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10.07.1966 / Seite 1 / Sport

! ' >.. ! Sport Das Heldentum eines Volkes Ohne Wasser, merkt euch das... Seite 9 ," ,' Spanien 1936 — Vietnam 1966 Die Stimme Bonns an Johnsons Ohr Seite 12 Menschlichkeit Von Dr. Günter Kertzscher

Hitler und Konsorten waren stolz darauf, »Unmenschen zu sein. Sie verachteten alle Humanität und sagten das offen. Heute sind die meisten Menschen nach all ihren Erfahrungen in diesem Punkte etwas empfindlicher. Darum reden heute auch die Unmenschen von Menschlichkeit. Ein Beispiel aus diesen Tagen. Auf Veranlassung unserer Regierung war mit dem Senat 'Von')Westberlin eine menschliche Erleichterung vereinbart worden: die Passierscheinstelle für dringende Familienangelegenheiten. So konnten wir, obwohl Bonn und WestberUhimmer noch eine Verständigung mit der DDR ablehnen« . • inzwischen .doch

für gewisse menschliche Anliegen einen Weg öffnen. Nun hat die Regierung Erhard dem Senat verboten, das Abkommen zu erneuern. Eine

unmenschliche Tat. Aber sie wurde begleitet von der Versicherung, die

Regierung in Bonn trete entschieden für

„menschliche Erleichterungen im geteilten Berlin" ein.

Erhard trampelt auf den menschlichen Anliegen der Berliner herum, aber er tut es mit freundlichen Worten. Da haben Wir; im Unterschied, zu den Barbaren der Nazizeit, den Typ' des heuchelnden Unmenschen. Freilich ist die Folie der Heuchelei dünn, manchmal .reißt sie. Dann kommt heraus, was Erhard von den Menschen hält. Dann sind humanistische Schriftsteller „kleine Pinscher", dann sind Ruhrkumpel, die um ihre Existenz kämpfen, „schamloses Gesindel, Lümmel und, Uhus"; Wir vernehmen^ die Sprache des Unmenschen.

Nicht einmal im eigenen Staate kümmert sich dfe Regierung Erhard um menschliche Erleichterungen. Vor wenigen Tagen ging durch die Presse die Nachricht von einem erschütternden Vorfall. Ein Mann in München, von den Bonner Mietgesetzen in die Enge getrieben, hat sich selber verbrannt, als der Gerichtsvollzieher kam, um das Zwangsräumungsurteil zu vollstrekken. Was für ein System, das Menschen im gewöhnlichen Alltag zu so unsagbarer Verzweiflung treibt!

Man könnte sagen, das alles seien noch relativ kleine Unmenschlichkeiten, verglichen mit den großen, die wir aus der Geschichte dieses Jahrhunderts kennen. Aber sie kündigen doch größere Barbarei an. Es sind Signale der heraufkommenden „formierten Gesellschaft", mit der die westdeutsche Bevölkerung für den Revanchekrieg in Form gebracht werden soll. Drüben, auf der anderen Seite des Erdballs, ist die große Unmenschlichkeit am Zuge, mit Napalmbomben und Giftgas. Die Regierung Erhard ist die einzige in Europa, die den Kriegsverbrechen gegen Vietnam Beifall spendet und sie unterstützt.

Auch die Sozialdemokraten nehmen gern die Menschlichkeit für sich in Anspruch. Doch warum protestiert die Bundestagsfraktion der SPD nicht gegen die Unterstützung der amerikanischen Verbrechen in Vietnam? Das Wort „Menschlichkeit" allein können wir nicht für bare Münze nehmen.

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! ' >.. ! Sport Das Heldentum eines Volkes Ohne Wasser, merkt euch das... Seite 9 ," ,' Spanien 1936 — Vietnam 1966 Die Stimme Bonns an Johnsons Ohr Seite 12 Menschlichkeit Von Dr. Günter Kertzscher Festlicher Auftakt zur Ostseewoche USA auf Hitlers Weg Walter Ulbricht: iin Eilol für Frieden und Sicherheit Erklärung nach der Tagung der Warschauer Vertragsstaaten Appell zur Kampffront gegen die USA-Aggressoren / Auch Bonner Komplicen werden sich verantworten müssen Gewichtige Initiative Diktaturgesetze schon in Aktion Sportausstellung in Berlin eröffnet Feriensommer in Lubmin Aufruf an alle Staaten Ausgewachsener Skandal
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