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Nach seiner Rückkehr vom VIII* Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas gab der Erste Sekretär des Parteivorstandes der Kommunistischen Partei Deutschlands, Max Reimann, am Mittwochabend über den Freiheitssender 904 eine Erklärung ab mit folgendem Wort' laut;
Liebe Landsleute!
Liebe Genossinnen und Genossen!
Die Delegation der Kommunistischen Partei Deutschlands wurde während ihres Aufenthaltes in Peking von dem Genossen Mao Tse-tung, Tschou En-lai und Marschall Tschu Teh sowie von anderen führenden Genossen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas empfangen.-
Nach einer eingehenden Aussprache über die Entwicklung Westdeutschlands und den Kampf der werktätigen Bevölkerung gegen Militarismus, für Frieden, Freiheit, nationale Einheit und Demokratie ersuchte mich Genosse Mao Tse-tung, allen Kommunisten in der Bundesrepublik und der werktätigen Bevölkerung Westdeutschlands die herzlichsten Grüße zu überbringen;
Die Teilnahme am VIII. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas war für uns ein großes Erlebnis, das tiefe und bleibende Eindrücke hinterlassen hat Das große chinesische Volk, das eines der ältesten Kulturvölker der Menschheit ist, hat nach langer kolonialer Unterdrückung unter Führung der Kommunistischen Partei Chinas-das koloniale Joch abgeworfen und erbaut nun den Sozialismus.
Nach dem Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution ist der Sieg des chinesischen Volkes ohne Zweifel das bedeutsamste Ereignis der Weltgeschichte. Durch das Beispiel des chinesischen Volkes angespornt, werfen die Völker Asiens und Afrikas ihre kolonialen Fesseln ab.
Die Reise und die Teilnahme am Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas haben in uns die Erkenntnis gefestigt, daß eine wahrhaft nationale deutsche Politik von diesen Tatsachen ausgehen und darauf gerichtet sein muß, feste Freundschaft zu allen Völkern, insbesondere zu den Völkern des Ostens und den Völkern, die das koloniale Joch abgeworfen haben^ herzustellen.
Wie kurzsichtig und den Interessen des deutschen Volkes widersprechend ist dagegen die Politik der Bundesregierung. Anstatt an der Seite der Völker zu stehen, die für Frieden, für die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten ihrer Länder, für die friedliche Koexistenz eintreten, bezieht die Bundesregierung gerade in den letzten Wochen ganz offen die Position der ltolonialen Mächte und gibt damit die nationalen Interessen des deutschen Volkes preis.
Nachdem die Bundesregierung mit der Einführung der Wehrpflicht und dem Verbot der KPD in der ganzen Welt eine Weile der Ablehnung hervorgerufen hat. da allzu sichtbar wird, daß mit diesen Maßnahmen der Schatten des Faschismus wieder über Deutschland heraufbeschworen wird, treibt sie die Bundesrepublik in noch tiefere internationale Isolierung, indem sie sich auf der 2. Londoner Suezkonferenz offen gegen die legitimen Rechte des ägyptischen Volkes und damit an die Seite der kolonialen Mächte stellte. Es ist doch eine Herausforderung aller Völker, die sich vom kolonialen Joch befreien oder noch um ihre Befreiung kämpfen, wenn Brentano entgegen der offenkundigen Wahrheit in diesen Tagen behauptete, das ägyptische Volk habe das Völkerrecht gebrochen;
Noch empörender ist es jedoch, wenn Dn Adenauer in seiner Rede in Brüssel am vergangenen Dienstag erklärte, Europa sei durch das „Auftauchen nichtweißer Völker" auf der Bühne des politischen Weltgeschehens in eine schwierige Lage geraten;
Nach der Einbeziehung der SS in die Bundeswehr und dem Verbot der KPD wird -mit diesen Reden Adenauers gegen „nichtweiße Völker" die verbrecherische Rassenhetze des Nazismus neu belebt.
Das deutsche Volk hat durch die provokatorische Politik des deutschen Imperialismus, der sich schon in der Vergangenheit als Gendarm der Kolonialmächte fühlte, großes Unglück und Elend erlitten. Mit Recht ist der deutsche Imperialismus und sind die Rassentheorien des deutschen Faschismus in der ganzen Welt gehaßt. Wenn Adenauer in Brüssel die Rassenhetze neu belebt, dann ist das eine große Gefahr nicht nur für die anderen Völker, sondern insbesondere für das deutsche Volk selbst.
Darum wendet sich die Kommunistische Partei Deutschlands an alle Deutschen in der Bundesrepublik, vor allen Dingen an die sozialdemokratischen und christlichen Arbeiter mit der Aufforderung, dieser verhängnisvollen Politik Einhalt zu gebieten und eine Wendung der Politik herbeizuführen. Die Zukunft unseres Volkes ist nur dann gesichert, wenn die Politik der Bundesrepublik auf Abrüstung, Verständigung und auf c'en Sieg der Prinzipien des friedlichen Nebeneinanderlebens der Völker gerichtet ist.
Die Bewegung in unserem Volke gegen die Wehrpflicht, die wachsende Ablehnung der Adenauer- Politik ist ein erfreuliches Zeichen; Es kommt jedoch darauf an, daß diese Bewegung sich weiter verstärkt und daß sich die Adenauer- Gegner im Kampf gegen die verhängnisvolle Politik der Bonner Regierung zusammenschließen. Die KPD wird immer in der vordersten Linie des Kampfes für eine Ände-* rung der Politik in der Bundesrepublik stehen; Sie wird überall dort zu finden sein, wo die Jugend gegen die Wehrpflicht, wo die Volksmassen für Frieden, Abrüstung, Demokratie, nationale Einheit und sozialen Fortschritt kämpfen;
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