht zuzulassen, wachsam gegenüber allen Machenschaften der Kriegstreiber sein. Falls es jedoch die Imperialisten versuchen sollten, einen Krieg zu beginnen, so werden diese Kräfte den Aggressoren eine vernichtende Niederlage bereiten. N. S. Chruschtschow weist dabei besonders noch auf folgendes hin:
„Hierfür ist es notwendig, daß alle dem Krieg entgegentretenden Kräfte wachsam und kampfbereit sind, daß sie in einer Einheitsfront vorgehen und in ihren Bemühungen im Kampf um die Erhaltung des Friedens nicht nachlassen. J e aktiver die Völker den Frieden verteidigen,desto größer sind die Garantien, daß es keinen neuen K r i e g g i b t."
r\ie Ausführungen N. S. Chru- •*-' schtschows auf dem XX. Parteitag der KPdSU sind gerade für das deutsche Volk von hoher aktueller Bedeutung. Auch in unserer Republik und in Westdeutschland fragen sich angesichts der Remilitarisierungspolitik des Bonner Staates und der Kriegsdrohungen Adenauers nicht wenige Bürger, ob ein Krieg auf deutschem Boden vermeidlich ist.
Die Deutsche Demokratische Republik ist ein wichtiger Teil der mächtigen Kraft, die über die moralischen und materiellen Mittel verfügt, um einen neuen Weltkrieg zu verhindern. Wer deshalb unsere Republik durch die Erfüllung der großen Aufgaben des zweiten Fünfjahrplanes stärkt und bereit ist, unsere Arbeiter-und-Bauern- Macht zu verteidigen, der stärkt, damit die Kräfte, die den Krieg verhindern können.
Wer in Westdeutschland für die Aktionseinheit der Arbeiterklasse gegen das kriegstreiberische Regime des deutschen Militarismus und Imperialismus kämpft, wer mit dazu beiträgt, daß sich alle dem Kriege entgegentretenden Kräfte in ihren Bemühungen im Kampf um den Frieden zusammenschließen, der vermehrt die Möglichkeit, kriegerische Aggressionen zu verhüten.
Je entschlossener also das ganze deutsche Volk den Frieden verteidigt, desto größer sind die Garantien, daß es keinen Krieg auf deutschem Boden- geben wird.
(Fortsetzung auf Seite 2)
Kekkonen finnischer Staatspräsident
Helsinki (ADN). Der finnische Ministerpräsident Urho Kekkonen ist am Mittwoch zum neuen finnischen Staatspräsidenten gewählt worden. Kekkonen wurde von 300 Wahlmännern im dritten Wahl, gang gewählt. Bei den ersten beiden Wahlgängen erhielt keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit von 151 Stimmen* Im dritten Wahlgang konnte die Entscheidung mit einfacher Mehrheit zwischen den beiden Kandidaten getroffen werden, diie beim zweiten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten hatten. Dies waren Kekkonen und Reichstagspräsident Fagerholm. Von de» 300 Stimmen erhielt Kekkonen 151 und Fagerholm 149.
Grundfragen des zweiten Fünfjahrplanes
Kesselbaukonstrukteure machen Vorsehläge
Freiluftbauweise möglich / Neue Konstruktionen nicht anzuwenden?
Berlin (Eig. Ber.). Gegenwartig diskutieren Ingenieure und Konstrukteure, Arbeiter und Bauern über die Grundfragen des zweiten Fünfjahrplanes („ND" vom 14. Februar 1956). In der Diskussion werden wertvolle Vorschläge für die weitere Entwicklung der Industrie und Landwirtschaft gemacht. Diese Vorschläge werden bei der Ausarbeitung der Direktive zum zweiten Fünfjahrplan, die vor der 3. Parteikonferenz der SED veröffentlicht wird, berücksichtigt.
Werkleiter Wolf und Diplom- Ingenieur Gimborn vom VEB Dampferzeuger, Zentralstelle für Forschung, Entwicklung, Konstruktion und Technologie in Berlin, erklärten nach dem Studium der Grundfragen:
„Seit einigen Jahren schon sind wir bemüht,» die Freiluftbauweise bei Dampfkesseln einzuführen. Kommt es doch darauf an, bei dem Wachstum unserer Industrie so ökonomisch wie möglich zu arbeiten. Unser Kessel in Freiluftbauweise in Nachterstedt, der dort seit zwei Jahren steht, hat sich bis jetzt verhältnismäßig gut bewährt. Allerdings fehlen noch die notwendigen Erfahrungen über die Betriebsfähigkeit des Kessels bei besonders unterschiedlichen Temperaturen. Wir schlagen deshalb .vor, daß die Hauptverwaltung Energie, der VEB Energieprojektierung und wir jetzt schnellstens untersuchen, wie sich der strenge Frost auf den Kessel in Nachterstedt auswirkt. Wir sind auch der Meinung, daß mehr solche Anlagen in den Industriezentren gebaut werden sollten, weil sie es ermöglichen, den großen Anforderungen, die an die Energieversorgung gestellt werden, schnell gerecht zu werden. Es ist durchaus möglich, die Konstruktion vom Nachterstedter Kessel für größere Objekte zu erweitern. Eine gute Voraussetzung für einen solchen Freiluftbau ist die Feuerung der
Kessel mit Gas, und diese konnten von uns sofort gebaut werden.
