5. September
18.09.1966 / Seite 1 / Allgemein

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Proletarier aller Länden vereinigt euch!

Organ des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitsparte! Deutschlands

Berliner Ausgabe / Einzelpreis 15 Pf

Berlin, Sonntag, 18. September 1966

21. Jahrgang I Nr. 257

Zeichnung: Prof. JazdzewsM'

Fest des Liedes und des Tanzes

Aue (ADN). Tausende Bürger der Stadt und des Kreises Aue feiern am Wochenende das vierte »Fest des Liedes und des Tanzes",

Die schon zur Tradition gewordenen "festlichen Septembertage, mit denen die Industriestadt 1963 der Republik ein Beispiel für ein reges sozialistisches geistig-kulturelles Leben gab, werden auch diesmal wieder von vielen Laienkunstschaffenden gestaltet.

In mehr als,100 Veranstaltungen auf allen zentralen Plätzen und vielen Straßen der Stadt dominieren- wiederum Freude und Frohsinn.

>,Politika": Bonn hält

sich Revolverbanden

Belgrad (ADN-Korr./ND). Der Bonner „Politika"-Korrespondent stellt ineinemKommentar zur Taktik der Erhard-Regierung, die Schuld für den antijugoslawischen Terror in Westdeutschland von sich abzulenken, fest: „Westdeutschland ist heute das einzige Land in der Welt, in dem man auf Polizeilisten Kriminelle, Heimatlose, Abtrünnige, geworbene und verführte Flüchtlinge; führt,. deren einzige Pflicht es ist;,den Revolver oder das Messer zu ziehen, eine Explosion oder einen Brand zu einem ganz bestimmten Zweck und in einem ganz bestimmten Augenblick auszulösen." Nach, allem, was in Westdeutschland geschehen sei, hätten die dortigen Behörden erst zu beweisen, „daß, die Bundesrepublik auf Gewalt, Drohungen und Terror verzichtet und sich mit der Tat an jene friedlichen Grundsätze und Versprechungen hält, an denen es ansonsten in den Bonner Proklamationen nicht ■"mangelt*. ■ :

Jugendstafette im Manövergebiet

Bürger der CSSR grüßten Soldaten der vier befreundeten Armeen

Pisek (ADN). Ein farbenprächtiges Bild bot die Artilleriekaserne in Pisek am Sonnabendmittag, als dort eine Freundschaftsstafette der Jugend des Kreisgebietes eintraf, um Vertreter der vier am Manöver beteiligten Armeen zu begrüßen. Durch ein langes Spalier fuhr unter den Klängen einer Militärkapelle eine CSM-Delegation auf 50 Motorrädern in die Kaserne. In einer dicken Mappe überbrachten sie den Vertretern der Tschechoslowakischen Volksarmee, der Sowjetarmee, der Nationalen Volksarmee und der Ungarischen Volksarmee die Ergebnisse zahlreicher Versammlungen, Beratungen und Aussprachen, die zur Vorbereitung des Manövers „Moldau" in den letzten Wochen im gesamten Manövergebiet stattgefunden hatten.

Mit herzlichen Worten dankten hohe Offiziere der vier sozialistischen Armeen für diesen Freundschaftsbeweis. Sie beizeichneten die Aktion des tschechoslowakischen Jugendverbandes als einen wichtigen Beitrag zur politischen Vorbereitung und Durchführung des Herbstmanövers. (Siehe auch Seite 2)

Aktiv beriet über Kooperation

Bäuerliche Handelsgenossenschaften ermöglichen rationellen Transport ,

Halle (ND). Am Freitag konstituierte sich in Görzig, Kreis Köthen, das Aktiv „Kooperationsbeziehungen und Dienstleistungen" des Landwirtschaftsfates der DDR. Dem Gremium gehören 36 Praktiker, Wissenschaftler, Partei- und Staatsfunktionäre an. Zum Vorsitzenden wurde Fritz Woit, Mitglied des Kooperationsrates Görzig/Osternienburg/Gröbzigj berufen.

