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23.05.1956 / Seite 1 / Allgemein

Die Finanzorgane im zweiten Fünfjahrplan

TJeute beginnt im Kongreßsaal •*-•*• des Ministeriums der Finanzen eine Arbeitskonferenz der Mitarbeiter der Finanzorgane der Deutschen Demokratischen Republik. 1000 Mitarbeiter des Finanzapparates, Vorsitzende der örtlichen Räte, Volksvertreter, die in den ständigen Kommissionen Haushalt arbeiten, Wissenschaftler und Vertreter der Parteien und Massenorganisationen beraten gemeinsam, welche Veränderungen in der Arbeitsweise des Finanzapparates notwendig sind, um den zweiten Fünfjahrplan erfolgreich durchzuführen.

Die großen Aufgaben unseres wirtschaftlichen und kulturellen Aufbaus stellen gewaltige Forderungen an das gesamte Finanzsystem, das als Instrument der Arbeiter - und - Bauern - Macht die Geldmittel für die Finanzierung unseres zweiten Fünfjahrplanes zu mobilisieren und eine systematische Kontrolle durch die Mark über die sparsamste Verwendung der materiellen und finanziellen Mittel auszuüben hat.

Es wäre also falsch, die Konferenz nur als eine Angelegenheit der Mitarbeiter des Finanzapparates anzusehen. Vielmehr ist sie für alle Werktätigen von größtem Interesse. Die Arbeit der Finanzorgane muß den Werktätigen eine ständige Hilfe bei der Festigung der wirtschaftlichen Rechnungsführung sein, in ihrem täglichen Kampf zur Erhöhung der Leistungen bei gleichzeitiger Senkung des Arbeitsaufwandes.

Von der Arbeitskonferenz werden wertvolle Impulse für die Hebung des Niveaus der Arbeit der Finanzorgane — vom Ministerium der Finanzen bis zu den Kreisen und Gemeinden — erwartet. Gleichze'tig muß sie dazu beitragen, die Finanzdisziplin der Staats- und Wirtschaftsorgane sowie in den Betrieben zu stärken.

Schon seit Maaten wurden in allen örtlichen Fininzorfian^n 7ur Vorbereitung der Arbeit?konferenz Beratungen durchgeführt. Dadurch ist gewährleistet, daß die Delegierten der in Berlin stattfindenden Konferenz n:cht nur von ihrer persönlichen Meinung ausgehen, sondern sich- darüber hinaus auf die umfassende kritische Überprüfung der bisherigen Arbeit durch das gesamte Kollektiv stützen.

■pjie weitere Entwicklung von *-* Wissenschaft und Technik und die schnelle Nutzbarmachung ihrer neuesten Ergebnisse in der Produktion, die schrittweise Einführung des Siebenstundentages in der Industrie, die Verbesserung der Rentenversorgung sowie alle anderen Maßnahmen zur Hebung des materiellen und kulturellen Niveaus der Bevölkerung machen es einerseits notwendig, viel entschiedener als bisher alle Reserven in den Betrieben, Wirtschaftszweigen, Gemeinden, Kreisen und Bezirken in unseren wirtschaftlichen Aufbau einzubeziehen. Andererseits stellt, der Staat große Geldmittel in Form von Investitionen zur Verfügung. Allein für die nächsten fünf Jahre sind 47,6 Milliarden DM an staatlichen Investitionen für die Volks^ Wirtschaft vorgesehen. Das ist doppelt soviel wie im ersten Fünfjahrplan. Hinzu kommen noch 7 Milliarden DM Investitionen aus eigenen Mitteln der sozialistischen Betriebe bzw. aus Krediten.

Schon daraus ergeben sich die hohen Ansprüche, die an un>er Finanzsystem gestellt werden. Deshalb müssen die Mitarbeiter des Finanzapparates noch aktiver zur Mobilisierung der Reseryen in der Industrie, im Bauwesen, in der Landwirtschaft, im Handel und in den anderen Wirtschaftszweigen beitragen und die rationellste und sparsamste Verwendung der Material- und Geldmittel in der gesamten Volkswirtschaft sichern.

Wichtigste Quelle für die umfangreichen finanziellen Mittel ist die rapide Steigerung der Arbeitsproduktivität und die damit verbundene, bedeutende Senkung der Selbstkosten der Erzeugnisse.

Die Finanz- und Wirtschaftsfunktionäre -haben u. a. die Aufgabe, genau zu errechnen, wieviel jede Einheit des Erzeugnisses kostet, welcher ökonomische Nutzen durch die Einführung der neuen Maschinen, die Verbesserung der Technologie und die Organisation der Produktion erzielt wird. Die Einführung der neuen Technik muß vom "Standpunkt der Arbeiter-und- Bauern-Macht mit der Forderung nach- maximalem Nutzen für die Volkswirtschaft auf das engste verbunden werden. Da die Technik in keinem Falle von der Ökonomik der Produktion getrennt werden kann, müssen die Mitarbeiter der Finanzorgane besonders bei der Vorbereitung und Durchführung der ökonomischen Konferenzen in den Betrieben viel aktiver als bisher mitwirken.

