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Am 10. Juni begehen die Eisen- •"■ bahner der Deutschen Demokratischen Republik ihren Ehrentag in dem Bewußtsein, mit der Erfüllung der Transportaufgaben im ersten Fünfjahrplan aktiv zur Stärkung und Festigung unseres Arbeiter-und-Bauern-Staates beigetragen zu haben.
Im Güterverkehr erhöhten sie den Transport gegenüber 1950 um 64,5 Prozent bei systematischer Senkung des Wagenumlaufes. Die Lokführer und Lokheizer der Deutschen Reichsbahn senkten den spezifischen Kohleverbrauch um mehr als 20 Prozent. Eine Anzahl neuar Strecken wurde gebaut, und viele neue Fahrzeuge und moderne Anlagen konnten dem Betrieb übergeben werden.
Die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik würdigte die Leistungen der Arbeiter und Angestellten der Deutschen Reichsbahn mit einer Reihe von materiellen Verbesserungen. So wurde für alle Eisenbahner eine Unfallversicherung abgeschlossen und eine besondere Altersversorgung eingeführt.
Die Eisenbahner merken also deutlich, wie sich ihr Fleiß in der Verbesserung der eigenen materiellen Lebenslage auswirkt. Das wird noch durch die vor wenigen Tagen erfolgte Senkung der Preise bekräftigt und beweist die Richtigkeit unseres in der Deutschen Demokratischen Republik beschrittenen Weges.
Tm zweiten Fünfjahrplan sind sehr -1- große Aufgaben gestellt. Der Plan eröffnet auch den Eisenbahnern eine leuchtende Perspektive. Die wesentliche Steigerung der Arbeitsproduktivität und bedeutende Senkung der Selbstkosten erfordern die rasche Einführung einer neuen Technik. Das Eisenbahnwesen erhält dafür fast dio doppelte Summe an Investitionsmitteln wie im ersten Fünfjahrplan.
Der Schienenverkehr hat die Aufgabe, Menschen und Güter in großen Massen rationell, sicher und schnell zu befördern. Dazu werden im zweiten Fünfjahrplane, a. über 400 moderne Diesellokomotiven, über 50 modernste Schnelltriebwagen, eine große Anzahl von Doppelstockgliederzügen sowie 90 Schienenomnibusse zum Einsatz kommen.
Bei der Berliner S-Bahn wird die Modernisierung mit der InbetrieD- nabme von neükonstruierten Zug- ■einheiten beginnen." Die Elektrifizierung des mitteldeutschen Raumes wird systematisch fortgesetzt und in diesem und im nächsten Fünfjahrplan das Streckennetz zwischen Dresden und Karl-Marx-Stadt— Gera—Erfurt und Magdeburg, erfassen.
Wichtige Verschiebebahnhöfe werden zu modernen und leistungsfähigen Gefällebahnhöfen ausgebaut und mit automatischen Ablaufstellwerken, mit Rangisrfunkanlagen, mechanischen Gleisbremsen und anderen Hilfsmitteln ausgerüstet.
Von den Entwicklungsingenieuren sowohl der Deutschen Reichsbahn als auch des Maschinenbaus wird deshalb gefördert, eine automatische Steuerung der Gleisbremsen, die auf die Beschleunigung der ablaufenden Wagen reagiert, zu konstruieren und zu erproben. Wir brauchen weiter die Anwendung der Radartechnik im Rangierbetrieb und den Ersatz der Ablaufspeicher durch Elektronenhirne.
Die Be- und Entladearbeiten bei der Deutschen Reichsbahn werden in weitestgehendem Maße mechanisiert, und eine Anzahl von Gepäckabfertigungen erhalten Rollbahnen, Spillanlagen und Rohrpostanlagen.
Mit. Hilfe von mechanisierten Großgeräten, aber auch einer umfassenden Kleinmechanisierung wird die schwere manuelle Arbeit im Oberbau weitestgehend eingeschränkt.
■pjie wichtigste und tiefgreifendste ■L' Veränderung muß die Maschinenwirtschaft der Deutschen Reichsbahn erfahren. Der Ersatz der Dampflokomotiven durch elektrische Zugförderung und moderne leistungsfähige Diesellokomotiven wird es uns ermöglichen, riesige Mengen des wichtigen Rohstoffes Kohle für eine rationellere Verwendung in unserer chemischen Industrie und der übrigen Wirtschaft frei zu machen. Darüber hinaus bedeutet die Umstellung auf moderne Zugkräfte auch eine Steigerung der Leistungsfähigkeit unseres gesamten Betriebes.