Gottfried Sperling, 1. Sekretär des Zentralvorstandes der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe, berichtete über die Entwicklung der bäuerlichen Handelsgenossenschaften (BHG) zu zwischengenossenschaftlichen Einrichtungen seit dem IX. Deutschen Bauernkongreß. In den ersten sieben Monaten des Jahres haben die BHG Leistungen im Werte von 110 Millionen Mark für die LPG übernommen. Das sind 23 Millionen Mark mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Etwa 3000 Traktoren könnten für Feldarbeiten frei werden, wenn die LPG die Fahrzeuge der BHG besser nutzten. Weiterhin berieten die Beiratsmitgliedef über den Entwurf eines Statuts in der Kooperationsgemeinschaft Berlstedt, Kreis Weimar-

Vormontiert zur Baustelle

Durch Rationalisierung höhere Leistungen bei der Anlagenmontage

Leipzig (ADN/ND). Vor der VVB Industrieanlagenmontagen und Stahlbau steht 1967 die Aufgäbe, ihre Montageleistungen gegenüber diesem Jahr um 37,6 Prozent zu erhöhen. Die beiden Montagebetriete der VVB, die ihren Sitz in Leipzig und Merseburg haben, sind vor allem an den Investitionsbauten der chemischen Industrie beteiligt, so unter anderem in Schwedt, Leuna II und Schwarzheide.

Mit Hilfe umfangreicher Rationalisierungsmaßnahmen bereitet sich der Industriezweig auf diese größeren Aufgaben vor. So wird, wie Generaldirektor Herbert Walter mitteilte, im Bereich der VVB eine Projektierungsabteilung für Grund- und Stahlfcaumontagen geschaffen. Ihre Aufgabe wjrd es sein, den Montageablauf auf den wichtigsten Baustellen gründlich vorzubereiten. Die montagetechnologischen Abteilungen der Betriebe werden vor allem darauf Einfluß- nehmen, daß die Montageteile schon weitgehend In den Werkstätten zusammengefügt und auf den Baustellen zu kompletten Blöcken oder Segmenten vormontiert werden können. Der Übergang zur Vor- und Blockmon-

(Fortsetzung auf Seite 2, Spalte 2)

Agenturen und Zeitungen aus alter Welt berichten über das 13. Plenum

Bonn soll Politik der Mitte betreiben

Rede Walter Ulbrichts „Die DDR, die europäische Sicherheit und die Entspannung der Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten" findet starkes internationales Interesse

'Berlin (ND). Die bedeutsame Rede Walter Ulbrichts auf der 13. Tagung des Zentralkomitees ist in der Weltöffentlichkeit mit größtem Interesse aufgenommen worden. Zeitungen sozialistischer Staaten würdigen die Bede Walter Ulbrichts als Beitrag im Sinne der jüngsten Tagung der Warschauer Vertragsstaaten. Die großen Nachrichtenagenturen des Westens berichteten in mehrteiligen Serien über den Inhalt der Bede.

jDie amerikanische Nachrichtenagentur AP schreibt unter dem Titel „Bonn soll jPolitik der Mitte' betreiben": „Von Bonn forderte Ulbricht eine .PolitiK der ; Mitte', die der Erhaltung des Status quo und der Herstellung .normaler Beziehungen zwischen beiden deutschen. Staaten* dienen solle." Weiter h«ißt es: „Die westdeutsche Regierung sdlle' im Interesse der europäischen

Sicherheit auf jegliche Gebietsansprüche, auf Revanchepolitik und • Alleinvertretungsanmaßung' verzichten." An anderer Stelle zitiert die Agentur die Worte: „Wir wollten im Sinne des Potsdamer Abkommens" ein einheitliches, friedliches, -demokratisches Deutschland." Sie gibt wieder, daß dieses Ziel jedoch von den Westmächten und den reaktionären Kräften in Westdeutschland verhindert worden sei. Dennoch vertrete die Regierung der DDR die Meinung, daß „beide deutsche Staaten trotz ihrer verschiedenen Gesellschaftsordnungen in friedlicher Koexistenz" nebeneinander leben könnten.

