Berlin (ADN). Der Genermlsekretlr des ZK der SED und Vorsitzende des Staatsrates der Deutseben Demokratischen Republik, Erleb Honecker, empfing am Donnerstag den Vorsitzenden des Ministerrates der Volksrepublik Polen, Zbigniew Messner, Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei, zu einem freundschaftlichen Gespräch.
Der Gast, der auf Einladung des Vorsitzenden des Ministerrates, Willi Stoph, in Berlin weilt, überbrachte herzliche Grüße des Ersten Sekretärs des Zentralkomitees der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei und Vorsitzenden des Staatsrates der Volksrepublik Polen, Wojciech Jaruzelski.
Die Gesprächspartner stellten mit Befriedigung fest, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der DDR und der VRP ein hohes Niveau erreicht haben und sich auf der Grundlage des vertrauensvollen Zusammenwirkens zwischen der SIED und der PVAP allseitig und kontinuierlich entwickeln.
Sie würdigten die bisherigen Ergebnisse bei der Erfüllung der im Dezember des vergangenen -Jahres auf höchster Ebene getroffenen Vereinbarungen, die dem weiteren Erstarken des Sozialismus dienen. In diesem Zusammenhang unterstrichen sie die besondere Bedeutung der zielstrebigen Realisierung des „Langfristigen Programms der Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen der jDDR und der VRP auf dem Gebiet von Wissenschaft, Technik und Produktion für den Zeitraum bis zum Jahr 2000", das vor allem auf die, noch effektivere Nutzung von Wissenschaft und Technik für die umfassende Intensivierung der Volkswirtschaften beider Länder gerichtet ist.
Erich Honecker und Zbigndew Messner werteten das enge Bündnis zwischen der DDR und Volkspolen als Nachbarn im Zentrum Europas und Verbündete im Warschauer Vertrag als nicht wegzudenkenden Bestandteil der europäischen Nachkriegsordnung und stabilen Faktor der Stärke der sozialistischen Gemeinschaft. Obereinstimmend wurde hervorgehoben, daß beide Seiten in der unablässigen Vertiefung des Bruderbundes und der vielgestaltigen Zusammenarbeit auch künftig eine wichtige außenpolitische Aufgabe sehen. '
Erich Honecker erläuterte dem polnischen Repräsentanten die aktuellen Aufgaben zur Umsetzung der vom XI. Parteitag der SIED entwickelten Strategie für den neuen Abschnitt der weiteren Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft in der DDR. Der bewährte Kurs der Einheit von Wartschafts- und Sozialpolitik werde konsequent fortgeführt und finde die volle Unterstützung aller Werktätigen. Die Bilanz der volkswirtschaftlichen Entwicklung nach neun Monaten belege, daß die DDR auch dieses Jahr eine gute Wegstrecke vorankommen wird.
Zbigniew Messner informierte über die vielfältigen Aktivitäten der PVAiP zur weiteren Verwirklichung der Beschlüsse des X. Parteitages.
Beide Politiker bekräftigten den -festen Willen ihrer Staaten, entsprechend den Beschlüssen der Budapester Tagung des Politischen Beratenden Ausschusses der Warschauer Vertragsstaaten alles zu tun, um die Gefahr einer nuklearen Katastrophe bannen zu helfen und eine Wende zur Entspannung in den, internationalen Beziehungen herbeizuführen. Sie bekundeten ihre volle Unterstützung. für die sowjetischen Friedensvorschläge, die auf ein immer niedrigeres Niveau des militärstrategischen Gleichgewichts, gleiche Sicherheit für alle und letztlich eine Welt ohne Kernwaffen gerichtet sind. Besonders würdigten sie die wiederholte Verlängerung des einseitigen Moratoriums der UdSSR für Nukleartests. Die Vereinbarung eines Teststoppabkommens wäre ein wesentlicher Fortschritt auf dem Wege zur nuklearen Abrüstung. Es wurde die Erwartung zum Ausdruck gebracht, daß auf dem unmittelbar bevorstehenden sowjetisch-amerikanischen Gipfeltreffen in Reykjavik Ergebnisse erzielt werden, die dem Friedens- Willen der Menschheit Rechnung tragen.
Die erfolgreiche Beendigung, der Stockholmer Konferenz zeige, daß der politische Dialog und das Streben nach gedeihlichen Beziehungen zwischen den Staaten zu konkreten Ergebnissen führen, Wenn die legitimen Interessen aller Seiten berücksichtigt' wert den. Das Abschlußdokument habe ein gutes Beispiel für die gegenwärtigen Abrüstungsverhandlungen, nicht zuletzt für das KSZE- Folgetreffen in Wien, gegeben.
Der Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzende des Staatsrates der DDR bat seinen Gast, Wojciech Jaruzelski brüderliche Grüße und beste Wünsche für ein erfolgreiches Voranschreiten Polens auf dem Wege des weiteren sozialistischen Aufbaus zu übermitteln.
An der Begegnung nahmen das Mitglied des Politbüros des ZK der SED, der Vorsitzende des Ministerrates der DDR, Willi Stoph, sowie die Botschafter beider Staaten, Horst Neubauer und Janusz Obodowski, teil.
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