5. August
28.08.1986 / Seite 1 / Allgemein

Was Sonst Noch Passierte

Redaktion und Verlag: Franz- Mehring- Platz 1, Berlin, 1017, Telefon: 5850 (Sammelnummer). Abonnementspreis monatlich 3,50 Mark. ISSN 0323-4M0

Donnerstag, 28. August 1986 41. Jahrgang / Nr

B-Ausgabe Einzelpreis 15 Pf

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-w^^ Proletarier cuierLanaer. vereinigt euch!

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ORGAN DES ZENTRALKOMITEES DER SOZIALISTISCHEN EINHEITSPARTEI DEUTSCHLANDS

\ Kur* berichtet \

IOJ begrüßt UdSSR-Schritt

Prag. Als gewichtigen Beitrag zur Festigung des Vertrauens zwischen den Völkern hat die Internationale ' Organisation der Journalisten (IOJ) die Verlängerung des UdSSR-Moratoriums begrüßt.

Seminar über UNESCO

Mexiko-Stadt Die friedensfördernde Tätigkeit der UNO-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO)

Kamerun: Evakuierungam Nios-See geht weiter

Yaounde (ADN). Von der Giftgaskatastrophe im Nordwesten Kameruns sind insgesamt mehr als 20 000 Menschen betroffen. Das teilte am Mittwoch das UNO- Koordinierungsbüro für Katastrophenhilfe unter Berufung auf ihre in dem afrikanischen Land tätigen Mitarbeiter mit.

Obwohl derzeit kein giftiges Gas mehr aus dem Nios-See entweichen soll, geht die Evakuierung der Einwohner gefährdeter Gebiete weiter. Etwa 550 Kranke wurden in ärztliche Zentren eingeliefert.

In den Unglücksorten werden die Toten, deren Zahl nach noch unvollständigen Angaben mindestens 1534 beträgt, von Armee und Polizei in Massengräbern beigesetzt. Rettungsmannschaften suchen im Katastrophengebiet weiter nach Überlebenden.

Chilenisches Regime knebelt Journalisten

Santiago (ADN). Chilenische Polizei nahm am Dienstag drei Mitarbeiter der oppositionellen Zeitschrift „Cauce" fest. Der Direktor des Magazins, Jorge Ovalle, der Geschäftsführer Gonzalo Figueroa und die Reporterin Claudia Lanzarotti wurden von Bewaffneten aus ihren Wohnungen geholt und in verschiedene Haftanstalten Santiagos eingeliefert. Gegen sechs weitere Journalisten ergingen Haftbefehle. Das Büro der Zeitung wurde durchsucht.

Claudia Lanzarotti hatte in einem mit Fotos dokumentierten Bericht Behauptungen des Pinochet-Regimes widerlegt, wonach im August im Norden Chiles Waftenlager .oppositioneller Kräfte entdeckt wurden. Bereits im Februar, so schrieb die Zeitschrift, hätten die Streitkräfte in diesem Gebiet große Container — offensichtlich mit Waffen — deponiert.

Der Sport meldet:

Zwei Goldmedaillen für die DDR

Marlies Göhr Europameisterin über 100 m / Heike Drechsler gewann den Weitsprung

Marlies Göhr siegte über 100 m in 10,91 s . Telefoto: ZB/Kluge

Stuttgart (ND).. Die beiden Jenenserinnen Marlies Göhr und Heike Drechsler gewannen bei den Europameisterschaften in Stuttgart in souveräner Manier die Goldmedaillen über 100 m und im Weitsprung.

Marlies Göhr sicherte sich den Titel in glänzenden 10,91 s vor der Bulgarin Anelia Nunewa (11,04 s) und der Niederländerin Nelli Fiere-Cooman'(11,08 s). Für den 28jährigen Schützling von Horst- Dieter HUle war es nach 1978 und 1982 der dritte EM-Sieg in Folga über diese Distanz. Im Weitsprung wurde Weltrekordlerin Heike Drechsler ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie gewann mit 7,27 m vor Galina Tschistjakowa (UdSSR/7,09 m). Die Bronzemedaille ging an Helga Radtke (DDR), die auf 6,89 m kam.

