Oo verständlich die große Freude ^ und tiefe Zufriedenheit der Werktätigen über unsere jüngste große Preissenkung ist, so begreiflich ist die Reaktion der westberliner und gewisser westdeutscher Zeitungen, deren Schreiberlinge nichts weiter als Füllfederhalter ihres Brötchengebers Adenauer sind und sein wollen.
Die am Montag in Kraft getretene Preissenkung ist Immer noch Hauptgesprächsstoff aller Bürger unserer Republik. Da die Menschen natürlicherweise alles, was mit dem eigenen Einkommen und Auskommen, mit dem eigenen Haushalt zusammenhängt, äußerst lebhaft und nachhaltig bewegt, ist das sehr verständlich. Eine Milliarde Mark Mehreinkommen noch in den vor uns liegenden sieben Monaten dieses Jahres, das ist ja auch eine Sache, über die es sich wahrhaftig lohnt, eifrig und ausführlich zu sprechen.
Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, mit welchem Optimismus in allen Familien viele Rechnungen angestellt und daß nicht wenige Anschaffungszettel neu geschrieben werden. In jedem Einzelhandelsgeschäft, in allen Betrieben kann man sich davon überzeugen, daß die jüngste, die 17. große Preissenkung von allen Werktätigen als ein erfreuliches Ergebnis unseres sozialistischen Aufbaus begrüßt wird.
TT7ie nicht anders zu erwarten " war, bringt die auf Adenauer eingeschworene Presse über die Preissenkung nur kümmerliche Meldungen oder versucht, sie mit Entstellungen und Lügen abzutun. Über die freudige Reaktion der Bevölkerung der Deutschen Demokratischen Republik gar gibt es nur Schweigen.
Das ist nicht verwunderlich. Wie sollte sie auch anders auf eine Tatsache reagieren, die durch sich selbst über den Charakter unserer Ordnung, über die Politik unserer Regierung und nicht zuletzt über die Erfolge der Werktätigen überzeugend spricht, und zwar wir-, kungsvoller, als Worte es vermögen. Wenn viele westdeutschen und westberliner Journalisten nicht ebenso infam wie dumm wären, könnte man sie direkt bemitleiden, denn über Preissenkungen im Bonner Bereich, die der ganzen Bevölkerung zugute kommen, und noch dazu in einem solchen Verhältnis, haben sie keine Gelegenheit zu schreiben. Das liegt eben in der Natur der kapitalistischen Bundesrepublik. Wenn dort über Preise geschrieben wird, dann nur über ihr Steigen. Zum Beispiel darüber, daß die Lebensmittelpreise im letzten Jahr um nicht weniger als 12,5 Prozent gestiegen sind. Oder aber es muß eingestanden werden, daß die westdeutsche Mark in den letzten Jahren 22 Prozent ihres Wertes verloren hat, was ebenfalls ein Ausdruck und die Kehrseite der ständigen Preiserhöhungen ist, oder ähnliche für die Werktätigen nachteilige Tatsachen.
TVTun gibt es vereinzelt Leute, die ■^ ' meinen, wohl verdiene eine so große Preissenkung gewiß als ein bedeutender und erfreulicher Erfolg unserer Republik gelobt zu werden, aber es gäbe auch andere Tatsachen bei uns, über die nicht gesprochen wird. Sie haben tatsächlich recht. Nur ganz anders, als sie es meinen. Solcher Dinge gibt es wirklich viele. Wir gebrauchen für sie das allgemeine Wort Errungenschaften. Über sie sollte aber nicht nur allgemein, sondern viel eingehender, gründlicher und vor allem konkreter gesprochen werden* als es geschieht.
Da sind zum Beispiel in letzter Zeit Maßnahmen von der Regierung beschlossen worden, die eine nicht unbeträchtliche Erhöhung des Einkommens der Angehörigen verschiedener Berufsgruppen zum Inhalt hatten. Bei den Eisenbahnern sind Erhöhungen der Löhne durchgeführt worden, die bis zu 30 Prozent bei den unteren Gruppen betragen.
Schrankenwärter beispielsweise, deren Lohn vorher zwischen 215 und 235 DM betrug, erhalten jetzt 283 bis 303 DM, also fast 30 Prozent mehr.
Stellwerkswärter der Gruppe IV erhalten jetzt 370 bis 390 DM, während der Lohn vorher 305 bis 335 DM betrug, was eine Erhöhung um rund 21 Prozent bedeutet.
