Tn der Entschließung des XX. Par- ■•• teitages wird als der Grundzug unserer Epoche hervorgehoben, daß ein sozialistisches Weltsystem entstanden ist. Der Sozialismus ist durch den Abfall einer Reihe von Staaten vom kapitalistischen Weltsystem in Europa und Asien über den Rahmen eines Landes hinausgetreten und umfaßt heute schon eine Vielzahl von Ländern. Bei all ihren nationalen Eigenarten, so führte N. A; Bulganin auf dem XX. Parteitag der KPdSU aus, haben diese Länder des sozialistischen Lagers gemeinsam, daß sie den Weg des Aufbaus des Sozialismus und des Kommunismus gehen, daß in allen diesen Ländern die Arbeiterklasse im Bündnis mit der Bauernschaft und von der marxistischen Partei geleitet, die Macht fest in den Händen hält. Damit wurde die Regelung der Beziehungen, die die sozialistischen Länder miteinander unterhalten, auf die Tagesordnung gesetzt.
Ceit die Menschheit in Klassen ge- '-' spalten ist und als Instrumente der Ausbeuterklassen Staaten entstanden sind, waren die Beziehungen zwischen ihnen mehr und mehr gekennzeichnet durch Feindschaft, chauvinistische Haßprqpaganda und Anwendung brutaler Gewalt. Im Zeitalter des Kapitalismus und Imperialismus wurden diie von den herrschenden Klassen geschürten Gegensätze zwischen den Staaten auf die Spitze getrieben. Die außenpolitischen Beziehungen sind in dieser Periode beinahe nur noch angefüllt mit imperialistischen Aggressionskriegen und mit der Unterdrückung und) Ausplünderung unterjochter Völker durch die stärksten imperialistischen Mächte. Sofern eine Zeitlang die Waffen schweigen, tritt an ihre Stelle bis zur nächsten, schon absehbaren kriegerischen Auseinandersetzung die hemmungslose Konkurrenz zwischen den Monopolen, die sich mit Hilfe so „friedlicher" Mittel wie des Dumpings, der Bestechung und Korrumpierung willfähriger Regierungen sowie mit Wirtschaftssanktionen um profitable Rohstoffquellen, Absatzmärkte und Kapitalanlagesphären reißen. Die Jagd nach Profit vergiftet die Atmosphäre zwischen den Völkern.
Der Sozialismus beendet diese Epoche der Gegensätze und der Feindschaft zwischen den Nationen. Mit ihm beginnt, wie Friedrich Engels sagte, erst die eigentliche Menschheitsgeschichte, in der die Menschen ihre Beziehungen bewußt und planmäßig gestalten. Es beginnt eine neue Ära, in der es keine Kriege mehr geben wird und die Beziehungen der Völker untereinander die der brüderlichen friedlichen Zusammenarbeit sind.
Das wurde bereits sichtbar in den Maßnahmen der .jungen Sowjetmacht nach der Oktoberrevolution gegenüber den ehemals vom Zarismus versklavten Völkern. Ihnen wurde das Recht auf Selbstbestim-' mung zugebilligt, sie wurden völlig gleichberechtigte Partner der russischen Nation, eine umfassende materielle Hilfe förderte die unterentwickelten Völker und Gebiete, hob ihre nationale Kultur und ihren Wohlstand zu ungeahnter Blüte. Und so, wie sich in der sowjetischen Nationalitätenpolitik im Rahmen eines Landes damals schon andeutete, was einst zwischen unabhängigen sozialistischen Staaten sein würde, so lassen sich in den heutigen Beziehungen zwischen den Ländern des sozialistischen Lagers bereits die Umrisse der künftigen Welt in ihrer ganzen Großartigkeit erkennen.
"[für die Entwicklung der Länder ■*■ des Sozialismus ist charakteristisch, daß sie in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht völlig selbständig und unabhängig sind. Ihre mannigfaltigen wirtschaftlichen Beziehungen beruhen auf der gegenseitigen freundschaftlichen Hilfe und Zusammenarbeit. Die neuesten wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse sowie vorbildliche Produktionserfahrungen werden zum Nutzen jedes Partners untereinander ausgetauscht. Alle wirtschaftlichen Reserven, die Bodenschätze, Energiequellen und Industriekapazitäten werden gemeinsam genutzt. Die Pläne für die Entwicklung der einzelnen Zweige der Volkswirtschaft werden miteinander abgestimmt. Dadurch können sich solche Staaten wie Polen, die CSR, Rumänien und die DDR auf die Produktion jener Güter spezialisieren, für die sie die günstigsten natürlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen besitzen. So ist es auch zu verstehen, daß wir im zweiten Fünfjahrplan den Braunkohlenbergbau, die chemische Industrie und bestimmte Zweige des Maschinenbaus sehr stark, andere Zweige des Maschinenbaus aber weit weniger forciert entwickeln.
Unsere Länder werden dadurch in die Lage versetzt, nunmehr überflüssig gewordene Investitionen zu vermeiden und mehr Mittel für die Entwicklung der Landwirtschaft und der Konsumgüterindustrie auszugeben. Wesentlich schneller kann der Lebensstandard der Bevölkerung gehoben werden.