In den Entscheidungen der Männer sorgten für die DDR Speerwerfer Detlef Michel und 100-m-Sprinter Steffen Bringmann für Silbermedaillen. Der Berliner TSC-Athlet warf das Gerät 81,90 m weit und mußte damit nur Klaus Tafelmeier aus der BRD, der auf 84,76 m kam, den Vortritt lassen. Für Steffen Bringmann wurden 10,20 s gestoppt, Sieger Linford Christie (Großbritannien) lief 10,15 s. Europameister im 20 km Gehen wurde Josef Pribilinec (CSSR).

Nach bisher neun Entscheidungen verbuchten bereits sieben Länder Titelgewinne. Drei entfielen auf die DDR.

Der Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzende des Staatsrates, Erich Honecker, übermittelte den DDR-Europameisterinnen telegrafisch herzliche Glückwünsche.

Colorado Springs (ND). Zum Auftakt der Rad-WM stand für die Sprinter ein Qualifikationswettbewerb über 200 m auf dem Programm. Dabei erzielten die vier DDR-Starter die besten Zeiten. Ausführlich Seite 7

VR China und KDVR

zur Herbstmesse

in Leipzig präsent

Berlin (ADN). Nach erfolgreichem Messeverlauf im Frühjahr dieses Jahres in Leipzig beteiligt sich die Volksrepublik China auch an der bevors.tehenden Herbstmesse. Die Ausstellung wird vom Rat zur Förderung des internationalen Handels, Peking, durchgeführt. Zur Offerte gehören tierische Rohstoffe und Erzeugnisse sowie Leder- und Pelzbekleidung.

Aus der KDVR ist die Rungra Export- und Import-Gesellschaft, Phjöngjang, mit Täschnerwaren, Genußmitteln und Gewürzen vertreten.

Rassisten verübten im Ghetto Soweto blutiges Massaker

Südafrikanische Armee und Polizei ermordeten mindestens 20 schwarze Demonstranten Mehr als 100 Menschen wurden verletzt / Barrikaden gegen Armeefahrzeuge errichtet

Soweto (ADN). Blindlings um sich schießende Soldaten und Polizisten des südafrikanischen Rassistenregimes verübten in der Nacht zum Mittwoch in der Ghettosiedlung Soweto ein blutiges Massaker, das mindestens 20 Menschenleben forderte. Bei den schwersten Auseinandersetzungen seit Verhängung des Ausnahmezustandes Mitte Juni wurden außerdem nach bisherigem Überblick mehr als 100 Demonstranten zum Teil schwer verletzt. Die Notabteilung des Sowetoer Baragwanath-Krankenhauses sei nach

den stundenlangen Straßenkämpfen in der Nacht kaum in der Lage, alle Opfer aufzunehmen, sagte ein Mediziner.

Die Unruhen hielten am Mittwochmorgen an und weiteten sich noch aus. Es wurde weiter geschossen, berichteten Einwohner. Über weiten Teilen dieses größten Ghettos Südafrikas hingen dichte Tränengasschwaden. Hubschrauber der Armee kreisten über den Dächern. Alle Schulen Sowetos wurden bis September geschlossen.

Die erbitterten Auseinandersetzungen waren am Dienstagabend von den Sicherheitskräften provoziert worden, die eine Mieterversammlung überfielen und mehrere Familien aus ihren Häusern vertreiben wollten. Bereits am Vortage hatten die Apartheldbehörden mit Exmittierungen begonnen, weil sich große Teile der Bevölkerung Sowetos aus Protest gegen die Rassentrennungspolitik Pretorias seit mehreren Monaten weigern, die stark überhöhten Mieten für ihre notdürftigen Unterkünfte zu zahlen.

Augenzeugen berichteten, daß

die Polizisten nach der Sprengung der Mieterversammlung damit begannen, nach allen Seiten und auf alles, was sich bewegte, zu schießen. „Wir haben die ganze Nacht kein Auge zugemacht. Überall waren Autos der Polizei, Scheinwerfer, und überall wurde geschossen." So schilderte eine schwarze Mutter die nächtlichen Ereignisse im Stadtgebiet White City Jabavu. Das gesamte Wohnviertel habe einer Geisterstadt geglichen. White City Jabavu gilt als besonders ärmliche Gegend von Soweto, der mehr als zwei Millionen Einwohner zählenden Ghettosiedlung vor den Toren Johannesburgs.

Nach den ersten Schüssen in die Menge errichteten die Ein-, wohner Barrikaden aus brennenden Reifen, Mülltonnen und Gesteinsbrocken, um den anrückenden gepanzerten Armeefahrzeugen den Weg .zu versperren. Verzweifelt warfen sie Steine gegen die mit scharfer Munition, Schrot und Tränengasgranaten angreifenden Kommandos des Rassistenregimes. Siehe auch Kommentar auf Seite 2

wurde auf einem in Mexiko-Stadt tagenden ., Seminar hervorgehoben.