Die Forderung nach der Einführung der neuesten Technik entsprechend dem höchsten Stand der Weltproduktion können wir nur unterstützen. Auf unserem Gebiet gibt es dabei noch einige Schwierigkeiten. Wir wären durchaus in der Lage, Kessel mit Zyklon-Feuerung und Schmelzkammerfeuerung zu bauen. Seit drei Jahren ist es weder der Plankommission noch der HV Energie gelungen, uns ein Projekt zu nennen, wo diese neuen Konstruktionen versuchsweise eingebaut werden können. Verständlicherweise will kein Betrieb das Risiko, das eine solche zwar neueste, aber doch Versuchsanlage mit sich bringt, übernehmen.
Schwierigkeiten bereitet uns auch die räumliche Unterbringung unserer Wissenschaftler und Konstrukteure. Hier sollte für einen solchen wichtigen Betrieb eine rasche Lösung gefunden werden.
Zur Messe unterwegs
Peking (ADN). Eine chinesische Regierungsdelegation ist am Mittwoch zur Teilnahme an der Leipziger Frühjahrsmesse aus Peking abgereist. Die* Delegation wird vom Präsidenten des Komitees.zur Forderung des Welthandels, Nan Hantschen, geleitet.
41 westberliner Aussteller
Berlin (ADN). Der Leiter des Büros „Berliner Handel", Herr Direktor Vollmer, teilte mit, daß sich an der Leipziger Messe 41 Aussteller aus Westberlin beteiligen. Unter ihnen sind solche bekannten Firmen wie Bechstein-AG, Welt- Pen GmbH, Spinnstoffabrik Zehlendorf AG und Langenscheidt-KG.
Großer Erfolg der KPI
Rom (ADN). Über 100 ooo neue Mitglieder sind von Anfang dieses Jahres' bis zum 4. Februar in die Kommunistische Partei Italiens aufgenommen worden. Damit hat die Partei ihr für 1956 gestecktes Ziel in der Mitgliederwerbung bereits zu mehr als 50 Prozent erfüllt
Harte Probe für Industrie und Verkehr
Arbeiter entlasten Stromnetz / Hiddensee vom Eis eingeschlossen / Überschwemmungen an Rhein und Donau
Berlin (ADN/Eig. Ber.). Kälte, starke Schneefälle und Stürme haben die Lage in1 Industrie und Verkehr weiter erschwert. Schneeverwehungen machten im Bezirk Rostock eine Reihe von Verkehrsstraßen unpassierbar. Die Kreisstadt Ribnitz-Damgarten war eine Zeitlang völlig von,den umliegenden Ortschaften abgeschnitten. Die Insel Hiddensee ist vom Eis eingeschlossen. Die Versorgung der Bevölkerung von Hiddensee ist jedoch gesichert.
Im Bezirk Magdeburg mußten 24 Personenzüge und ein D-Zug eingestellt werden. Die Durchlaßfähigkeit der Strecken läßt nach, weil viele ^Verspätungen durch Einfrieren von Weichen und Streckenverwehungen eintreten.
Da die Elbe und der Kanal zur Großgaserei Magdeburg zugefroren sind, mußte der gesamte Transport auf Bahnverkehr umgestellt werden. Stockungen in der Kohleversorgung sind dadurch unvermeidbar geworden.
In der Braunkohlenindustrie tra-^ ten erneut Schwierigkeiten durch Frostschäden an Baggern und Transportbändern auf. In Sedlitz konnte die zweite Schicht nicht abgelöst werden, da sämtliche Fahrzeuge des Kraftverkehrs eingefroren waren.
Katastrophenkommissionen. Straßendienst und die Arbeiter in den frostgefähröeten Betrieben leisten gemeinsam mit freiwilligen Helfern in allen Bezirken hervorragende Arbeit. Im VEB- Schwermaschinenbau „Ernst Thälmamn", Magdeburg, haben einige Betriebsabteilungen ihre Arbeitszeit verlegt, um das Stromnetz während der Spitzenzeiten nicht zu belasten. Die Magdeburger werden auch in den mechanischen Werkstätten die Arbeitszeiten verlegen, damit bei anhaltendem Frost die Stromversorgung gesichert bleibt.
Gute Unterstützung erhielten d:e Eisenbahner des Reichsbahndirektionsbezirkes Greifswald durch Angehörige der Kasernierten Volkspolizei sowie durch Werktätige der Volkswerft Stralsund und weitere volkseigene Betriebe der Ostseestadt. Ihren gemeinsamen Bemü^ hungen ist es mit zu danken, daß der Eisenbahnverkehr im nördlichen Teil der DDR bisher aufrechterhalten werden konnte.
