A ls Montagemeister Eidam vom •"• VEB Zahnschneidemaschinenfabrik „Modul" auf der 3. Parteikonferenz der SED die Verpflichtung der Belegschaft bekanntgab, dieses Jahr für 1 Million DM Werkzeugmaschinen zusätzlich herzustellen, zollten die Delegierten dieser Initiative ihre Anerkennung. Auch die Parteiorganisation des VEB Großdrehmaschinen „8. Mai" in Karl-Marx-Stadt berät zur Zeit mit der gesamten Belegschaft über dieMöglichkeiten, ebenfalls in ihrem Betrieb den Plan zu erhöhen. Gewiß werden weitere Betriebe diesem Beispiel der Karl-Marx- Städter Werkzeugmaschinenbauer folgen.
Für 1 Million DM mehr Zahnschneidemaschinen modernster Konstruktion und höchster Qualität, das ist kein geringer Beitrag zur Einführung der neuen Technik in unseren Betrieben. Doch darin erschöpft sich die Bedeutung dieser Verpflichtung durchaus nicht. Wichtiger ist noch, daß die Maschinenbauer im Werk „Modul" die planmäßige Steigerung der Produktion um rund zwei Drittel und der Arbeitsproduktivität um 34 Prozent sowie die zusätzliche Produktionserhöhung im wesentlichen durch die Mobilisierung aller Froduktionsreserven erreichen wollen. Dabei ist die Vervollkommnung der Fertigungsverfahren und -prozesse, die Technologie, der wichtigste Faktor.
Eine allseitig entwickelte Technologie erlaubt es, die Zahl der Arbeitsoperationen zu vermindern; sie übt auf die Mechanisierung und die Organisation der Produktion großen Einfluß aus. Mit relativ geringem Aufwand an Arbeitskraft und Material, Produktionsmitteln und Raum wird größter Nutzen für unsere Volkswirtschaft sowie für den Betrieb selbst erreicht. Damit sind die Ziele der Vervollkommnung der Technologie charakterisiert und zugleich ihre hervorragende Rolle für die schnelle Steigerung der Arbeitsproduktivität überhaupt, die die Voraussetzung für das geplante Anwachsen des Volkswohlstandes ist.
Tm VEB „Modul" wird deshalb für ■*■ die wichtigsten Gruppen von Einzelteilen, die bestimmte Funktionen in der Maschine zu verrichten haben, des Nestverfahren der Bearbeitung eingeführt. Das trifft auf die Fertigung von Zahnrädern, Büchsen, Keilwellenprofilen und andere Funktionsteile zu. Durch Typisierung und Standardisierung wird beispielsweise die Zahl der verschiedenen Zahnräder von 2000 auf etwa 720 vermindert, wodurch die Massenfertigung möglich ist. Das Nest verfahren besteht hier in der Aufteilung der Arbeitsprozesse und ihrer organisatorischen Zusammenfassung in Maschinengruppen zur Bearbeitung.
Zehntausende Rüststunden im Jahr werden allein schon durch die Aufteilung der Dreharbeiten in Vorund Gutdrehen entfallen. Um 27 bis 28 Prozent schätzungsweise steigt die Arbeitsproduktivität. Weitere Vorteile bestehen darin, daß durch die Spezialisierung die Maschinen geschont werden, angelernte Arbeitskräfte s;ch an bestimmten Arbeitsgängen vervollkommnen, während gleichzeitig die hochqualifizierten Dreher für andere Arbeiten freigestellt werden können.
(l/Taschinen von Weltniveau her- ■"■'- stellen und gleichzeitig preiswürdig sein, stellt nicht nur hohe Anforderungen an die Konstruktion, sondern erfordert auch produktivere Fertigungsverfahren und rationellste Organisation des Produktionsablaufes. Ein Minimum an Arbeitsaufwand und Materialverbrauch wird erreicht, wenn intensivere, schnellere, technisch und wirtschaftlich günstigste Fertigungsmethoden eingeführt werden.
In allen Industriezweigen, ganz besonders im Maschinenbau, ergeben sich dabei die vielfältigsten Möglichkeiten der Anwendung produktiverer Verfahren, wie Präzisionsguß und Gesenkschmieden, Fließpressen und Unterpulverschweißen, Hochfrequenzhärten und elektroerosives Schneiden und Dutzende anderer, aeren Wirtschaftlichkeit naturgemäß in enger Beziehung zur Stückzahl der Erzeugnisse steht. Wo immer möglich, ist deshalb zur Massenfertigung überzugehen, was durch Typisierung und Standardisierung und vielfach durch sinnvolle Spezialisierung und Kooperation der Betriebe erreicht werden kann.
Häufig erschließt schon die Überprüfung der Bearbeitungserfolge, der Anordnung der Maschinen große Reserven: Der innerbetrieblrche Transport wird verkürzt, der Materialdurchlauf vereinfacht und beschleunigt, die Ausnutzung der Produktionsfläche erhöht und nicht selten der Übergang zur Fertigung auf Takt- und Fließstraßen erleichtert.