Jugendtreffen in Spanien

Madrid. Über 1000 Jugendliche aus Spanien und anderen Ländern, darunter eine FDJ-Delegation, nehmen bei Madrid an einem Treffen anläßlich des 50. Jahrestages der Gründung der Vereinigten Sozialistischen Jugend Spaniens teil.

Erdbeben in Qinghai

Peking. Ein starkes Beben erschütterte die nordwestchinesische Provinz Qinghai. Menschen kamen nicht zu Schaden.

BRD-AuBcnminister Genscher

Iriedenssicherung erfordert

Kooperation statt Konfrontation

Würzburg (ADN). Ziel der Außenpolitik der BRD müsse es sein, zur Erhaltung von Frieden und Sicherheit in der Welt beizutragen, erklärte Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher in einer Rede an der Universität Würzburg. Es gehe um die Stabilisierung von Frieden und Zusammenarbeit. Zwischen Wesi und Ost sei eine Zeit grundsätzlicher Entscheidungen herangereift,, betonte Genscher. „Jetzt gilt es, die Weichen richtig zu stellen." Das Schlüsselwort heiß« Kooperation, nicht Konfrontation. In Washington und Moskau müsse man wissen, woran man mit der BRD sei. Die Außenpolitik der Bundesrepublik müsse berechenbar sein.

Genscher plädierte dafür, daß Europa mehr globale Verantwortung bei der Sicherung des Friedens übernimmt. Trotz unterschiedlicher Gesellschaftssysteme müsse ganz Europa entschlossen und weitsichtig auf eine Zukunft des Friedens und der Zusammenarbeit setzen.

Kollektive aus Industrie und

Bauwesen melden Bestwerte

FDJler auf Berliner Wohnungsbaustelle mit hervorragender Leistung / Montagezeiten bei Tagebaugroßgeräten verkürzt

Berlin (ND). Die Höchstleistungsschicht der Rostocker Ju- . gendtaktstraße „Fritz Heckert" anläßlich des Weltfriedenstages beendeten in der Nacht zum Mittwoch die Jugendbrigaden Klaus- Dieter Krohn und Hans Gerdnun mit neuen Bestwerten. Sie montierten auf der Wohnungsbaustelle in Berlin-Hohenschönhausen 67 beziehungsweise 68 Elemente. Damit überboten sie das Ziel ihrer Friedensschicht, mindestens je 47 Fertigteile zu setzen. Das außerordentlich hohe Schichtergebnis führte Klaus- Dieter Krohn auf die ausgezeichnete Produktionsvorbereitung zurück.

Auf einem abschließenden Meeting würdigte Taktstraßenleiter Hartmut Lauck auch die Arbeit der Kollektive des Tiefbaus und Ausbaus, die ihre Verpflichtungen ebenfalls überboten. Die Rostocker Bauleute wollen in diesem Jahr 756 Wohnungen übergeben.

Magdeburg.. 13 Tagebaugroßgeräte werden von den Werktätigen des Magdeburger Schwermaschinenbaubetriebes „Georgi Dimitroff" in diesem Jahr an die. Kumpel der Republik und ausländische Kunden geliefert Zur Zeit montiert ein Kollektiv im Tagebau Goitsche einen schwenkbaren Eimerkettenbagger von 2300 Tonnen Gewicht, der Mitte Oktober den Probebetrieb bei der Abraumförderung aufnehmen soll. Dabei unterboten die Monteure die vorgegebenen Montagezeiten für Eimerleiter und Kette um 80 Arbeitsstunden. Der neue Bestwert soll beim nächsten Bagger des gleichen Typs die Norm sein. Mit ihrer Leistung zu Ehren des Weltfriedenstages trugen die Monteure in Goitsche dazu bei, das Planplus ihres Betriebes von bisher 2,2 zusätzlichen Tagesleistungen in der Warenproduktion weiter auszubauen.

Ueckermünde. im Betriebsteil Jatznick der Ziegelwerke Ueckermünde im Bezirk Neubrandenburg wird seit dieser Woche die Produktion eines neuartigen Betondachsteines erprobt. Der neue Ziegel weist gegenüber herkömmlichen vor allem verbesserte Verlegeeigenschaften auf, die Arbeitsproduktivität beim Verlegen steigt dadurch um rund 30 Prozent.

