Einer der größten gesellschaftlichen Fortschritte der Deutschen Demokratischen Republik auf dem Wege zu einer wahrhaft humanistischen Gesellschaftsordnung ist ohne Zweifel die Verwirklichung der vollen politischen und'wirtschaftlichen Gleichberechtigung der Frau. Es gibt keine Befreiung der Menschheit ohne" die soziale Unabhängigkeit und Gleichstellung der Geschlechter, sagt August Bebel in seinem Werk „Die Frau und der Sozialismus". Die Gleichberechtigung der Frau auf allen Gebieten unseres gesellschaftlichen Lebens, die Weckung und Förderung aller ihrer Talente und Fähigkeiten ist also ein wesentlicher Beitrag zum umfassenden Aufbau des Sozialismus und' ein wichtiges Merkmal für den Öiarakter unseres Arbeiterund-Bauern-Staates. „Selbst wenn unsere Repu- - blik nichts weiter getan hätte als die reale Emanzipation der Frau", heißt es in der Erklärung des Staatsrates vor der Volkskammer am }i. Juli 1965, „dann würde das bereits ausreichen, um ihre politisch-soziale Überlegenheit gegenüber Westdeutschland zu begründen."
Wenn heuter 20 Jahre nach Gründung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, unsere Frauen und Mädchen Seite an Seite mit den Männern Leistungen vollbringen, von denen sie früher nicht zu träumen wagten, so hat an dieser großartigen Entwicklung unsere Partei entscheidenden Anteil. Seit ihrem Bestehen hat sie, "ctreu den Traditionen der revolutionären deutschen Arbeiterbewegung, die Befreiung der Frau aus Ungleichheit und doppelter Unterdrückung auf ihre Fahne geschrieben. Schon auf dem Vereinigungsparteitag, der dem deutschen Volkeden Ausweg aus Not und Elend sichtbar machte und den Weg einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung wies, forderte die Partei die Frauen'• zur Mitarbeit auf. Im „Manifest an das deutsche Volk" rief sie ihnen zu: „Nur im Frieden kann das Glück der Familien gedeihen. Nur die neue demokratische Republik kann euch gleichen Lohn für gleiche Leistung, eine volle Gleichberechtigung als Frau auf allen Gebieten und den Ausbau des Kindes- und Mutterschutzes sichern." Der Sozialismus, für den wir kämpfen, bringt den Frauen gleiches Recht und volle Entfaltungsmöglichkeiten."
Es gibt wohl keine Frau in unserer-. Republik, gleich welchen Alters, welcher Weltanschauung oder Religion, die bestreiten' Iwürde,v daß diese ersten Forderungen der Partei längst erfüllt wurden. Und so ist es gesetzmäßig, daß sich mit dem Wachsen unserer Arbeiter-und- Bauern-Macht immer sichtbarer eine,, große, grundlegende Wandlung unter unseren Frauen' vollzieht. Immer aktiver nehmen sie am gesellschaftlichen Leben teil. Es gibt kaum, einen Beruf, in dem nicht Frauen vertreten .-wären. Immer mutiger und selbstbewußter/ dringen sie auch in die Gebiete der Wissenschaft und Technik ein. Wer es nicht glaubt, der fahre, in das Chemiefaserkombiriat nach Guben oder ,zum Erdölk'ombinat Schwedt und mache sich mit den tüchtigen weiblichen Ingenieuren und Che-/ mikern bekannt, die einen wesentlichen Anteil an den großen Leistungen dieser Betriebe haben; oder er spreche mit Lieselott Herforth, -dem ersten weiblichen Rektor einer technischen, Universität und Mitglied des Staatsrates;^ oder,, er blicke auf die Bäuerinnen unserer Republik. »
Bei den Frauen auf dem Lande hat sich in den vergangenen Jahren eine 'wirkliche Revolu^ tion vollzogen. Das hat der IX. Bauernkongreß erneut bestätigt. Hier vertraten die Bäuerinnen' (und das vor rund 550x3 Teilnehmern!) entschieden und selbstbewußt ihre sachkundige Meinung zu den verschiedensten Problemen der sozialisti-" sehen Landwirtschaft und sparten auch nicht mit Kritik. Keine Spur mehr von den schüchternen, geduckten „Landpomeranzen" vergangener Jahre!
