Ceit einigen Wochen wird in fast ^ allen MTS unserer Republik lebhaft über die Schönebecker Methode diskutiert. Diese Aussprachen spiegeln den festen Willen unserer Traktoristen wider, im ersten Jahr unseres neuen Fünfjahrplanes noch erfolgreicher zu arbeiten und damit unserer Landwirtschaft größtmögliche Hilfe zu geben. In den Diskussionen trat aber noch eine Reihe Unklarheiten auf. Viele Genossen übersahen, daß die Schönebecker Methode ein geschlossenes System sozialistischen Wirtschaftens der MTS ist, das alle sozialistischen Arbeitsprinzipien in sich vereinigt.
Zu diesem System gehören eine vorbildliche Arbeitsorganisation, die höhere Verantwortlichkeit des Brigadiers, die Arbeit ständiger Brigaden in den LPG, strikte Beachtung der Qualitätsbestimmungen und der agrotechnischen Termine, rationellster Einsatz aller ^Maschinen und die komplexe Mechanisierung. Zur Schönebecker Methode gehört nicht zuletzt, daß die Produktionskosten für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse je Tonne und Feld geplant und Leistungen wie Kosten für die einzelnen Arbeitsarten und für jedes Feld auf die Traktoristen aufgeschlüsselt werden. Die Verpflichtungen der Brigade müssen sich dabei auf Einzelverpflichtungen aufbauen.
Die Schönebecker Methode geht von dem Prinzip der materiellen Interessiertheit aus. Der sozialistische Wettbewerb, Persönliche Konten und Beteiligung an der Überplanproduktion in den LPG geben den Traktoristen Anreiz zu hohen Leistungen und zur Senkung der Kosten. Dadurch wird auch die Arbeitsmoral wachsen, und die Traktoristen werden bestrebt sein, sich ständig zu qualifizieren. Das alles lenkt die MTS auf ihre Hauptaufgabe: Stärkung und Erweiterung des sozialistischen Sektors in der Landwirtschaft, *•
Tn zahlreichen MTS wurde die ■*• Meinung vertreten^ daß die Methode Schönebeck nicht eingeführt werden könne, weil es an qualifizierten Traktoristen mangele und das Bewußtsein der Mitarbeiter noch nicht genügend entwickelt sei. Glauben diese Kollegen etwa, daß die Menschen in Schönebeck anders seien als die Traktoristen in irgendeiner anderen MTS? Gerade die Schönebecker Methode ist doch das wirksamste Mittel, um !jei den Mitarbeitern der MTS wie bei den Genossenschaftsbauern das sozialistische Bewußtsein zu entwickeln und sie anzuregen, ihr Wissen und ihre Fertigkeiten ständig zu vervollkommnen. Ist die materielle Beteiligung der Traktoristen an der Übererfüllung der Pläne und der Senkung der Kosten dabei nicht von größter Bedeutung?
Die Methode der Jugendbrigade „Manfred von Brauchitsch" aus der MTS Schönebeck-Nord bietet den Traktoristen diesen materiellen Anreiz und erzieht sie zu einer hohen Disziplin und Arbeitsmoral. Sie ist also nicht nur ein Mittel, um den sozialistischen Sektor auf dem Lande zu erweitern und zu stärken, sondern sie ist gleichzeitig auch für die Traktoristen und Genossenschaftsbauern eine Schule sozialistischen Denkens und Handelns.
Die Direktoren der MTS Roggentin und Kussewitz erklärten, daß sich die Schönebecker Methode nur in 6 bzw. 3 LPG einführen ließe. Es gibt auch Funktionäre, die nur auf einigen Flächen der LPG nach dieser Methode arbeiten lassen wollen. Offensichtlich verwechseln sie das Wesen der Schönebecker Methode mit solchen Neuerermethoden wie die Jarowisation oder das Quadratnestpflanzverfahrert Es kommt selbstverständlich darauf an, nicht nur hier und dort nach sozialistischen Methoden zu arbeiten, sondern überall und zu jeder Zeit.
Das setzt voraus, daß der Plan der MTS in Realhektar, nach Arbeitsarten und für die einzelnen Kampagnen auf jeden Stamm- und Schichttraktoristen aufgeschlüsselt wird und jedem Kollegen mitgeteilt wird, wieviel Mittel für Löhne, Treib- und Schmierstoffe sowie Reparaturen zur Verfügung stehen. Das ist auch deshalb notwendig, weil zahlreiche Traktoristen nach der Beendigung der Arbeiten in den LPG den ständigen Arbeitsgemeinschaften helfen und dann den noch einzeln wirtschaftenden Bauern die schweren Feldarbeiten abnehmen. Audi bei diesen Arbeiten gilt es, die Selbstkosten zu senken und die Produktionskapazität rationell zu nutzen.
Für die LPG ist bei allen Schlägen von vornherein festzulegen, welcher Traktorist mit welchen Maschinen und Geräten auf den einzelnen Schlägen arbeiten wird und welche Geldmittel ihm dafür zur Verfügung stehen. Diese Festlegungen werden von den Traktorenbrigaden gemeinsam mit den Feldbaubrigaden der LPG getroffen. *
Manche Funktionäre meinen, daß die Methode Schönebeck erst eingeführt werden könne, wenn die Produktions- und Finanzpläne der LPG ausgearbeitet seien. Zu ihnen gehören der Direktor der MTS Niemberg im Saalkreis und der Genosse Benthin, Mitarbeiter der Kreisleitung Angermünde der SED. Diese Genossen vergessen, daß die Mitarbeit der leitenden Funktionäre und vor allem der für die LPG zuständigen Brigademitglieder an den Produktionsplänen eine wichtige Voraussetzung, ja, ein Bestandteil der Methode Schönebeck ist.
Zur Verwirklichung sozialistischer Wirtschaftsmethoden in den MTS gehört es, daß nicht nur die Agronomen und Zootechniker, sondern auch der Direktor, die Buchhalter, Planer, Brigadeabrechner, die Innenmechanisatoren und vor allem die Traktoristen und Brigadiers Einfluß auf die Ausarbeitung der Produktions- und Finanzpläne der LPG nehmen. Die Mitarbeit der Traktoristen bei der Ausarbeitung des Planes der Feldbaubrigaden trägt nicht nur dazu bei, ihr Interesse an der Steigerung der Produktion der LPG zu erhöhen, sondern hilft gleichzeitig auch, den Einfluß der MTS auf die Entwicklung der LPG zu stärken.
Einige Funktionäre, auch Mitarbeiter der Kreisleitung Angermünde der SED, meinen, die Einführung der Schönebecker Methode werde zunächst dadurch gehemmt, daß viele MTS ihre Pläne noch nicht auf die Traktorenbrigaden aufgeschlüsselt haben. Aber die Aufschlüsselung der Pläne ist doch gerade ein wichtiger Bestandteil dieser Methode. Die Brigadepläne sind gemeinsam mit allen Brigademitgliedern auszuarbeiten. Dabei sind die Erfahrungen der Genossenschaftsbauern zu berücksichtigen. Diese Aufgabe muß in den nächsten Tagen gelöst werden, um dann die Einsatzpläne für die Frühjahrsbestellung nach der Fließmethode mit allen Traktoristen und Genossenschaftsbauern richtig beraten und festlegen zu können.
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