Bei der Produktion von Mauerziegel, Hartbrand- und Hochlochziegeln mit verbesserten Wärmedämmeigenschaften erzielten die Ziegelwerker seit Jahresbeginn einen Planvorsprung von 500 000 Stück in Normalformat. Während einer Höchstleistungsschicht fertigten die Ueckermünder Werktätigen jetzt 2000 Ziegel - acht Prozent einer Tagesleistung — zusätzlich. Ausschlaggebend dafür war die Senkung der Maschinenausfallzeiten durch eine gründliche vorbeugende Instandhaltung.

Einigung in Stockholm

Truppenverlegungen

Prinzipiell neue vertrauensbildende Maßnahme vereinbar!

Stockholm (ADN). Auf der Stockholmer Konferenz über vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa ist eine Einigung über die Ankündigung von Truppenverlegungen aus anderen Regionen und Kontinenten nach Europa erzielt worden. Sie sieht vor, daß jeder Staat die anderen Konferenzteilnehmer über die Verlegung seiner Truppen verständigt und die Kontrolle dieser Einheiten mit Beobachtungsmitteln bis hin zur Inspektion ermöglicht, sobald die Truppenkontingente am

Ankunftsort in Marsch gesetzt werden und während aller folgenden Aktivitäten.

Der Leiter der schwedischen Delegation, Botschafter Kurt Lidgard, erklärte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz, die Einigung werde zweifellos zur Lösung anderer Probleme beitragen, die auf der Tagesordnung des Stockholmer Forums stehen. Beobachter in der schwedischen Hauptstadt bezeichneten sie als eine prinzipiell neue vertrauens-

(Fortsetzuna auf Seite 2)

Schwedischer Premier:

Kernteststopp wichtiger Schritt

Göteborg (ND-Korr.). Der unmittelbare und allseitige Stopp der Kernwaffenversuche wäre ein wichtiger erster Schritt, um die Entwicklung noch furchtbarerer Kernwaffen aufzuhalten und das Risiko zu. mindern, daß weitere Nationen sich solche Waffen anschaffen. Das erklärte der Ministerpräsident und Vorsitzende der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens, Ingvar Carlsson, am Mittwoch in Göteborg. -, Siehe auch Seite 5

SP-Vorsitzender

aus Belgien besuchte Dresden

13uy Spitacls informiert« sich über Leistungen der Werktätigen

Dresden (ADN). über die Entwicklung des Bezirkes Dresden und dessen kulturelle Traditionen informierte sich am Mittwoch der Vorsitzende der frankophonen Sozialistischen Partei (Belgien), Guy Spitaels. Während eines Gesprächs in der Bezirksleitung der SED am Vormittag erfuhr der belgische Politiker, wie die Werktätigen im drittgrößten DDR-Bezirk die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik mit Leben erfüllen. Lothar Stammnitz, Mitglied des ZK und 2. Sekretär der Bezirksleitung Dresden der SED, verwies auf das große Potential von Industrie und Wissenschaft im Bezirk. Dessen Leistungsfähigkeit ermögliche die weitere Verbesserung der Lebensbedingungen.

Das besondere Interesse des Gastes und der ihn begleitenden Persönlichkeiten galt den umfangreichen Leistungen zum Wohle der Bürger. Dazu zählen Neubau, Rekonstruktion und Modernisierung von rund 20 000 Wohnungen in diesem Jahr.

(Fortsetzuna auf Seite 2)

Grußadresse

Erich Honeckers

an ISB übergeben

Prag (ADN). Die Grußadresse des Generalsekretärs des ZK der SED und Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, zum 40. Jahrestag der Gründung des Internationalen Studentenbundes (ISB) ist am Mittwoch am ISB-Sitz in Prag durch Jochen Willerding, Sekretär des Zentralrates der FDJ, übergeben worden.

Der amtierende ISB-Präsident Jose Castillo dankte in herzlichen Worten für die Glückwünsche, die er allen ISB-Mitgliedsorganisationen übermitteln werde.