Voraussetzung dafür ist, daß die Ingenieure der Reichsbahn und des Maschinenbaus all ihre schöpferischen Kräfte einsetzen, um die notwendigen Entwicklungsarbeiten schnell und erfolgreich abzuschließen.
Da dieser Prozeß aber eine Reihe von Jahren dauern wird und der vollständige Übergang vom Dampfzum elektrischen oder Dieselantrieb sich nur allmählich vollziehen kann, stehen weiterhin für eine lange Zeit die Modernisierung des vorhandenen Lokparks und sogar der Neubau einiger Dampflokomotivgattungen auf der Tagesordnung.
Wirtschaftlichkeit des Lokbetriebes sowie die Senkung des spezifischen Kohleverbrauchs und die weitere Ausdehnung der Schwerlastbewegung werden weiterhin zu den wichtigsten Aufgaben unserer „Schwarzen" gehören.
TVe Eisenbahner sind sich dessen ■*-' bewußt, daß ihnen die neue Technik nicht geschenkt wird. Jeder von ihnen muß sich diese neue Technik erkämpfen und lernen, sie zu meistern. Deshalb ist die Erhöhung der Qualifikation der Kader im Eisenbahnwesen von größter Bedeutung. Entsprechend der auf der 3. Parteikonferenz gegebenen Perspektive müssen wir bis 1965 etwa 7500 Hochschulkader, 2=000 Fachschulkader und 75 000 qualifizierte Meister und Brigadiere heranbilden.
Die Einführung der neuen Technik verlangt aber auch neue Methoden der Leitung der Betriebe. Eine der wichtigsten Methoden ist die wirtschaftliche Rechnungsführung. Sie zeigt den unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Technik und Ökonomik des Verkehrswesens. Noch in diesem Jahr wird für die Reichsbahndirektionen eine Ordnung der wirtschaftlichen Rechnungsführung herausgegeben. Auch die größten Bahnhöfe werden in den Kreis wirtschaftlich selbständig arbeitender Dienststellen einbezogen. Das stärkt die einheitliche Kommandogewalt und führt dazu, daß die Aufgaben der einzelnen Dienstzweige richtig abgegrenzt werden.
Deute sind selbst kleinste Aus- ■" besserungen, wie Reparaturen an einem Zaun oder Einsatz einer Fensterscheibe und auch die Pflegearbeiten noch mit einem unwirtschaftlichen Aufwand und Papierkrieg verbunden. Die Aufgabenabgrenzung zum Beispiel zwischen Bahnmeisterei und Bahnhof wird ein neues klares Verhältnis innerhalb der einzelnen Dienststellen bei der Deutschen Reichsbahn schaffen. Dadurch werden die Selbständigkeit und das Verantwortungsbewußtsein eines jeden Leiters einer Dienststelle gestärkt, und jeder Eisenbahner hat seinen Teil Verantwortung für die Bahnanlagen, die ihm persönlich anvertraut sind.
Eine weitere Methode der verbesserten Leitung der Betriebe, der Stärkung der Kollektivität und Festigung der Disziplin und Ordnung ist das Vierbrigade-System. Diese neue Arbeitsmethode läßt die Vorzüge des Dispatcherdienstes in vollem Maße» zur Auswirkung kommen, ermöglicht die Aufschlüsselung der Pläne auf die Brigaden und schafft die Voraussetzungen für einen Wettbewerb im Betriebs-und Verkehrsdienst auf einer höheren Stufe. Die Einführung dieser Methode erfordert aber eine intensive Arbeit zur Erhöhung der Qualifikation aller daran mitarbeitenden Eisenbahner und bedarf einer gründlichen Vorbereitung.
Tn den Reichsbahndirektionen und -1- in vielen Dienststellen hat in verkehrsökonomischen Arbeitstagungen bereits eine umfassende Aussprache der Eisenbahner darüber begonnen, wie die bis 1960 gesteckten Ziele zu erreichen 6ind. Diese verkehrsökonomischen Tagungen ließen keinen Zweifel darüber, daß bei den Eisenbahnern die Bereitschaft vorhanden ist, die schwierigen Probleme des zweiten Fünfjahrplanes zu lösen.
Die Eisenbahner der Deutschen Demokratischen Republik sind mit den übrigen Werktätigen unserer Republik zum Aufbau des Sozialismus angetreten, und sie werden auf diesem Wege bewußt und mutig vorwärtsschreiten.
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