Nicht zuletzt steht die Ausrüstung der Betriebe mit hochleistungsfähigen Maschinen in engem Zusammenhang mit der Technologie. Der Wirkungsgrad der neuen Maschinerie wird um so höher sein, je besser gleichzeitig den Erfordernissen nach modernsten Verfahren, neuesten Arbeitsmethoden und wirtschaftlichster Organisation der Produktion und der Arbeit entsprochen wird.
A Hein die Tatsache, daß durch die •^*- Zerspanung von Metallen im Maschinenbau rund 30 Prozent der dort verwendeten Schwarzmetalle als Schrott anfallen, läßt auf erhebliche Schwächen der technologischen Arbeit in unseren Betrieben schließen und bekräftigt die Einschätzung im Referat des Genossen Walter Ulbricht auf der 3. Parteikonferenz. Er nannte die Technologie in vielen Industriezweigen „eines der schwächsten Glieder in der Kette unserer wirtschaftlichen Entwicklung" und forderte dazu auf, der Vervollkommnung der Technologie größte Aufmerksamkeit zu schenken.
Wie groß die Möglichkeiten dabei sind, zeigt unter vielen die spanlose Herstellung von Turbinenschaufeln. Während bei einer bestimmten Type mit 18 kg Einsatzgewicht über 80 Prozent des Materials zerspant werden, genügen nach dem Walzverfahren des Ingenieurs Bolzek jetzt 2,3 kg Einsatzgewicht, und die Kosten werden auf weniger als die Hälfte gesenkt. Eine Reihe von Bearbeitungsgängen, wie das komplizierte Fräsen, werden überflüssig, und ganze Maschinengruppen sind für andere Produktionsaufgaben frei.
Ähnlich eindrucksvolle Wirtschaftlichkeitsberechnungen bei Veränderungen der Fertigungstechnik und Übergang zu vollkommenerer Produktions- und Arbeitsorganisation heben die Bedeutung der Taktund Fließfertigung hervor. Der Übergang zum Gleitverfahren beim Montieren von Fräsmaschinen läßt im Fritz-Heckert-Werk mit zwei Drittel der bisher benötigten Montagefläche 40 Prozent mehr produzieren und die Produktivität der Arbeit um 15 bis 20 Prozent steigern.
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T~)ie Technologie zu vervollkomm- ■*-' nen und die Produktionsorganisation auf ein höheres Niveau zu heben, erfordert von Technologen und Konstrukteuren große Anstrengungen. Ihnen sollte bei der Lösung ihrer Aufgaben volle Unterstützung zuteil werden. Falsch wäre es jedoch, zu glauben, daß die Vervollkommnung der Technologie einzig Angelegenheit von Technologen oder Konstrukteuren sei. Richtig ist vielmehr, daß gerade jene, die an den Maschinen stehen und die Erzeugnisse bearbeiten, dank ihrer täglichen Erfahrungen einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Fertigungsverfahren leisten können. Die großartige Entwicklung der Bewegung der Rationalisatoren und Erfinder in unserer Republik spricht für sich selbst. Jeder dritte Verbesserungsvorschlag mindestens ist auf eine Verbesserung der Fertigungsverfahren gerichtet.
Beispielsweise hat auch die Bildung von Technischen Aktivs im Schwermaschinenbau „Ernst Thälmann" Magdeburg schon zu technologischen Verbesserungen geführt. So wurde auf Grund der Zusammenarbeit zwischen Facharbeitern und Angehörigen der technischen Intelligenz das Schnellgewindeschneiden eingeführt, das die Arbeitsproduktivität verdreifachen läßt.
Große Verantwortung für die Vervollkommnung der Fertigungsverfahren tragen auch die Parteiorganisationen in den Fachministerien und Betrieben. Wenn z. B. im Bereich der Hauptverwaltung Ausrüstungen für die chemische, keramische und Nahrungs- und Genußmittelindustrie geplant war, weniger Sondermaschinen für die Massenfertigung und mehr Universalmaschinen anzuschaffen, so daß die voll- und halbautomatische Fertigung beim Drehen von 17 Prozent im Jahre 1955 auf 12 Prozent im Jahre 1960 zu verringern droht, so sind hier ernste ideologische Auseinandersetzungen zu führen. Offensichtlich gibt es einige Wirtschaftsfunktionäre, die, statt Bedingungen für die Massenfertigung zu schaffen, die Kleinserienproduktion vorziehen.
In Produktionsberatungen und auf ökonomischen Konferenzen alle Kräfte für die Vervollkommnung der Technologie zu gewinnen, ständig daran zu arbeiten, daß mit geringstem Aufwand größter Nutzen erzielt wird, heißt, das schwächste Glied in unserer wirtschaftlichen Entwicklung stärken. Damit wird eine entscheidende Voraussetzung für die Bewältigung der grandiosen Aufgaben geschaffen, den Weltstand der Technik auf allen Gebieten zu erreichen.
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