Der Binnenschiffsverkehr im DSU-Bereich Stralsund ist zum Erliegen gekommen. Die gesamte Flotte konnte zuvor mitteldeutsche Stützpunkte der DSU anlaufen, wo sie nach Beendigung der Frostperiode sofort der Industrie zur Verfügung stehen werden.
Überall sind die Werktätigen bemüht, helfend einzugreifen, wo Not
am Mann ist. Bei einem Krankentransport konnte ein Krankenwagen von Weiß Wässer, Bezirk Cottbus, wegen Schneeverwehungen nicht weiter fahren. Kollege Jochmann vom Krankentransport brachte den Kranken mit einem Schlitten über zwei" Kilometer zu Fuß zum Krankenhaus.
260 -Einwohner, besonders Bauern der Gemeinden des Fischlandes im Bezirk Rostock, beteiligten sich an den Schneeräumarbeiten "auf der Straße zum Fischland. Ebensoviele Helfer beteiligten sich auf der Straße nach Marlow an den Arbeit ten. Auf der Insel Rügen sind Raupenschlepper der KVP eingesetzt, um den Verkehr zum Festland aufrechtzuerhalten.
Faschistische Tumulte in Nationalversammlung
Paris (ADN). Einen Tumult, der in tätliche Angriffe gegen , andere Abgeordnete ausartete, entfesselten die Anhänger des Faschisten. Poujade am Mittwochabend in der Französischen i Nationalversammlung. Der Präsident der Nationalversammlung, Le Troquer,. ^ah sich veranlaßt, die Sitzung zu unterbrechen und die Presse- und Zuschauertribünen räumen zu fassen.! Anlaß für die Provokation der Poujadefaschisten war eine Debatte über die Aberkennung des Mandats eines poujadistischen Abgeordneten/
Junge Pioniere helfen Rentnern
Junge Pioniere des Bezirkes helfen tatkräftig, um vor allem alten und gebrechlichen Einwohnern das Leben während des strengen Frostes a.u erleichtern. In der Timur-Bewegung stellen sich viele Junge Pioniere zur Verfügung. So brachten sie der 72jährigen Rentnerin, Frau Krause aus Hoyerswerda, die Kohlen vom Kohlenhändler in den Keller,
Die Gewerkschaftsfunktionäre Goldschmidt und Henze aus dem Eisenhüttenkombinat „J. W. Stalin", die gelernte Lokomotivführer sind, haben sich ihrem Betrieb als
Lokomotivführer zur Verfügung gestellt. Die Ausfälle durch Krankheit im Werkverkehr werden dadurch vermindert.
Stromsperren in Bonn
Bonn (ADN). Aus mehreren" Städten Westdeutschlands, dar-' unter auch aus Bonn, ist am Mittwoch bekanntgeworden, daß zeit-: weise Stromsperren eingeführt worden sind. Obwohl nach wie vor' Züge das Ruhrgebiet verlassen unddie westdeutsche Kohle nach den Vereinbarungen der Montan-Industrie als Expörtkohle mit entsprechend hohem Gewinn für die Zechenherren über die / Grenzen fahren, mehrten sich am Mittwoch die Meldungen, wonach unter anderem im Ruhrgebiet, in Baden- Württemberg und in Hessen die Versorgung der Bevölkerung mit Hausbrandkohle nicht mehr sichergestellt werden kann. Auch zahlreiche Industriebetriebe stehen infolge Kohlenmangels vor der Produktionseinschränkung oder zeitweisen Stillegung. Im Eisenbahnverkehr sind Zugverspätungen bis zu zehn Stunden eingetreten.
In Hameln mußten alle Schulen wegen Koksmangel geschlossen werden;
Durch die Kälte in Futternot geratene Füchse haben in Schleswig- Holstein einen Schneiderlehrling auf freiem Felde angefallen.
Zugunglück bei Neukieritzsch
Berlin .(ADN). Auf der Strecke Leipzig—Karl-Marx-Stadt stieß am Mittwoch früh auf dem Bahnhof Neukieritzsch der Personenzug 2531 mit einer Rangierlokomotive zusammen. Dabei erlitten zehn Reisende schwere und mehrere Personen leichte Verletzungen. Während die Mehrzahl der Verletzten nach ambulanter Behandlung ihre Fahrt fortsetzen konnten, erlagen zwei Personen ihren Verletzungen^ Die Ermittlungen über die Ursache des Unfalls sind noch im Gange.
Protest gegen Anschlag auf WGB
Peking (ADN). Der Allchinesische das Verbot der Tätigkeit des WGB
Gewerkschaftsbund hat in einem in Österreich protestiert. Diese
Telegramm an die österreichische unrechtmäßige Handlung verletze
Regierung gegen die Schließung die Charta der UN, heißt es in dem
des WGB-Sekretariats und gegen Telegramm.
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