Dieser Atem des Neuen, der von unseren Flauen ausgeht, verfehlt selbst auf unsere .Gegner nicht seine Wirkung." Die uns nicht besonders wohlgesinnte westdeutsche. Frauenzeitschrift „Constanze" mußte in einer- Reportage > !über die DDR gestehen :■■ „Das Wunder drüben 'sind die Frauen." Natürlich ist die Wandlung unserer Frauen kein „Wunder", aber das Erstaunen westlicher Korrespondenten wird verständlicher, wenn man- die Lage' der westdeutschen Frauen kennt. } ,'' " •
' Ungeachtet' des '„Wirtschaftswunders"' leben •sie in derselben Ungleichheit, wie wir Älteren sie noch aus eigenem Erleben kennen: Obgleich die Zahl der hr der Wirtschaft tätigen Frauen ständig steigt, erhalten die Frauen und Mädchen 'für die'gleiche Arbeit nach- wie vor weniger Lohn 'als die Männer;, ihre Bildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sind viel- geringer; und was den Schutz von Mutter und Kind anbetrifft, ist Westdeutschland nach - eigenem Eingeständnis eines der unterentwickeltsten Länder in Europa. Auf politischem Gebiet geht die Einflußnahme der, Frauen .sogar stetig zurück: Während der Anteil der Frauen im Bundestag 1949 fast 9 Prozent ■und 1961 noch 8,3 Prozent betrug, sank er nach den Wahlen 196$ auf 6,9 Prozent. In den Gemeinde- und Kreisparlamenten liegt der .Anteil-der--weiblichen- Abgeordneten häufig unter, einem Prozent, wie die „Süddeutsche Zeitung" kurz vor, den Wahlen unter der bezeichnenden1 Überschrift „Rückzug der Frauen aus der .Politik" zu ''berichten' wußte. - / ,.-■• Die Ursache für diesen „Rückzug" liegt nicht inur darin,-daß der ^westdeutschen^ Frau.,,auf Schritt vuftd Tritt suggeriert wird, Politik ,sei „Männersache", als vielmehr; in dem offenen : 'Widerstand der verantwortlichen Politiker gegen jede politische .Betätigung .der Frau. In; der „Süddeutschen Zeitung" von Ende Februar wird festgestellt:-„Wo immer eine Frau das öffendliche Wirken ;sucht, wird .sie auf der. männlichen Sexte der kJeinenj :uod großen .Parlamente- eiskalte Skepsis verspüren." Denn ,[in vielen'männlichen Hirnen" herrsche die Auffassung, daß „die« Rolle der Frau im Getriebe der Geschichte die einer retardierenden (d. h. einer verzögernden, L. U.) Kraft"* sei. Und das werde so' bleiben,; *■ schreibt der Autor des Artikels zum Schluß: Er habe „den Verdacht, daß es zu einem Partnerverhältnis im Bereich der-Politik in absehbarer Zeit nicht.kommen wird. Denn weder die (vor-) herrschende noch, die nachrückende, männliche Generation. läßt vorerst' Bereitschaft erkennen, den Grundgesetzartikel der Gleichberechtigung auch auf die Politik anzuwenden^"
Eindeutiger- kann man wohl die frauenfeindliche, d. h. reaktionäre, unmenschliche" Einstellung der westdeutschen Politiker und ihrer *hen> sehenden Partei, der'sich »christlich" und „demokratisch" gebärdenden CDU, nicht charakterisieren. Im Grunde geht es doch, darum: Wer einen Atoinkiieg vorbereitet, ist an" einer' aktiven-Teilnahme der Frauen' am politischen Leben gär nicht interessiert, denn welche Frau und Mutter wäre'für eine solche Kriegspolitik" zu haben? Daß nicht nur das elementare 'Recht' der Frau' auf Gleichberechtigung, sondern auch die "westdeutsche- Verfassung; 'das ^Grundgesetz",1 mit Füßen, getreten wird, hat ■ für- die 'Bonner- CDU- Regierung sowieso keine Bedeutung, y , ,_-•■'
, Unsere Partei dagegen bewies in den vergangenen „Jahren durch die Tat, daß es ihr mit der Gleichberechtigung der Frau heiliger' Ernst; 'ist.: Sie ließ sich stets von -der wissenschaftlichen Erkenntnis leiten, daß die Frau «nicht'weniger begabt ist als der Mann, jedoch die Entfaltung ihrer Fähigkeiten durch' die jahrtausendealt^ Vorherrschaft des?, Mannes und die'doppelte Unterdrückung,, in der. Ausbeutergesellschaft gehemmt wurde.. Deshalb forderte die SED'nicht' nur seit^ ihrer Gründung die" Gleichberechtigung der" Frau, sondern tat,-auch alles, um sie. durch?■ setzenvzu. helfen. .. .. « . ," '..''.. f -:
■'•' Unsere Partei' förderte die .bereits, seit 194 J bestehenden kommunalen Frauenausschüsse, die' für: Tausende ven.Frauen eine wahre.Schule der Demokratie wurden^ Sie hat\die Schaffung, einer» einheitlichen , Frauenorganisation, •! desr -DFD)-. unterstützt, - nm, d1 je .Frauen.,aller,■„ Schichten, und. Weltanschauungen -''in den- Neuaufbau^ finzubeziehen und - sie, ihrer. :Kr_f ft» bewüßt werden zu lassen, (in .Westdeutschland'-gibt.es Hunderte von Frauenorganisationen). ;Die -SED hat nach derv Grüridüng,-der. DÖR dafür,gesorgt, daß -als eines der,ersten. Gesetze das „Gesetz über den Mutteruhd Kinderschutz, und die 'Rechne'der. Frau" be^ schlössen wurde. Da unsere'Partei auf allen Gebieten die Praxis', stets ; als das, entscheidende Kriterium für die Richtigkeit der -Theorie betrachtet» hat sie darauf, geachtet, daß die Gleichberechtigung im Leben verwirklicht.wird: Sie half durch :ihren Beschluß über..,die Bildung von1 Frauenausschüssen Anfang. 1952 besonders - den Arbeiterinnen, sich von Hemmungen zu befreien und selbst,.mit dafür zu'sorgen'; daß vorhandene Vorurteile1-schneller überwunden :wurden".