Moskau: Treffen

stellvertretender

Außenminister

der Warschauer

Vertragssfaaten

Moskau (ADN). Eine Arbeitsberatung stellvertretender Außenminister der Staaten des Warschauer Vertrages, an der auch Mitarbeiter der zuständigen Abteilungen der Zentralkomitees der Bruderparteien teilnahmen, fand am Mittwoch in Moskau statt. Ausgehend von den gemeinsamen außenpolitischen Initiativen und insbesondere von der Erklärung des Generalsekretärs des ZK der KPdSU, Michail Gorbatschow, vom 18. August dieses Jahres, das einseitige Moratorium der UdSSR für die Nuklearexplosionen < bis zum 1. Januar 1987 zu verlängern, wurde während der Beratung eine Reihe aktueller Fragen des gemeinsamen Wirkens der verbündeten sozialistischen Staaten zur Gesundung der internationalen Lage, zur Beendigung des Wettrüstens und zur Beseitigung der Kernwaffen erörtert.

Von seiten der DDR nahm der Stellvertreter des Ministers für Auswärtige Angelegenheiten Bernhard Neugebauer an der Beratung teil. Sie verlief in einer Atmosphäre freundschaftlicher Zusammenarbeit und der Einmütigkeit der Ansichten zu den erörterten Fragen.

König Baudouin von Belgien würdigt Zusammenarbeit

mit der DDR

Schreiben an Erich Honecker

Berlin (ND). Der König der Belgier, Baudouin, übermittelte dem Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, folgendes Schreiben:

Für die anläßlich des Nationalfeiertages an mich und das belgische Volk gerichteten Glückwünsche möchte ich Ihnen, Exzellenz, herzlich danken.

Ich möchte Ihnen, Exzellenz, und durch Sie all Ihren Mitbürgern meine Wünsche für Glück und Gedeihen übermitteln und erneut die große Bedeutung unterstreichen, die Ich der harmonischen Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern beüimesse.

Baudouin König der Belgier

Pädagogische Räte zum Schui/ahresbeginn

Lehrer orientieren sich an gesellschaftlichen Zielen

Hohe Forderungen an die eigene Arbeit im Interesse aller Schüler Volksbildungsminister Margot Honecker (sprach in Berlin-Marzahn

In d«r Midiail-Seholochow-Oberscriul»: Direktorin Edith Heller spricht zu Aufgeben im neuen Schuljahr Foto: ND/Bonitz

Berlin (ND). An nahezu allen Oberschulen unserer Republik tagten am Mittwoch die Pädagogischen Räte. Die Lehrer und Erzieher setzten damit die schöpferische Diskussion zur Vorbereitung des Schuljahres 1986/87 fort. Ausgangspunkt waren die gewachsenen gesellschaftlichen Anforderungen an Bildung und Erziehung, wie sie auf dem XI. Parteitag der SED entwickelt wurden.

Am Pädagogischen Rat in der Midiail-Scholochow-Oberschule Berlin-Marzahn nahm als Gast Margot Honecker, Minister für Volksbildung der DDR, teil. Die 1982 eröffnete Bildungsstätte ist eine von 51 Schulen des Stadtbezirkes im Nordosten Berlins. Zum 1. September wird hier in fünf neuen Oberschulen der Unterricht aufgenommen, weitere vier kommen im Laufe des Schuljahres hinzu.

Die Beratung des jungen Pädagogenkollektivs der Michail- Scholochow-Oberschule — 59 der 62 Lehrer und Erzieher sind unter 40 Jahre alt — war gekennzeichnet vom großen Bemühen, die tägliche Arbeit an der gesellschaftlichen Entwicklung zu messen, hohe Forderungen an sich selbst zu stellen, um alle Schüler zu tüchtigen jungen Staatsbürgern heranzubilden.

Direktorin Edith Heller sprach zu Aufgaben und noch zu erschließenden Reserven im kommenden Schuljahr. Sie stützte sich dabei auf den Schuljahresarbeitsplan, der auf der gemeinsam mit den Lehrern erarbeiteten Einschätzung der Ergebnisse des vergangenen Schuljahres beruht. Es ging, unter anderem um höhere Ansprüche an die lebendige politisch-ideologische Arbeit, an das Vermitteln weltanschaulicher Positionen im Unterricht aller Fächer, um den Anspruch jedes Lehrers an die eigene Qualifizierung-i-und... den. Erfahrungsaustauscn7~,,Wir haben uns hohe, aber realisierbare Aufgaben gestellt", sagte Edith Heller. „Die Kraft unseres Kollektivs ist Gewähr dafür, daß weitere Fortschritte erreicht werden."

