Einmütig bestätigten die Delegierten die Tagesordnung und die Geschäftsordnung des Parteitages. Dann nahm Michail Gorbatschow das Wort zum Politischen Bericht des Zentralkomitees.
Der von der Sowjetunion zurückgelegte Weg, ihre wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Errungenschaften, erklärte er, bestätigen überzeugend die Lebenskraft der marxistisch-leninistischen Lehre und das dem Sozialismus innewohnende riesige Potential, das im Fortschritt der sowjetischen Gesellschaft realisiert ist. Michail Gorbatschow betonte: „Wir dürfen auf das, was in diesen Jahren, den Jahren angespannter Arbeit, den Jahren des Kampfes, geleistet wurde, durchaus stolz sein!"
Die Führung der KPdSU, sagte der Generalsekretär, schätzt das Erreichte nach Gebühr, hält es jedoch für ihre Pflicht, mit der Partei und dem Volk ehrlich und offen von unseren Versäumnissen in der politischen und praktischen Tätigkeit, von den ungünstigen Tendenzen in der Wirtschaft und im sozial-geistigen Bereich sowie von den Ursachen solcher Erscheinungen zu sprechen. Michail Gorbatschow verwies darauf, daß sich in ihrer vollen Größe die Aufgabe erhob, die negativen Erscheinungen in der sozialökonomischen Entwicklung der Gesellschaft möglichst bald zu überwinden.
-Eine Situation, die eine Wende erfordert, sei auch für die äußeren Angelegenheiten charakteristisch. „Die Welt von heute ist kompliziert, vielfältig, dvnamisch, von einander bekämpfenden Tendenzen durchsetzt und voller Widersprüche. Das ist eine Welt höchst komplizierter Alternativen, eine Welt von Sorgen und Hoffnungen", stellte er fest.
Der Fortschritt unserer Zeit wird zu Recht mit dem Sozialismus identifiziert, fuhr der Redner fort. Der Weltsozialismus sei ein mächtiges internationales Gefüge. Es handele sich um mehr als ein Drittel der Menschheit.
Seinen Ausdruck findet der gesellschaftliche Fortschritt in der Entwicklung der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung, in der Entfaltung der neuen demokratischen Massenbewegung der Gegenwart, darunter der Bewegung der Kernwaffengegner und der Antikriegsbewegung. Er äußert sich augenfällig auch in der Differenzierung der politischen Kräfte in der kapitalistischen Welt, einschließlich der Metropole des Imperialismus, der USA. Dort müssen sich die progressiven Tendenzen durch • das System des monopolistischen Totalitarismus Bahn brechen, wobei sie dem ständigen Druck der organisierten Reaktion ausgesetzt sind.
Der Kapitalismus habe die Entstehung des Sozialismus als einen „Fehler" der Geschichte gesehen und versucht, ihn um jeden Preis zu „korrigieren". Der Sozialismus habe dagegen seine Zukunft von sich aus nie an die militärische Lösung internationaler Probleme geknüpft.
Und obwohl es immer klarer
(Fortsetzung auf Seite 2)
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