■' Von besonderer Bedeutung warJdas Kommunique des Politbüros,],Die "Frau'-^ dei- Frieden -und: der: Sozialismus"-Vo'm-Dezenibe^ 1961. Sein [ Hauptanliegen ist t es, älj,en^ gesellschaftlichen Kräften der DDR, bewußt zu-mächen, daß die volle Gleichberechtigung der Ffaüf ihre
' Förderung- in •". mittlere1 und- leitende,--" Funktionen und, die? Erleichterung ihres' (Lebens .' keine
'„Fräuensäche" ist, sondern ein--Erfordernis ifür den Aufbau des Sozialismus ■' und : deshalb- Sache der gänzen-Gesellschaft, d.h. 'aller gesellschaftlichen Organisationen und' auch -des 'Staatsapparates;
■ ■ Die* großartige; Wandlung unter den Frauen und Mädchen unserer Republik, und auch die
^Überwindung rückständiger ^Auffassungen^ bei . vielen Männern "verführen jedoch ^manche^Partei-, Staats-; »Wirtscnafts- ,.und - Gewerkschafts- '" rfunktiohäre zu ■-der*Annahme, in' bezug.'auf, die sr ■ Förderung der... Brauen, ihre Qualifizierung'und -;• die*:= Erleichterung- jhresr'.Lebens, gehe, entspre- *.<hen'd'unseren.Möglichkeiten schon, alles in Qrd- ''1»'«n'Ungi>..:iW.er aber:, da^;uLebeh' aufmerksam beobachtet, weiß, daß trotz .der erreichten Erfolge . das Kommunique nach-wie vor"gültig">ist:- Was 1 Genosse Walter Ulbricht auf dem VI. Parteitag zur-Begründüng dafür gesagt hat, gilt -auch heute:
■ „Die gesetzlich festgelegte Gleichberechtigung -der Frau auf allen„-Gebieten muß fja'unermüd- . lieh: im täglichen -Leben praktisch , durchgesetzt
,"» werden? Das ist • ein Manger Prozeß; und ssetzt.-die /Schaffung sowohl der ideologischen als auch der ökonomischen; und kulturellen Bedingungen dazu \joraus. Diesen ProzeJJ ständig bewußt zu för- * dernj' ist Sache alle*;*'Parteigenqssen..,'iDazur gehört vor allem, t daß entsprechend dem. Kommu- ;nigu'e mehr Fräüen jnjttlere' und leitende- Ppsi- " -tionen^in Wirtschaft, und -Staat 'sowie' in. den gesellschaftlichen Organisationen erhalten." < • -,-■; Gerade -für, das Jptztere werden;die; Fähig- ;-ketten <j,jdet .Frauen «längst, -nicht.;'in dem .Maße genutzt,'.wie es:möglich und im Interesse der " technischen -Revolution! ,notwendig wäre. Des- .halb,' sollte.:^ bei allem .Stolz, auf das bisher ; Erreichte; w jeder; Genosse an seinem Platr dazu , beitragen, das Kommunique in allen seinen Tejlen'jtnit: Leb,en»2ur erfüllen. Damit werden wjr denj. Aufbau., des ^Sozialismus: in unserer- Repu- .blik-b^schleunigeö und ihr.Ansehen in.'der ganzen Welt weiter erhöhen.
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