In der Diskussion ergriffen 15 Lehrer und Erzieher das Wort. Überlegungen zur ersten Unterrichtsstunde am Weltfriedenstag, Beispiele für die Gestaltung eines erzieherisch wirksamen Unterrichts in Mathematik, Geschichte und in der Unterstufe sowie Gedanken zur Entwicklung vielseitiger Interessen in der außerunterrichtlichen Tätigkeit bestimmten maßgeblich die Aussprache.

Ausgehend Von dem lebendigen Gedankenaustausch der Lehrer und Erzieher zu aktuellen Fragen der Innen- und Außenpolitik, verdeutlichte Minister. Margot Honecker in ihrem Diskussionsbeitrag umfassend den Zusammenhang zwischen der weiteren Stärkung des Sozialismus und der Sicherung des Friedens.

Sie bekräftigte das Bemühen der Pädagogen, weiter und tiefer in die Zielstellungen des XI. Parteitages der SED einzudringen. Sich immer wieder- bewüßt zu machen, wie wir vorgehen wollen, um den an Bildung und Erziehung gestellten Ansprüchen gerecht zu werden, sei außerordentlich wichtig für alles, was im Schulalltag zu leisten ist, betonte sie.

Der Pädagogische Rat der Scholochow-Oberschule habe erleben lassen, wie Schöpfertum als Anspruch an die konkrete Tagesarbeit verstanden wird. Beeindruckt haben die wissenschaftlich belegte und auf vielfältige eigene

Erfahrungen gestützte Überzeugung von der Entwicklungsfähigkeit eines jeden Kindes, die Liebe zu den Kindern, aber auch die Haltung zu den Mühen, die täglich aufgewendet werden müssen, um jeden Schüler zu fördern. Zu Recht hätten qualitative Prozesse der pädagogischen Arbeit besonderen Raum eingenommen.

Margot Honecker regte die Pädagogen an, den Kindern immer wieder bewußt zu machen, wieviel es noch in den Wissenschaften, in der Natur zu entdecken gibt, was alles erforderlich ist, um die Entwicklung in der sozialistischen Gesellschaft voranzubringen. Dabei komme es darauf an, die Schüler spüren zu lassen, wie wichtig Eigenschaften wie Fleiß und Disziplin sind, um auch zur eigenen Freude Lernerfolge zu

(ForUetzung auf Seite 2)

Vorsitzender des Ministerrats empfing Politiker Äthiopiens

Unterredung zwischen Willi Stoph und Addis Tedla

Freundschaftliches Treffen mit dem Gast aus Addis Abeba Foto: ND/Lange

Berlin (ADN). Der Vorsitzende des Ministerrates der Deutschen Demokratischen Republik, Willi Stoph, Mitglied des Politbüros des ZK der SED, empfing am Mittwoch das Mitglied des Politbüros des ZK der Arbeiterpartei Äthiopiens, den Stellvertreter des Vorsitzenden'des Büros des Nationalen Komitees für zentrale Planung, Addis Tedla, der sich zur Teilnahme an der 8. Tagung des Wirtschaftsausschusses DDR/Sozialistisches Äthiopien in der DDR aufhält.

Während der freundschaftlichen Unterredung stellten die Gesprächspartner mit Genugtuung fest, daß sich auf allen Ebenen die beiderseitigen ökonomischen Beziehungen erfolgreich weiterentwickelt haben. Grundlage dafür sind der im Jahre 1979 abgeschlossene Freundschaftsvertrag und die vielfältigen Vereinbarungen der führenden Repräsentanten beider Staaten, Erich Honecker und Mengistu Haile Mariam.

Der äthiopische Gast informierte über die Anstrengungen der Werktätigen bei der Entwicklung einer nationalen Volkswirtschaft und unterstrich besonders die vielfältigen Bemühungen und Leistungen zur Überwindung der Dürrefolgen. In diesem Zusammenhang dankte er der DDR nochmals für die großzügig geleistete solidarische Hilfe und Unterstützung. Er berichtete über die ersten Erfolge der jungen Industrie seines Landes bei der Realisierung des vom Gründungsparteitag der Arbeiterpartei Äthiopiens beschlossenen Zehnjahresplanes. Das Hauptaugenmerk liege jetzt auf der weiteren Steigerung der Produktion und der Lösung dringend anstehender Probleme der Infrastruktur. Auf außenpolitischem Gebiet bemühe sich das Sozialistische Äthiopien um die Entwicklung friedlicher Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten.

Willi Stoph bekräftigte, daß das Volk der DDR getreu seiner internationalistischen Verpflichtung

(Fortsetzuno auf Seite 2)

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