UPI hebt hervor: „Für Ulbricht ist die wichtigste Präge der europäischen Sicherheit der Verzicht der beiden deutr sehen Staaten auf das Verfügungsrecht (Fortsetzung Seite 2, Spalte 1)

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Berichterstatter: Genosse Günter Mittag, Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK

Heute auf den Seiten 3 bis 8

Aus dem Bericht des Politbüros an die 13. Tagung des Zentralkomitees

der Sozialistischen

Einheitspartei

Deutschlands

Die höhere Warte

' Von Harri Czepuck

Das 13. Plenum hat weitreichende Beschlüsse gefaßt. Wir gehen dem VII. Parteitag entgegen: Vorwärtsschauend, auf unsere Erfahrungen und Erfolge aufbauend.' Dabei werden wir noch große Aufgaben zu bewältigen haben. In den Reden und in anderen Materialien des Plenums ist das ausgedrückt. 1 • In der Rede

• : Walter Ulbrichts hat mich ein Ge- : danks besonders; l fasziniert, weil i er treffend und | bildhaft die Situation zeigt, in der wir uns gegenüber der westdeutschen Bundesrepublik befinden. Idi meiaejene Stelle der Rede, wo Walter Ulbricht M^mm'äih Lage „von

der höheren. Warte in der Hauptstadt des deutschen Friedensstaates" aus schildert. Von dieser höheren Warte aus sind! „die Zusammenhänge besser sichtbar, weil der Ausblick nach Ost und West, nach Nord und Süd weiter ist und weil wir auf dem soliden Fundament einer Friedens-. Ordnung stehen".

In diesem Bild wird die Überlegenheit unserer marxistischleninistischen Weltanschauung, die' Fähigkeit zur nüchternen und realistischen, zugleich aber auch weitblickenden Einschätzung deutlich. Diese Fähigkeit unserer Partei verleiht ihrer Politik Stabilität und Zielstrebigkeit, Kontinuität und Erfolg.

Es liegt nicht nur an der Tiefe der Rheinebene und an den sieben Bergen, wenn die in Bonn keine Weitsicht haben. Es ist vielmehr der Tiefstand ihrer Politik und das unsolide Fundament, auf dem diese Politik gebaut ist, was die Verantwortlichen in Bonn hindert, die Lage in Deutschland, in Europa und der Welt nüchtern und realistisch einzuschätzen. Deswegen fällen sie immer wieder Fehlentscheidungen, die einerseits ihre Isolierung vertiefen, andererseits aber' die Lage verschärfen.

Und nun lamentieren sie, reden sie von Krisen auf diesem und: jenem Gebiet. Sie streiten um Personen und sehen nicht, daß ihre Politik an dem Dilemma schuld ist. Das kommt davon, wenn man stur die Augen vor den Realitäten verschließt und dadurch nicht alles überblicken kann. ,

Wir sehen das, was in Westdeutschland vor sich geht, mit gro-, ßer Sorge, weil die Zukunft der( Nation bedroht ist und die Westdeutschen als erste Opfer bringen? müssen. Wir haben ein Recht, daran* zu erinnern, daß unsere Voraus-; sagen über den Weg der Bundesrepublik, die manchmal bezweifelt wurden, jetzt in der Wirklichkeit eine traurige Bestätigung finden.. Wir erinnern daran nicht aus billi-. ger Rechthaberei, sondern weil sich, jeder Gedanken machen sollte über die Klugheit und die wissenschaftliche Voraussicht unserer Partei. Vielleicht trägt das dazu bei, künftige ; Warnungen und Vorschläge, besser zu beachten - im Interesse des Friedens, den wir mit unserer Arbeit stärken,- im , Interesse der Nation, an deren Zukunft wir bauen.

So sollten auch die Vorschläge verstanden werden, die Walter Ulbricht im Interesse der Nation und der Sicherheit Europas vom 13. Plenum aus an die Bonner Regierung und alle Westdeutschen richtete. Es wäre gut, wenn sie beherzigt würden. Bei uns selbst sind wir damit immer gut gefahren. Mit dem Blick auf den VII. Parteitag wird das >auch künftig so sein.

»Bin ja nicht abergläubisch, aber mit dem 13. sind wir Immer gutgefahren.

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