390 bis 420 DM sind die Gehälter nach der Erhöhung bei Triebwagenführern, Zugführern, Fahrdienstleitern der Gruppe V, gegenüber früher 330 bis 370 DM.
A uch die Löhne der Werktätigen ■^ in den Nahverkehrsbetrieben und die der Kraftomnibusfahrer und Schaffner der volkseigenen Kraftverkehrsbetriebe in der Republik sind erhöht worden, und zwar durch verschiedene Maßnahmen. Alle Fahrer von Omnibussen und Obussen, die Fahrzeuge über 45 zugelassene Sitzplätze fahren, erhielten eine 12prozentige Erhöhung ihres Grundlohnes. Eine nach Dienstjahren gestaffelte Lohnerhöhung erhalten alle Beschäftigten des Nahverkehrs. Die Schaffner der volkseigenen Verkehrsbetriebe und die Schaffner der Nahverkehrsbetriebe bekommen eine Fahrzulage, in Berlin bleibt es bei den höheren Löhnen. Und schließlich erhalten die Ingenieure, Techniker und Meister der städtischen Nahverkehrsbetriebe, auch in Berlin, höhere Gehalter, indem sie in die Verordnung vom 28. Juni 1952 einbezogen werden.
Auch für die Arbeiter, Angestellten, Techniker, Meister und Ingenieure der Deutschen Post wurden die Löhne und Gehälter erhöht. Sie erhalten eine Lohnerhöhung in Form einer Dienstaltersprämie, die nach Dienstjahren gestaffelt ist und vier bis acht Prozent beträgt.
Neu geregelt wurden auch die Gehälter des mittleren medizinischen Personals und des medizinischen Hilfspersonals. Die Neuregelung umfaßt hier etwa 70 000 Beschäftigte. 80 Prozent dieses Personenkreises sind in den Berufsgruppen Krankenschwester und Stationsschwester tätig, für die eine durchschnittliche Steigerung ihres Gehaltes um monatlich etwa 70 DM eintritt.
Fnsgesamt haben somit in den ■*• letzten Monaten mehrere Hunderttausende Beschäftigte in volkseigenen Betrieben oder öffentlichen Einrichtungen beträchtliche Lohnerhöhungen erhalten, die jeden Monat große Millionenbeträge ausmachen. Sie sind ein weiterer Schritt auf dem Wege zu einem sozialistischen Lohngefüge und wurden möglich durch die großen Leistungen, die die Angehörigen dieser Berufsgruppen in ihrer Arbeit vollbracht haben.
Es wird wohl niemanden geben, der sich nicht mit den Angehörigen dieser Berufsgruppen über die Steigerung ihres Einkommens freut. Es sind alles solche Berufstätige, von deren Arbeit entweder das reibungslose Zusammenwirken aller Volkswirtschaftszweige oder gar Gesundheit und Leben vieler anderer Werktätiger abhängen. Zudem haben sie nicht die gleiche Möglichkeit, wie die Mehrzahl aller in der volkseigenen Industrie Beschäftigten, durch den Leistungslohn ihr Einkommen zu erhöhen.
Auch in diesen Lohnerhöhungen kommt zweierlei zum Ausdruck. Einerseits, daß die Politik unserer Regierung im Gegensatz zu der Politik der Bonner Regierung immer darauf gerichtet ist, die Lage der Werktätigen nach Maßgabe der materiellen und finanziellen Möglichkeiten zu verbessern, und andererseits kennzeichnet sie den Charakter unserer volksdemokratischen Ordnung, in der die Ergebnisse der Arbeit der Werktätigen ihnen unmittelbar oder mittelbar zugute kommen, ohne daß sich Industriebarone oder andere Multimillionäre den Ertrag ihrer Arbeit einstecken können.
T> leibt noch darauf hinzuweisen, ■*-* wie es auf dem Gebiet der Entwicklung des Lebensstandards bei uns weitergehen wird. Die Direktive der 3. Parteikonferenz der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands zum zweiten Fünfjahrplan gibt darüber ganz klare Auskunft. Und mehr noch, sie zeigt auch die Wege, wie die weitere Verbesserung des Lebensstandards aller Werktätigen erreicht werden kann. So wie die jüngste Preissenkung und die dargelegten Lohnerhöhungen das Ergebnis der besseren Arbeit, der höheren Arbeitsproduktivität in' unserer volkseigenen Wirtschaft, sind, so hängen alle weiteren Verbesserungen des Lebensstandards einzig und allein davon ab, wie die Werktätigen der Deutschen Demokratischen Republik es verstehen, die Ziele des zweiten Fünfjahrplanes zu verwirklichen.
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