Uneigennützige wirtschaftliche Hilfe und brüderliche Zusammenarbeit im Geiste des proletarischen Internationalismus, das ist der Inhalt der neuen Beziehungen zwischen den sozialistischen Staaten, die zu einem Springquell wachsender Macht und weiterer Festigung des sozialistischen Weltsystems werden. Auf diese Weise festigen die sozialistischen Staaten ihre Unabhängigkeit, ohne in eine engstirnige Autarkie zu verfallen. Einer hilft dem anderen, und alle erzielen einen wirtschaftlichen Aufschwung. Auf einem Viertel der Erdoberfläche arbeiten 35 Prozent der Bevölkerung der Erde planmäßig für den Frieden und) die ständige Hebung des Lebensstandards. Unter diesen Bedingungen sind hier die Gebrechen der kapitalistischen Wirtschaft wie die Krisen, die infolge der engen Verfilzung des internationalen Monopolkapitals periodisch die ganze kapitalistische Welt erschüttern, sind Massenarbeitslosigkeit und Verelendung der Werktätigen für immer gebannt. Einzigartig in der Weltgeschichte J-J ist die großzügige Unterstützung, die die Sowjetunion als stärkste (Macht des sozialistischen Weltsystems den volksdemokratischen Staaten gewährt. Wo gab es bisher ein Beispiel, daß ein hochindustrialisierter Staat freiwillig und ohne eigensüchtige Hintergedanken bei der Industrialisierung anderer Länder geholfen hätte? Aus der bisherigen Geschichte ist nur bekannt, daß die kleine Gruppe hochentwickelter Länder, die sich seinerzeit in der kapitalistischen Welt herausgebildet hatte, wie die USA, England, Deutschland, Frankreich und Japan eine harmonische Industrialisierung ihrer kolonialen und halbkolonialen Ausbeutungsobjekte behinderte. Damit erklärte Genosse Chruschtschow auch, warum die Mehrzahl der Länder Asiens, Südamerikas und Afrikas wirtschaftlich zurückgeblieben sind und ihre Völker viele Jahrzehnte lang in Elend und Unwissenheit verharren mußten.
Die Sowjetunion dagegen unterstützt die Volksrepublik China bei der schnellen Entwicklung zu einem Industrieland allein in einem Planjahrfünft beim Bau von 156 Betrieben und 21 selbständigen Werkabteilungen, wobei der Gesamtwert der gelieferten Ausrüstungen rund 5,6 Milliarden Rubel beträgt. Nach den bis jetzt abgeschlossenen Verträgen hilft die Sowjetunion den volksdemokratischen Ländern beim Bau von 391 kompletten Betrieben und mehr als 90 einzelnen Werkabteilungen und Anlagen. Zu äußerst günstigen Bedingungen erhielten die Länder der Volksdemokratie langfristige Kredite von insgesamt 21 Milliarden Rubel.
Die Sowjetunion — selbst ein Land modernster Technik — stellt den befreundeten Ländern ebenfalls nur technisch erstklassige Ausrüstungen und modernste Produktionsverfahren zur Verfügung. Neben anderen sozialistischen Staaten erhält z. B. Jugoslawien Unterstützung beim Bau eines Atomreaktors. Vor einigen Tagen trafen die ersten radioaktiven Isotope aus der Sowjetunion in der DDR ein. TJeute helfen sich jedoch nicht •*--'• nur die sozialistischen Länder untereinander. Das Weltsystem des Sozialismus ist genügend erstarkt und verfügt über ausreichende Möglichkeiten, auch den Ländern spürbare Hilfe zu gewähren, die sich gerade unter großen Anstrengungen von jahrhundertelanger kolonialer Unterdrückung befreit haben, wie Indien, Ägypten, Burma u. a. So baut die CSR ein Stahlwerk am Nil, und die DDR liefert Ausrüstungen für ganze Fabriken nach Indien und Indonesien. Die ehemals von den Kolonialmächten unterdrückten Länder haben die wirtschaftliche „Hilfe" der USA, die mit politischer Erpressung und militärischer Bevormundung verbunden ist, satt. Sie wenden sich den sozialistischen Staaten zu, die ihnen beim Aufbau einer unabhängigen nationalen Wirtschaft und der Hebung des Lebensstandards ihrer Völker helfen. Obwohl sie nicht dem sozialistischen Lager angehören, stützen sie sich in wachsendem Umfang auf die Hilfe der sozialistischen Staaten. Auch darin drückt sich der siegreiche Vormarsch des sozialistischen Weltsystems aus. C omit verfügen die Kräfte des so- ^ zialistischen Weltsystems, deren fester Bestandteil die Deutsche Demokratische Republik ist, über gewaltige Vorteile, um im friedlichen Wettbewerb mit dem Kapitalismus den Sieg davonzutragen. Diese grandiosen Möglichkeiten gilt es durch bessere Arbeit in den Industriebetrieben, auf dem Dorfe und in der Wissenschaft, in allen Zweigen unseres gesellschaftlichen Lebens im höchsten Maße zu nutzen. Jeder sollte sich von den Feststellungen N. S. Chruschtschows leiten lassen: „Je stärker das Lager des Sozialismus ist, um so sicherer werden die Garantien für die Freiheit und die Unabhängigkeit, für das Aufblühen der Wirtschaft und der Kultur jedes Landes sein, das diesem großen Lager angehört."
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