Diese Hilfe für die Arbeiter, Meister und Techniker kann und muß schon in den Produktionsberatungen beginnen, wo vor allem der Hauptbuchhalter wertvolle Hinweise geben kann. In diesem Zusammenhang kommt auch den Betriebsvergleichen größte Bedeutung zu.

TTnsere Finanzorgane können auf *-' viele Erfolge zurückblicken. Aber auch Fehler wurden gemacht, die jetzt mit aller Energie überwunden werden müssen. Die Finanzorgane sollen mit ihren Methoden der Finanzierung sowie der Kontrolle unseren sozialistischen Aufbau fördern. Wenn sie bei ihrer Arbeit nicht stets von den Erfordernissen der Volkswirtschaft ausgehen, sich nicht auf die schöpferische Kraft der Werktätigen stützen, werden sie abseits vom Leben stehen, nur mehr oder weniger brauchbare Zahlenwerke zusammenstellen und so die wirtschaftliche Entwicklung kaum vorantreiben können, sondern eher hemmen.

Bereits bei der Aufstellung der Finanzpläne, der Analyse der Ergebnisse der einzelnen Wirtschaftszweige und Festlegung von Maßnahmen zur Erfüllung der Pläne ist deshalb auf jeden Fall von den Hinweisen der Arbeiter, Ingenieure und Werkleiter auszugehen. Wir erwarten von der Arbeitskonferenz Beschlüsse, die sichern helfen, daß künftig die Vorschläge der Werktätigen zur sparsamsten Verwendung von Arbeitskraft und Material in der Tätigkeit der Finanzorgane immer ihren Niederschlag finden.

17 ühner muß der Weg zur Stär- ■*-*■ kung der Verantwortung der örtlichen Organe des Staates beschritten werden. Die Einengung der Initiative der örtlichen Räte durch ein starres System von Finanzkontrollziffern, besonders bei der Planung des Haushaltes, ist durch die Erweiterung der Rechte der örtlichen Organe Anfang 1956 administrativ beseitigt; jetzt kommt e6 jedoch darauf an, besonders den örtlichen - Räten-- bei der Wahrnehmung ihrer Rechte zu helfen und darüber zu wachen, daß auch von den Finanzorganen in den Bezirken und Kreisen keine neuen Hemmnisse aufgebaut werden. Es sind solche Methoden zu entwickeln, die die Mitarbeit der Werktätigen in den Kreißen und Gemeinden anregen und sichern.

Die Räte der Bezirke und Kreise werden ihren Aufgaben nur dann gerecht werden, wenn sie sich systematisch auf die Ergebnisse der Arbeit der Finanzorgane stützen. Die Arbeitskonferenz sollte deshalb die Methoden der Planung der örtlichen Haushalte besonders kritisch überprüfen und Hemmnisse, die die Verantwortlichkeit der örtlichen Staatsorgane einschränken und dadurch eine breite Entfaltung der Demokratie behindern, aus dem Wege räumen.

Die Kader im Finanzapparat müssen sich durch eine tiefe Verbundenheit mit dem Arbeiter-und-Bauern-Staat auszeichnen und ressortmäßiges, bürokratisches Arbeiten überwinden. Ihre unmittelbare Verbindung mit allen Wirtschaftszweigen, staatlichen Einrichtungen und Betrieben und das umfassende Zahlenmaterial ermöglichen ihnen einen tiefen Einblick in den Wirtschaftsablauf. Eine hohe politische und fachliche Qualifikation ist die unbedingte Voraussetzung, um die das Wirtschaftsleben widerspiegelnden Zahlen einschätzen zu können. Folglich ist auch dem Problem der weiteren Qualifizierung der Mitarbeiter der Finanzorgane auf der Konferenz größte Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Delegierten der Konferenz tragen für die weitere Verbesserung der Arbeitsmethoden im Finanzapparat eine hohe Verantwortung. Es kommt darauf an, wertvolle Erfahrungen auszutauschen und aufzuzeigen, wie Schwierigkeiten überwunden worden sind. In der Aussprache sind die bisherige Arbeit kritisch zu überprüfen und der Konferenz. Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsweise zu unterbreiten.

Möge die Arbeitskonferenz der Mitarbeiter der Finanzorgane der Deutschen Demokratischen Republik in Berlin dazu beitragen, das wi«senschaftliche Niveau des gesamten Finanzapparates auf die Höhe der Aufgaben des zweiten Fünfjahrplanes zu bringen.

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Die Finanzorgane im zweiten Fünfjahrplan Gesamtdeutsche Fragen nur durch Mitwirkung der DDR lösbar Jeder dritte Dorf haushält beteiligt Neue, verbesserte Traktoren für die MTS Adenauer will auf Wehrpf lidtf beharren Modernstes Baustoffwerk in Rüdersdorf „Falken" bestellen „Telegraf" ab Erstes kulturpolitisches Forum der DDR Einladungen an Bulganin und Chruschtschow Jede Stunde drei Tonnen Stahl mehr Eslgien gegen Flick USA-Beteiligung an Leipziger Messe Daniel Mayer in Polen
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